„Bei den Etats ein kleines Licht“ SV Rödinghausen: Zurückhaltend, aber selbstbewusst

Hoch hinaus: Rödinghausens Christian Knappmann (rechts) im Kopfballduell mit dem Essener Philipp Zeiger. Foto: ImagoHoch hinaus: Rödinghausens Christian Knappmann (rechts) im Kopfballduell mit dem Essener Philipp Zeiger. Foto: Imago

Rödinghausen. Aufsteiger SV Rödinghausen ist die Überraschungsmannschaft der Fußball-Regionalliga West. Bereits fünf Siege in neun Spielen hat der freche Neuling eingefahren.

Dem rasanten Aufstieg folgt die Vollbremsung: Die fünf Siege in der Regionalliga West sind für den SV Rödinghausen Siege gegen den Abstieg. In der beschaulichen Herforder Provinz verfallen die Fußballer nicht dem Größenwahn.

„Wir sind nicht die Millionentruppe, wie das dargestellt wird. Bei den Etats sind wir ein kleines Licht“, unterstreicht René Wederz. Wie hoch die Unterstützung des Hauptsponsors Häcker Küchen ist, wollen weder der Sportliche Leiter Wederz noch der 1. Vorsitzende Ernst-Wilhelm Vortmeyer sagen. „Wir haben einen mittel- bis langfristigen Vertrag“, mauern die Vereinsvertreter.

Von der Kreisliga bis zur Regionalliga in einem Rutsch – seit 2009 ist der SV Rödinghausen nicht aufzuhalten. „Wir konnten einem Aufstieg nicht ausweichen“, lächelt Vortmeyer. Das Projekt, das der Klub mit Horst Finkemeier, dem Seniorchef von Häcker Küchen, vor gut sieben Jahren ausarbeitete, ist wohl durchdacht. Es geht nicht nur um den Verein. „Wir wollen die Attraktivität der Gemeinde Rödinghausen steigern, junge Leute an den Verein heranführen und eine Marke setzen, die unseren Bekanntheitsgrad in Deutschland und darüber hinaus vergrößert“, beschreibt Klubchef Vortmeyer das „spannende Projekt“.

Vergleiche, die den SV Rödinghausen in einem Atemzug mit Emporkömmling RB Leipzig nennen, lehnen die Ostwestfalen ab. „Wir wollen uns in der Liga etablieren“, sagt Wederz. Wenn das geschafft sei, könne man den Blick gegebenenfalls in eine andere Richtung werfen. Dass der 1970 gegründete Verein in der attraktiven Regionalliga nicht nur sportlich mithalten kann, zeigte die Partie gegen Rot-Weiß Essen am vergangenen Montag vor 2243 Zuschauern im Häcker-Wiehenstadion. „Es war ein Sicherheitsspiel. Wir haben die Herausforderung gut gelöst“, erklärt Vortmeyer. Die 0:1-Niederlage und die Tatsache, dass die Partie vor der Pause für zehn Minuten wegen des Abbrennens von Pyrotechnik im Essener Block unterbrochen werden musste, löst in Rödinghausen keine Unruhe aus. „Das kam nicht unerwartet. Wir waren darauf vorbereitet.“

Der Tabellenachte mit Trainer Mario Ermisch hat einen guten Draht zu Klassengegner Sportfreunde Lotte. Ein ähnliches Stadion, wenn auch moderner und mit einer florierenden Gastronomie, eine Vielzahl von Sponsoren (120) und vergleichbare Werbewände hinter den Toren. „Wir haben unseren eigenen Stil geprägt und gehen einen anderen Weg, zum Beispiel mit einer breiten Jugendarbeit“, hebt Vortmeyer hervor.


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