Körperbeherrschung das A und O Deutsche Meisterschaft im Rasenkraftsport bei TSG Dissen

Organisatoren der Deutsche Meisterschaft im Rasenkraftsport sind (oben, von links) Sandra Austmeyer, Benita Neugebauer, Freda Sönksen und Jana Hofmann sowie (vorne) Linnet Meiring, Stephanie Bewarder und Michaela van Berkum-Bewarder. Foto: privatOrganisatoren der Deutsche Meisterschaft im Rasenkraftsport sind (oben, von links) Sandra Austmeyer, Benita Neugebauer, Freda Sönksen und Jana Hofmann sowie (vorne) Linnet Meiring, Stephanie Bewarder und Michaela van Berkum-Bewarder. Foto: privat

det Dissen. Wenn rund 350 Rasenkraftsportler an diesem Samstag und Sonntag jeweils ab 9.30 Uhr an der Deutschen Meisterschaft der Schüler, A- und B-Jugend sowie Junioren im Einzel- und viele auch im Teamwettbewerb teilnehmen, kommt es zur ersten großen Veranstaltung auf dem modernisierten Sportplatz der 120 Jahren alten TSG Dissen.

Unter den 13 Aktiven des Gastgebers tummeln sich sieben Medaillen-Kandidaten, die teilweise bereits auf Deutschen Meisterschaften erfolgreich waren. Die größten Anwärter sind Alexander Priem (Junior), Luisa Flottmann (B- und A-Jugend), Linnet Meiring (A-Jugend/Juniorin) und Marco de Cuzzi (A-Schüler). Doch auch Fabio de Cuzzi (B-Jugend), Jan-Lucas Austmeyer (B-Jugend) sowie Schülerin und DM-Debütantin Lara Brunswicker dürfen auf einen Platz auf dem Siegerpodest hoffen.

Mit sechs Einheiten pro Woche beziffert Mitorganisatorin Stephanie Bewarder den Vorbereitungsaufwand der ambitionierten Kampfsportler. Dabei werden nicht nur die Disziplinen Steinstoßen, Hammer- und Gewichtwerfen speziell trainiert. Ebenso kommen insbesondere turnerische Übungen nicht zu kurz – aus gutem Grund: „Ob für das Beschleunigen unter anderem im Drehen, die Koordination, das Gleichgewicht und die Stabilität: Für den Rasenkampfsportler ist es sehr wichtig, seinen Körper zu beherrschen“, sagt die ehemalige Europameisterin Bewarder, die Nachwuchsbundestrainerin für das Steinstoßen ist.

Der Reiz des Rasenkraftsport im Vergleich zu den leichtathletischen Kraftsportarten liegt laut Bewarder im Dreikampf und im Mannschaftswettbewerb. Ein weiterer großer Unterschied der Sportarten ist, dass die Rasenkraftsportler in vier verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt sind. Entsprechend müssen alle Teilnehmer am Morgen der Wettkämpfe auf die Waage.

Trotz aller Unterschiede gibt es zahlreiche Verbindungen zur Leichtathletik. Die 30-Jährige Betty Heidler, die in allen großen internationalen Wettkämpfen (Olympia, WM und EM) mindestens eine Medaille gewonnen hat, ist auch im Rasenkraftsport aktiv – ebenso Kirsten Münchow, Olympia-Dritte von Olympia 2000 im australischen Sydney.

Auch in Dissen wetteifern am Wochenende starke Leichtathleten um vordere DM-Plätze im Rasenkraftsport. „In der A- und B-Jugend starten jeweils die drei derzeit besten deutschen Hammerwerfer“, so Bewarder, die mit ihrem siebenköpfigen Organisationsteam seit gut zwei Wochen mit den Vorbereitungen für das Wettkampfbüro, die Datenorganisation, das Wiegen und Catering beschäftigt ist. Zudem stellt die TSG bei der Deutschen Meisterschaft rund 30 Kampfrichter.

Viel Lob von den Teilnehmern für die Organisation und die Infrastruktur wäre keine Überraschung. Schließlich hat sich die Abteilung seit 1991 in der Ausrichtung von großen Meisterschaften mehrfach bewährt. „Und als zur Einweihung unserer neuen Sportanlage auch Leichtathleten aus Leverkusen am Start waren, staunten sie über die guten Bedingungen mit dem separatem Wurfplatz nicht schlecht“, sagt Bewarder: „Solch gute Voraussetzungen sind halt selten in Deutschland.“