Pohlmeyer gibt Ämter beim VfL Kloster Oesede ab – 150 Gäste zum Abschied geladen Nach 50 Jahren Vorstand endet eine Ära

Meine Nachrichten

Um das Thema OS-Sport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Treue Seele: Jochen Pohlmeyer. Foto: Petra PieperTreue Seele: Jochen Pohlmeyer. Foto: Petra Pieper

Kloster Oesede. Eine außergewöhnliche Ära geht beim VfL Kloster Oesede zu Ende. Nach 50 Jahren Vorstandsarbeit verabschiedet sich Jochen Pohlmeyer aus seinen Ämtern. An diesem Freitag lädt Pohlmeyer deshalb rund 150 langjährige Weggefährten in den Saal Steinfeld ein.

Vor 66 Jahren war Pohlmeyer als fußball-begeisterter Elfjähriger in den VfL eingetreten. „Ich stand dem Fußball immer besonders nahe“, gesteht der „Oldie but Goldie“, der sich zum starken Mittelläufer – eine Art „Letzter Mann“ – der Herrenmannschaft entwickelte. Besonders gerne erinnert er sich an die Jahre 1958/59, als der Sportplatz des VfL renoviert wurde und die Fußballspiele zwischenzeitlich beim SV Harderberg stattfanden. „Nur die wenigsten hatten damals ein eigenes Auto. Gut 300 Zuschauer begleiteten uns zu Fuß, das ganze Dorf stand hinter uns – tolle Jahre.“

Ob während oder nach seiner aktiven Karriere: Das Ergebnis der ersten Herrenmannschaft hatte stets Einfluss auf seine Laune. Gerne erzählt der 77-Jährige folgende Anekdote: „Als ich eines Abends nach Hause kam, rief eine meiner drei Töchter: ‚Mama, Papa kommt‘. Meine Frau Rita fragte: ‚Wie sieht er denn aus?‘ Meine Tochter sagte: ‚Er lacht‘. Da wusste meine Frau: ‚Dann haben sie gewonnen.‘“

Schon mit Mitte 20 wusste Pohlmeyer, „dass ich dem Verein etwas davon zurückgeben werde, was mir von ihm gegeben wurde“. Bereits als 27-Jähriger ging der Kapitän der ersten Herren als Verantwortlicher des Fußball-Spielausschusses in den Vorstand. Fünf Jahre später wurde er zum zweiten Vorsitzenden gewählt; ein Amt, das er für zehn Jahre ausübte, ehe er doppelt so lange den ersten Vorsitz übernahm.

Neue Abteilungen (u. a. Volleyball, Aerobic, Laufsport, Radsport, Damenfußball, Wandern, Tennis) bereicherten in seiner Amtszeit den VfL. Seit 1978 spielt Pohlmeyer in seinem Verein Tennis. „Ich bin heute noch in der Altersklasse 65 aktiv“, sagt der 77-Jährige. „Und ich habe meiner Mannschaft schon angedroht, dass ich auch im nächsten Jahr noch als Doppelspieler dabei bin.“

Unter seinem Vorsitz wurde 1994 die Geschäftsstelle in Räumlichkeiten der Kreissparkasse verlegt und das 1997 eingeweihte Sportlerheim gebaut. Dort war er verantwortlich für Einkauf, Abrechnung, Vermietungen und Organisation der Arbeitsdienste; seine Gattin übernahm in den ersten Jahren Theken- und Reinigungs-Tätigkeiten.

Seit 1997 leitet Pohlmeyer die Seniorengruppe, die regelmäßig mehrtägige Fahrten mit fast immer mehr als 60 Teilnehmern unternahm. „Wir waren in ganz Deutschland unterwegs. Am besten gefiel es mir in Kellenhusen an der Lübecker Bucht, dort waren wir auch bei meiner Abschlussfahrt als Verantwortlicher.“

Nachdem er den Vereinsvorsitz abgegeben hatte, ließ sich Pohlmeyer unter anderen von Heinrich Mentrup überreden, ein Buch über den VfL Kloster Oesede zu verfassen. Recherchieren und Verfassen der Texte, Sichtung wie Einordnung der Fotos samt Personenzuordnung, dann die Finanzierung und Organisation des Buchdrucks in einer Auflage von 1000 Stück – eine Mammutaufgabe. „Als der damalige Bürgermeister Heinz Lunte mein Werk im Rathaus vorstellte, war ich der glücklichste Mensch der Welt“, sagt Pohlmeyer, dessen Herzblut für den VfL unverkennbar ist: „Er war immer eine große Liebe für mich.“ Es versteht sich von selbst, dass er seiner Gattin überaus dankbar ist: „Sie hat mich und den Verein immer sagenhaft unterstützt.“ Beide lernten sich übrigens beim Sport kennen: „Sie war Fan vom Fußballer Jochen.“ Dieser lud zum 50-jährigen Vereinsjubiläum 1978 die Altliga-Mannschaft des Hamburger SV mit zum Gastspiel vor 2500 Zuschauern ein.

All dies und viel mehr – auch, wie er 1957 als Soldat mit Bereitschaftsdienst unter Mithilfe seiner Zimmerkollegen aus der Kaserne in Nienburg ausbüxte, um beim Saisonstart der VfL-Fußballer mitzuspielen – wird heute beim gemütlichen Beisammensein im Saal Steinfeld Thema sein.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN