„Das ist genau mein Ding“ Stefanie Queren vom OTB Vierte beim Köln-Marathon

Freude im Ziel: Stefanie Queren auf den letzten Metern in Köln. Foto: privatFreude im Ziel: Stefanie Queren auf den letzten Metern in Köln. Foto: privat

Osnabrück. Der Fokus der hiesigen Marathon-Szene lag auf Münster – doch die schnellste Osnabrückerin am vergangenen Wochenende war in einer anderen Domstadt unterwegs: Stefanie Queren lief in Köln in einem Feld von 23000 Startern als viertbeste Frau und zweitbeste Deutsche ins Ziel – in neuer persönlicher Bestzeit von 2:58,43 Minuten.

„Auf den letzten Kilometern war der Pacemaker für die Drei-Stunden-Marke immer in meiner Nähe unterwegs und hat mir genauso wie das fantastische Publikum unglaubliche Motivation gegeben“, erinnert sich die 36-jährige Läuferin vom Osnabrücker TB an den Zieleinlauf vor dem berühmten Dom. Als sie die 42,195 Kilometer vor der Kulisse des Rheinpanoramas erfolgreich überwunden hatte, fiel sie im Ziel der Drittplatzierten in die Arme – „was ich gar nicht richtig wahrgenommen habe“, wie Queren sagt. Dabei war die Gratulantin keine Geringere als Simret Restle-Apel, als Dritte beste Deutsche und ein durchaus bekannter Name in der Langstrecken-Szene.

Bereits 2012 hatte Queren die magische Drei-Stunden-Marke im Marathon geknackt. „Ich konnte nicht damit rechnen, dass das noch mal gelingt – auch wenn ich schon davor ein gutes Jahr 2014 hatte“, sagt die bescheidene Athletin, ohne ihre Leistungen zu erwähnen: etwa den vierten Platz in der Damenwertung beim Eiger Ultra Trail im Juli, einem mörderischen Berglauf vor der berühmten Kulisse der Eigernordwand im Berner Oberland, bei dem es neben 51 Kilometern in der Länge auch 3100 Höhenmeter zu überwinden gilt. Oder den überlegenen Sieg beim 10-Kilometer-Lauf in Einen-Müssingen zwei Wochen zuvor – einer Vorbereitungseinheit für den Saisonhöhepunkt in Köln.

„Die Langstrecke fordert mentale Stärke und viel innere Motivation – das ist genau mein Ding. Zudem habe ich das Glück, meine Leidenschaft mit meinem Freund Stefan Woltring zu teilen“, gibt Queren einen Einblick in ihr sportliches Erfolgsgeheimnis. Nach der Sommersaison steht jetzt zunächst ihre Bachelor-Arbeit für das Sportwissenschaftsstudium in Paderborn im Mittelpunkt. „Es geht um Gangtraining für Menschen mit künstlichem Kniegelenk“, erklärt sie nach Nennung eines etwa achtmal so langen wissenschaftlichen Arbeitstitels ihr Thema so, dass auch Laien es verstehen.

Doch spätestens in der nächsten Sommersaison soll das Laufen bei der 36-Jährigen, die schon über 20 Marathons absolviert hat, wieder im Vordergrund stehen. „Klar greife ich weiter an“, sagt Queren und ergänzt augenzwinkernd: „Vielleicht ja auch mal beim Marathon in Münster.“


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