Mit Sonne in den Beinen zum Sieg Kulgemeyer und Kuk beim 38. Meller Crosslauf vorn

Von Johannes Kapitza


Melle. Viktor Kuk hat auch das zweite Kapitel der vierteiligen Ossen-Cross-Serie dominiert: Er gewann die 7,4-Kilometer-Distanz beim 38. Meller Crosslauf und setzte damit seinen Erfolgslauf fort. Bei den Frauen hielt Christin Kulgemeyer vom OTB bei ihrem ersten Rennen der Cross-Serie die Konkurrenz auf Distanz.

Marius Hüpel saß auf der höchsten Stufe des Siegertreppchens, aber er hatte dort nur Platz genommen, um Luft zu holen. „Hör bloß auf“, winkte der OTB-Läufer ab, „ich bin nicht in Form.“ Viktor Kuk saß eine Stufe tiefer, später stand er ganz oben auf dem Treppchen.

„Letztes Jahr haben wir uns einen Fight geliefert. Daran erinnere ich mich noch heute“, sagte Kuk zu Hüpel. Dieses Mal fiel der Zweikampf aus. „Ich habe zwei Runden hart gearbeitet. Dann habe ich ein bisschen abgeschaltet“, gab Kuk zu. Seine Bestzeit von 24:48,7 Minuten blieb deshalb unerreicht, aber er konnte sich nach 25:02,4 Minuten immer noch auf mehr als eine Minute Vorsprung zu seinen Verfolgern Hüpel und Dustin Karsch verlassen.

Zuvor hatte der 25-Jährige in Melle schon die Mitteldistanz gewonnen, dabei aber Marvin Karsch dicht auf seinen Fersen gespürt. „Marvin hat das stark gemacht“, sagte Kuk über seinen ehemaligen Vereinskollegen vom Osnabrücker TB, und musste erst einmal durchschnaufen. „Die Strecke ist brutal, sie verlangt einem alles ab.“

Christin Kulgemeyer hingegen liebäugelte mit dem Parcours: „Ich laufe gerne in Melle, ich mag die hügelige Strecke. Das macht Spaß“, sagte die schnellste Läuferin im Ziel. Den Cross-Auftakt beim OTB hatte sie verpasst, weil sie von Sänger Mickie Krause zum Laufen auf Mallorca eingeladen war. Erst am Samstag war der Urlaubsflieger gelandet, am Sonntag folgte der Sieg vor Sabine Engels (Solbad Ravensberg) und Ellen Knoepke (TV Buschhütten). „Ich bin gut erholt, mit Sonne in den Beinen und neuer Kraft zurück“, freute sich Kulgemeyer, hielt sich aber mit einer Kampfansage zurück. „Alina wird dieses Jahr nur schwer zu schlagen sein“, sagte sie über Vereinskameradin Alina Koop, die den OTB-Cross gewonnen hatte, in Melle aber nicht an den Start ging. „Beim nächsten Rennen in Ostercappeln wird sie wieder laufen“, war sich Kulgemeyer sicher, „mal gucken, wie lange ich dann mit ihr mithalten kann.“

Anja Bitter, Vorjahressiegerin des Gesamt-Cups auf der Langstrecke und Zweite beim OTB-Cross, lief als vierte Frau ein. Im Ziel war sie überrascht: „Ich hatte mit dem dritten Platz gerechnet und wusste gar nicht, wo die andere Läuferin noch herkam“, sagte sie, war aufgrund der Umstände aber mit ihrer Platzierung zufrieden. Wegen einer Erkältung konzentrierte sie sich nur auf die Langstrecke.

Befriedigend war die Resonanz von 108 Startern im Hauptlauf für Wolf-Dieter Fehling, auch wenn die Starterzahl der Veranstaltung im Vergleich zum Vorjahr zurückging. „Vielleicht spielt eine Rolle, dass in Niedersachsen noch Herbstferien waren“, vermutete Fehling. Der Organisationsleiter und die Helfer vom SC Melle, die ab 7 Uhr morgens die Strecke im Wald präpariert und den Crosslauf vorbereitet hatten, taten zumindest alles dafür, um möglichst viele Läufer an den Start zu bekommen: Weil auf einer Internetseite fälschlicherweise eine spätere Startzeit veröffentlicht worden war, wurde der Hauptlauf um 25 Minuten nach hinten verschoben. Auch kurz vor dem Startschuss seien noch Nachmeldungen eingegangen, sagte Fehling: „Wenn wir den Lauf pünktlich gestartet hätten, wäre das für einige Läufer fatal gewesen.“