Sieg bei Liegestütz-Challenge Gretesch aktiv: Vera stiehlt Großen in Gretesch die Show

Von Johannes Zenker


Osnabrück. Es lag ein feiner Geruch von Schweiß in der Luft, Bären von Männern stählten, in einer Schlange stehend, ihre Muskeln –und irgendwo dazwischen tummelte sich auch ein 1,40 Meter kleines und 28 Kilogramm leichtes Geschöpf, das geduldig auf seinen Auftritt wartete.

Bei diesem beinahe unscheinbaren Wesen handelte es sich um die elfjährige Vera Schimmöller, die nicht etwa beim Weitsprung oder 100-Meter-Lauf mitmachen wollte, sondern für die erste Auflage der Liegestütz-Challenge bei „Gretesch aktiv“ anstand. Und sie stahl ihren kräftigeren Konkurrenten die Show, indem sie schon bei den Vorausscheidungen innerhalb von 90 Sekunden die zweitgrößte Anzahl an Liegestützen erreichte.

Im großen Finale setzte sich die junge Leistungsturnerin schließlich unter großem Applaus mit 119 Zügen in drei Minuten gegen American Football-Spieler Marcel Fuchs und ihren Vater Ludger durch. Letzterer nahm die Niederlage aber sportlich: „Ich gönne ihr den Sieg natürlich von ganzem Herzen.“ Und die Gewinnerin selbst konnte es noch gar nicht richtig glauben. „Damit habe ich nicht gerechnet, aber ich freue mich sehr“, sagte die Elfjährige, die nach ihren sportlichen Anstrengungen nicht mal Zeit zum Verschnaufen brauchte.

Auch über diesen Wettbewerb hinaus hatte die elfte Auflage des Breitensportevents Gretesch aktiv am Sonntag einiges zu bieten. So nutzten vor allem Kinder auf der Sportanlage in Gretesch die Gelegenheit, unverfänglich in leichtathletische Disziplinen wie Kugelstoßen oder Hochsprung hineinzuschnuppern. „Es ist schön, dass so viele Kinder hier sind und Spaß daran haben, die verschiedenen Sportarten auszuprobieren. Da macht sich die gute Zusammenarbeit mit den Grundschulen im Vorfeld bezahlt“, freute sich Hauptorganisator Anton Siemer von der Leichtathletik-Gemeinschaft Osnabrück.

Daneben sorgten vor allem die Highlights wie der Maskottchenlauf, bei dem Freddy Fuchs von den Sportfreunden Schledehausen am schnellsten war, oder das Autoschieben über 300 Meter für gute Unterhaltung. Die Sprinter der TSG Burg Gretesch trugen dabei zwar den Sieg davon, verpassten aber den Rekord von 55,82 Sekunden knapp um zwei Sekunden.

Den Schlusspunkt der Veranstaltung bildete wie jedes Jahr die 100x100-Meter-Staffel, an der sich jeder beteiligen konnte. So sah man Kleinkinder über die Tartanbahn krabbeln, ältere Herrschaften schleichen und verletzte Sportler humpeln – und alle in ihrem jeweils individuellen Tempo. „Das ist einfach einmalig und immer wieder ein tolles Erlebnis, bei dem am Ende nicht das Ergebnis, sondern das Dabeisein zählt“, zeigte sich Siemer begeistert.

Da schmerzte es auch nicht, dass der Teilnehmerrekord, der bei 700 Personen liegt, mit fünf Staffeln nicht gebrochen wurde. Auch insgesamt zog Siemer ein positives Resümee: „Mit 1500 Besuchern war gut was los, und das Wetter hat auch mitgespielt.“

Kein Wunder also, dass sich die nächste Ausgabe von Gretesch aktiv bereits in Planung befindet. „Wir bemühen uns momentan darum, den Olympischen Sportbund dazu zu bewegen, im nächsten Jahr mit der Sportabzeichen-Tour Halt in Gretesch zu machen. Dann könnten wir die beiden Termine miteinander verknüpfen“, berichtete Siemer. Stattfinden soll das gemeinsame Event am 20. September des kommenden Jahres.