Ex-Trainer Erth in der alten Heimat Australische Schwimmer zu Gast bei der SG Osnabrück

Von Christian Detloff

Fröhliche Runde im Nettebad: Die SGO-Schwimmer präsentieren stolz die Nationalflagge ihrer australischen Gäste (blaue Shirts) und ein Känguru als bekanntestes Tier der australischen Fauna im Plastikformat. Foto: Hermann PentermannFröhliche Runde im Nettebad: Die SGO-Schwimmer präsentieren stolz die Nationalflagge ihrer australischen Gäste (blaue Shirts) und ein Känguru als bekanntestes Tier der australischen Fauna im Plastikformat. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Über einen besonderen Besuch aus Sydney freut sich in dieser Woche die SG Osnabrück. Ihr ehemaliger Trainer Markus Erth, der vor gut viereinhalb Jahren in sein „Traumland“ Australien ausgewandert ist, ist mit 15 Schwimmern und einer Betreuerin des City of Sydney Aquatic Club für gut eine Woche zu Gast.

Von Sommer 2006 bis Januar 2010 war der in Lemwerder herangewachsene Niedersachse für rund vier Jahre Trainer der SG Osnabrück . In dieser Zeit hatte Erth der SGO leistungsorientiertere Strukturen verpasst, die sich rasch in Erfolgen auszahlten. Auf diese Strukturen setzte auch der Landesstützpunkt, der nach dem Abschied des damals 36-Jährigen in Osnabrück eingerichtet wurde.

Auch in seiner neuen Heimat Sydney, in der Erth eine Chinesin geheiratet hat, wurde er zum Schwimm-Headcoach berufen. Der City of Sydney Aquatic Club ist eine leistungsstarke Startgemeinschaft der besten Schwimmer mehrerer Vereine, die der Vorgänger der aktuellen SGO-Trainerin Janina Braun als Headcoach leitet. Zudem ist er „Director of Swimming“ an der Sydney Boy School. „In Sydney werden die jungen Schwimmer viel mehr gefördert als hier, sagt SGO-Vorsitzende Hilde Bergmann. So seien ihre Sportler beispielsweise schon ein wenig neidisch gewesen, als die Australier im Nettebad mit einem elektronischen Gerät gearbeitet hätten, das die Startfrequenz im Training vorgibt.

Am vergangenen Samstag trafen die Athleten aus „Down Under“ ein. Sie bleiben bis zu diesem Wochenende. Am Samstag und Sonntag nehmen sie im Nettebad an der Herbst-Kurzbahngala teil. Dann werden viele der elf- bis 16-jährigen Teilnehmer der großen Schwimmnation Australien auf dem Siegertreppchen erwartet. Anschließend besuchen die Gäste für knapp zwei Wochen Berlin und Paris, ehe die Osnabrücker ihre Gäste bei einem gemeinsamen Wettkampf in Bremen wiedersehen und dann vor deren Rückreise verabschieden.

Untergebracht sind die Australier in dieser Woche bei zahlreichen Eltern der SGO-Schwimmer, die ihre Englisch-Kenntnisse auffrischen können. „Am liebsten hätten sie alle bei unserem Joel Strauß gewohnt“, sagt Bergmann mit einem Lächeln. Der 17-Jährige hatte jüngst die Sommerferien in Australien verbracht, dabei viel trainiert und offenbar große Sympathien geerntet. Neben dem Training bieten die Gastgeber an jedem Tag Programm wie eine Stadtrundfahrt im Doppeldecker mit Ansagen in englischer Sprache, Action im Kletterwald im Nettetal und ein Besuch des Zoos samt eines anschließenden Gemeinschaftsessens.

Beim Kennenlernen einer neuen Kultur überraschte die australischen Jugendlichen besonders, dass in Deutschland keine Helmpflicht besteht und sich eher wenige Erwachsene auf zwei Rädern adäquat schützen.

Die australischen Gepflogenheiten lernen die Osnabrücker im Gegenzug im kommenden Januar kennen. Dann starten 18 SGO-Schwimmer einen Gegenbesuch samt Training, Sightseeing und einer Outback Tour.