Mastbruch vor Rennen Leonie Meyer landet bei der Segel-WM auf Platz 16

Von Christian Lang

Pech bei der WM: Die gebürtige Osnabrückerin Leonie Meyer (mit Brille) und Elena Stoffers mussten mit einem gebrochenen Mast segeln. Foto: STG/WehrmannPech bei der WM: Die gebürtige Osnabrückerin Leonie Meyer (mit Brille) und Elena Stoffers mussten mit einem gebrochenen Mast segeln. Foto: STG/Wehrmann

Osnabrück. Zunächst überwog die Enttäuschung, doch schon ein paar Stunden nach Ende der Segel-WM in Santander (Spanien) blickte die gebürtige Osnabrückerin Leonie Meyer mit Stolz auf das Erreichte zurück. Zwar fiel sie mit ihrer Partnerin Elena Stoffers durch einen Bruch am Mastfuß des Schiffes, den die beiden nicht bemerkten, in den letzten Rennen von Rang zehn auf den 16. Platz zurück. Dennoch ist sie zufrieden mit der Leistung.

Vor den letzten Rennen hatte das Duo noch auf dem zehnten Platz gelegen. Eine Platzierung unter den ersten fünf sei durchaus realistisch gewesen, sagt die 21-jährige Meyer, die nach dem Abitur am Osnabrücker Gymnasium Carolinum nach Kiel zog. Dort segelt sie am Olympiastützpunkt.

Doch ein Bruch am Mastfuß machte den beiden einen Strich durch die Rechnung. Da ihnen dadurch die nötige Geschwindigkeit fehlte, segelten sie ihrer Konkurrenz nur hinterher – und stürzten von Rang zehn sechs Plätze nach unten. „Wir waren danach sehr enttäuscht. Immerhin wussten wir erst nicht, warum wir so langsam waren“, sagt Meyer, die seit ihrem fünften Lebensjahr segelt. Erst beim Abbauen bemerkten Meyer und Stoffers den Defekt.

Dennoch bedeutet der 16. Platz ein Erfolg für das Duo – und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Da sich Elena Stoffers im vergangenen Jahr einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, musste das Team fast ein ganzes Jahr aussetzen. „Niemand hätte eine solche Saison für möglich gehalten, und wir sind glücklich über unsere tolle Entwicklung“, sagt Meyer. Durch das Abschneiden bei der WM werden beide weiterhin durch den Deutschen Segler-Verband und die Deutsche Sporthilfe gefördert – für den B-Kader in der Nationalmannschaft mussten sie mindestens Platz 16 erreichen. Eine Punktlandung.

Besonders beeindruckt sei sie von der Stimmung in Santander gewesen. Bei der Eröffnungsfeier hätten den Athleten 40000 Zuschauer zugejubelt. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Die Spanier sind einfach sehr segelbegeistert“, sagt die 21-jährige Sportsoldatin bei der Sportfördergruppe.

Obwohl sie zudem noch an der TU Harburg Energie und Umwelttechnik studiert, steht für sie derzeit ausschließlich das Segeln im Vordergrund. Fünfmal in der Woche trainiert sie, hinzu kommen noch weitere Übungen zur Stärkung der Körperkraft. Im November geht es für das Duo ins Trainingslager nach Rio de Janeiro, um sich mit dem Olympiarevier 2016 vertraut zu machen. Anschließend werden sie das World-Cup-Finale in Abu Dhabi bestreiten – bevor die Saisonvorbereitung für 2015 beginnt. Ihr Studium stellt sie bis dahin hintan. Auch bei der Bundeswehr muss Meyer in den nächsten Jahren nur wenige Lehrgänge belegen.

In zwei Jahren möchte sie entscheiden, ob sie den Segelsport weiterhin professionell betreibt oder sich eher auf ihr Studium konzentriert.

Auch wenn diese Frage noch ungeklärt ist, steht für sie eines fest: Irgendwann möchte sie nach Osnabrück zurückkehren – an den Ort, an dem ihre Segelkarriere begann. Nachdem ihre Mutter sie an den Sport bereits von Kindesbeinen an herangeführt hatte, trainierte sie bis zu ihrem Abi 2011 am Dümmer.