Großer Mitgliederzuwachs, knappe Hallenkapazitäten SV Bad Laer – Wo Jugendarbeit Früchte trägt


det Bad Laer. Fast jeder sechste Einwohner der Gemeinde ist Mitglied im SV Bad Laer, der vor Ort vielfach präsent ist, beispielsweise mit dem bayrischen Abend an diesem Samstag im Saal Plengemeyer. „Bad Laer ist ganz schön sportlich“, sagt auch Jan Brinkmann als Vorstandsmitglied des SV. Stefan Bertelsmann ist als Leiter der Volleyball-Abteilung überzeugt, „dass noch viel mehr als 1500 Mitglieder möglich wären, wenn wir eine dritte Sporthalle hätten“.

Beispielsweise verzichtet die Fußball-C- und teils auch die D-Jugend schweren Herzens auf Hallenzeiten. Der enorme Mitgliederzuwachs von 25 Prozent zwischen 2000 und 2010 fordert halt seinen Tribut. Begründet liegt dieser Zuwachs aus Sicht der Abteilungen nicht zuletzt in der vorbildlichen Arbeit des Vorstands, der sich Anfang dieses Jahrtausends zum Ziel setzte, sich möglichst jung und modern aufzustellen. „Dementsprechend wird es eigentlich Zeit, das ich abtrete“, sagt der 55-jährige Vorsitzende Antonius Reckwerth lachend. Doch der Reckwerth’sche Führungsstil ist alles andere als altbacken, seine Kontakte beispielsweise bei der Materialbeschaffung zur Errichtung der Tribünen-Stahlkonstruktion am Hauptplatz und für den baldigen Bau der Blockholzhütten am Kunstrasenplatz sind wertvoll. Darüber hinaus sind die Abteilungen froh, eigenständig arbeiten zu dürfen“, so Bertelsmann. Nur auf den Jahreshauptversammlungen und bei der vierteljährlichen Überprüfung der Kassenlage müssen die einzelnen Sparten Rechenschaft ablegen.

Aushängeschild des Klubs ist die Volleyballabteilung mit sieben Damen-, einem Herren- und 15 Jugendteams. Die erste Damenmannschaft ist derzeit auf Platz drei der 3. Liga West. Auch wegen des großen Engagements von „Mr. Volleyball“ Thomas Wilkens ist die Jugend Stammgast bei Deutschen Meisterschaften, jüngst nahmen drei Teams aus Bad Laer teil. In fast jedem Jahr richten die Volleyballer eine Landesmeisterschaft aus; von den ganz Kleinen bis zur D-Jugend, in diesen Altersklassen ist die Halle breit genug für die vier Felder. Ein Hit auf diesen Veranstaltungen ist selbstverständlich der Besuch von Vereinsmaskottchen „Lenni, der Löwe“.

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Aber auch die Fußballer erfreuen sich wieder einer größeren Aufmerksamkeit. „Vor gut zehn Jahren hatte die erste Herrenmannschaft nicht mal ein Dutzend Zuschauer, heute sind es rund 150“, sagt Abteilungsleiter Franz-Heiner Jostwerth. Bemerkenswert: A-, B- und C-Jugend spielen auf Landesebene, die Rückkehr der Herren auf Bezirksniveau dürfte demnach nur eine Frage der Zeit sein.

Nicht wenige Kicker des SV sind Abteilungs-Hopper. „Die meisten Kids beginnen im Turnsport und strömen dann in andere Abteilungen aus“, sagt Brinkmann, der sich mit dem Vorstand über die stolze Zahl von 60 Kindern freut, die in diesem Jahr in Bad Laer das Sportabzeichen ablegten. Gerade das Turnen erfreut sich bei den Kindern Bad Laers einer gewachsenen Beliebtheit. Doch auch beim ersten Fußballcamp waren die 120 Plätze in Rekordzeit vergeben.

Auch in der Sparte Frauenfußball hat der SV Bad Laer einen starken Nachwuchs und somit die Hoffnung, das Niveau um die Jahrtausendwende, als das Frauenteam unter Trainerin Heike Kinder Niedersachsenmeister wurde, wieder zu erreichen. Weitere über die Landkreisgrenzen bekannte Sportler, die aus dem SV Bad Laer hervorgingen, sind Volleyball-Nationalspielerin Carina Aulenbrock und ihre Schwester, die ehemalige U-19-Welt- und Europameisterin Christine Aulenbrock, sowie vier ehemalige Erstligaspieler: Basketballer Daniel Strauch, Fußballerin Kristina Gessat und die nun wieder für den SV aktive Fußballerin Lea Notthoff. Ein ehemaliger Bundesligatrainer ist seit September für die Basketballdamen zuständig: Roland Senger, der zuvor die Giro-Live Panthers, die BG Rotenburg/Scheeßel und Chemcats Chemnitz coachte.

Doch in erster Linie versteht sich der SV Bad Laer nicht als erfolgsorientiert handelnder Klub, sondern als der Allgemeinheit verschriebener Breitensportverein. Exemplarisch stehen hierfür die Handballdamen als einziges Team der Abteilung. „Verlieren macht uns nichts aus“, so Leiterin Maike Schwenne. „Ein Ziel haben wir neben dem Spaß dann aber doch: Nicht Letzter der Regionsklasse zu bleiben.“


SV Bad Laer

Rasenplätze an der Mühlen- und Weststraße, Kunstrasenplatz am Freibad/Turnhalle, zwei Sporthallen am Freibad, Beachvolleyballanlage am Freibad; Vereinslokal: Altes Gasthaus Böckmann. Kontakt: SV Bad Laer, Postfach 1248, 49196 Bad Laer, mail@sv-badlaer.de, Telefon: 05424/7977.

Präsidium und Co.

1. Vorsitzender Antonius Reckwerth (Foto, 55 Jahre, Polizeibeamter), 2. Vorsitzender Mark Gode (41 J., Versicherungskaufmann), 3. Vorsitzender: Stefan Bertelsmann (51 J., Bürokaufmann,) 1. Kassierer Jan Brinkmann (30 J., Polizeibeamter), 2. Kassiererin Simone Hagedorn (42 J., Industriekauffrau); 1. Schriftführer: Hartmut Zadow (53 J., Öffentl.. Dienst), 2. Schriftführer: Marcel Hartlage (32 J., Mediengestalter).

Abteilungsleiter: Franz-Heiner Jostwerth (Fußball), Stefan Bertelsmanns (Volleyball), Verena Holkenbrink (Freizeitsport), Julia Böhnke (Basketball), Alexander Tovar (Tischtennis), Maike Schwenne (Handball), Peter Krych (Badminton), Bernd Bosse (Rehasport).

Mitarbeiter

Knut Powilleit (48 J.) trainiert seit 2013 unter anderen die 1. Frauen-Volleyballmannschaft.

Historie

1931: DJK Laer gegründet.

1945: Wiedergründung als SV Bad Laer nach dem Weltkrieg.

1961: Einweihung des Sportplatzes „Schlagmühlenkampfbahn“.

1968: Einweihung der Turnhalle.

1972: Neuer Sportplatz (Mühlenstraße) ist fertig.

1984: Der dritte Sportplatz (Weststraße) wird eingeweiht.

1991: Die neue Sporthalle ist fertiggestellt.

2011: Die „Schlagmühlenkampfbahn“ hat nun einen Kunstrasenplatz.

Frühere Präsidenten

Brüder Jasper (1931–1938), Hermann Höcker (1938), Heinrich Holkenbrink (1945–1949), Josef Niehaus (1949–1950), Friedel Carre (1950), Willy Obermeyer (1951), Heinrich Holkenbrink (1952–1955), Oskar Welker (1955–1961), Heinrich Holkenbrink (1961–1969), Franz Jostwerth (1969–1982), Bernhard Bosse (1982–1992), Willi Vennemann (1992– 1994), Ludwig Holkenbrink (1994–2002), Antonius Reckwerth (seit 2002).

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