Osnabrücker vor Bundesliga-Finale Altrup: Nach fünf Rennen an einem Tag komplett im Eimer

Von Christian Detloff

Volle Kraft voraus heißt es beim Bundesligafinale für die Osnabrücker Jan Altrup (3. v. l.), Christian Sieling (3. v. r.) und Jan-Hinrich Krumwiede (r.). Foto: privatVolle Kraft voraus heißt es beim Bundesligafinale für die Osnabrücker Jan Altrup (3. v. l.), Christian Sieling (3. v. r.) und Jan-Hinrich Krumwiede (r.). Foto: privat

Hamburg. Wenn an diesem Wochenende die Ruder-Bundesliga-Saison mit dem fünften Renntag endet, hat ein Osnabrücker Sextett auf der Hamburger Binnenalster am Neuen Jungfernstieg ein „Heimspiel“.

Jan Altrup (26), Jan-Hinrich Krumwiede (26), Steuerfrau Jannike Domnick (25), Tilo Hocke (24), Andreas Bergmann (31) und der nach 20 Jahren Ruderpause wieder aktive Christian Sieling (35) gehören zum „Team Lombardium“, das eine Erst- und eine Zweitliga-Mannschaft stellt. Erstere Vier sind Stamm-, die übrigen Teilzeitkräfte der ersten Mannschaft, die einen beachtlichen neunten Platz unter 15 Booten belegt und somit bester Aufsteiger ist.

Alle Sechs hat es aus Studien- oder Job-Gründen nach Hamburg gezogen. Im renommierten Ruder-Club Allemania von 1866 Hamburg, der jüngst zwei Herren-Weltmeister stellte, frönen die ehemaligen Leistungskräfte des Osnabrücker Rudervereins weiter auf hohem Niveau ihrem liebsten Hobby. „In jedem Boot sitzen ehemalige Mitglieder der Nationalmannschaft“, sagt Altrup, der 2006 und 2007 Bronze bei den Deutschen Sprintmeisterschaften gewann.

Arne Simann aus Hannover, einer der beiden Bundesliga-Initiatoren, hatte früher den Osnabrücker Achtercup organisiert. Auf diesem Konzept beruhen auch die Bundesliga-Renntage mit fünf Sprintrennen über jeweils 350 Metern á etwa 53 Sekunden. „Die Belastung ist an einem Renntag enorm. Auch richtig zu regenerieren, muss geübt sein. Nach dem fünften Rennen ist man komplett im Eimer“, beschreibt Altrup, der einst am Ratsgymnasium unter Trainer Harro Lehmann den Bundessieg bei „Jugend trainiert für Olympia“ im Gig-Doppelvierer gelandet hatte und sich später unter dem ehemaligen ORV-Trainer Tobias Rahenkamp sportlich weiterentwickelte.

Der Team-Kapitän des Bundesligamannschaft war 2008 der erste Osnabrücker im Ruder-Club Allemania. Viermal war er seit 2009 als Zweitligist knapp am Erstliga-Aufstieg gescheitert. „Bei unserer allerersten Ausscheidung hatte nur eine Zehntel Sekunde gefehlt – da war es bei einigen Leistungsträgern längerfristig um die Motivation geschehen“, erinnert er sich. In der vergangenen Saison zog der Klub als Nachrücker in die höchste Liga ein. In diese startet ab 2015 mit Wilfried Arnoldi (23) ein weiterer Osnabrücker im Lombardium-Team, während Tilo Hocke (Umzug aus beruflichen Gründen) ausscheidet.