Volleyball-Interview mit Knut Powilleit „Keine Mannschaft soll absteigen“

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Knut Powilleit.
              
              Foto: PentermannKnut Powilleit. Foto: Pentermann

Bad Laer. Nachdem die Volleyballdamen des SV Bad Laer im Frühjahr den Aufstieg in die 2. Bundesliga nur knapp verpasst hatten, fand vor der neuen Saison ein Umbruch statt. Drei Spielerinnen verließen den Verein, Neuzugänge blieben aus. Da der Kader derzeit nur acht Spielerinnen umfasst, erscheint der Aufstieg für den Drittligisten utopisch. Im Interview spricht Trainer Knut Powilleit über den Saisonstart, die Ziele und die Philosophie des Vereins.

Herr Powilleit, drei Spiele, zwei Niederlagen. Das klingt nicht gerade nach einem guten Saisonstart.

Angesichts unseres kleinen Kaders bin ich mit den bisherigen Leistungen zufrieden. Gegen Bonn haben wir gewonnen und gegen Topfavorit Cloppenburg einen Punkt erkämpft. Gegen Bremen hatten wir wegen der Ausfälle von Karen Baller und Amy Knight nur eine Wechseloption. Da fehlte es uns am Ende an Kraft und Konzentration.

Sie sind mit einem Kader von acht Spielerinnen in die Saison gegangen, üblich sind zwölf. Warum haben Sie das Team im Sommer nicht verstärkt?

Bad Laer ist ein Dorf. Wir haben keine Chance, Spielerinnen auf Drittliganiveau für unseren Verein zu gewinnen. Wir hätten höchstens talentierte Spielerinnen aus unteren Klassen verpflichten können, aber das wäre gegenüber unserem eigenen Nachwuchs falsch gewesen.

Einige Spielerinnen der zweiten Mannschaft standen zwar zuletzt im Kader, kamen aber trotz Personalsorgen nicht zum Einsatz. Warum bauen Sie diese Talente nicht ein?

Es war mit den Spielerinnen im Vorfeld so abgesprochen, dass sie nur dann zum Einsatz kommen, wenn sich eine Spielerin verletzt. Wir wollen verhindern, dass sie sich bereits jetzt in der ersten Mannschaft festspielen. Erst wenn für unsere Reserve der Klassenerhalt in Reichweite ist, werden wir damit beginnen, die Talente an das Niveau der 3. Liga heranzuführen.

Verspielen Sie damit nicht die Aufstiegschance für die erste Mannschaft?

Für uns steht die Gesamtentwicklung des Vereins im Vordergrund. Wir wollen die zweite und dritte Mannschaft nicht schwächen, indem wir zu früh Spielerinnen hochziehen und die Teams durcheinanderwirbeln. Unsere Prämisse lautet: Keine Mannschaft soll absteigen.

Welche Ziele verfolgen Sie unter diesen Voraussetzungen mit der ersten Mannschaft?

Wenn ich auf die Leistungen der zweiten Mannschaft schaue, bin ich zuversichtlich, dass wir in der Rückrunde die Talente in unser Team einbauen können. Ziel ist es, im Laufe der Saison einen 12er-Kader zu formen, der in den nächsten Jahren wieder ganz oben mitmischen kann.


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