Immer noch als Trainer aktiv Judo-Pionier Friedhelm Kükelhahn wird 85

Von Johannes Kapitza

Gefragter Mann: Mit Kindern und Jugendlichen des JCO geht Friedhelm Kükelhahn (rechts) nach wie vor besonders gern auf die Matte. Foto: privatGefragter Mann: Mit Kindern und Jugendlichen des JCO geht Friedhelm Kükelhahn (rechts) nach wie vor besonders gern auf die Matte. Foto: privat

Osnabrück. Ohne ihn wäre der Judo-Club Osnabrück (JCO) nichts, ohne ihn gäbe es den Verein gar nicht: Friedhelm Kükelhahn lebt für seinen Sport, und der hält ihn fit. Auch sein 85. Geburtstag, den er heute begeht, hält ihn nicht davon ab, noch immer als Trainer auf der Matte zu stehen.

Als Kampfsport nach dem Zweiten Weltkrieg noch verboten war, musste Kükelhahn heimlich im Kasernen-Keller trainieren – die Briten durften immerhin schon Judo ausüben. 1969 war die Geheimniskrämerei vorbei. Kampfsport war wieder erlaubt, und Kükelhahn gründete den JCO . Seitdem hat er „das Älterwerden verlernt“, sagt Peter Ackermann, Sportwart des Vereins, einst selbst einer von Kükelhahns Schützlingen und inzwischen gemeinsam mit dem Osnabrücker Judo-Pionier Trainer. Zweimal pro Woche steht der 85-Jährige noch auf der Matte.

Was zu Kükelhahn dazugehört: zum einen der 6. Dan in Rot-Weiß, der vom Judo-Bund nur ehrenhalber verliehen wird. Auch die Stadt Osnabrück hat ihre Wertschätzung für die Verdienste des Sportlehrers in Form der Bürgermedaille zum Ausdruck gebracht. Zum anderen ist Kükelhahns Name eng mit Inklusion verbunden – auch wenn das damals noch gar kein explizites Thema war, als Kükelhahn vor drei Jahrzehnten als Sporttrainer bei der Werkstatt in Sutthausen auch Menschen mit Behinderung einfach mit auf die Matte nahm. Für sie engagiert er sich ebenso wie für Kinder und Jugendliche. „Das ist sein Leben“, sagt Ackermann.

Zum Judo-Leben gehört auch, sich etwa zehnmal im Jahr auf den Weg zu internationalen Turnieren zu machen. Da wird dann nicht im bequemen Hotelbett, sondern auf der Judomatte in der Sporthalle übernachtet. Das Alter hält ihn auch davon nicht ab.

Auch wenn die Verbandsämter inzwischen aufgegeben sind, kann die Judo-Welt weiter auf Kükelhahn setzen, der mit seiner offenen Art und seiner Kommunikation immer schnell den Kontakt zu anderen Menschen findet – auch auf internationalem Parkett. Viele Sprachkenntnisse sind dafür nicht erforderlich: Kükelhahn spricht Judo, und das ist schließlich international.