Richtungsstreit im Basketball BBC: Scherz geht in die Offensive

Meine Nachrichten

Um das Thema OS-Sport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Jörg Scherz geht in die Offensive. Der Vorsitzende des neuen BBC Osnabrück hat sich öffentlich über die Beweggründe zum Abschied aus dem OSC vor einem Monat und der Gründung eines reinen Basketball-Vereins geäußert. Scherz übt dabei Kritik am Gesamtvorstand, an der Geschäftsführung und den Verantwortlichen der GiroLive-Panthers, der Zweitligamannschaft des Großvereins. Der OSC hält sich bedeckt und nimmt nur zurückhaltend Stellung zu dem Konflikt.

Keine Seite bestreitet, dass es schon länger atmosphärische und kommunikative Störungen gab. Unterschiedliche Sichtweisen in der Konzeption des Zweitliga-Damenteams, aber auch bei der Besetzung der Trainer- und Spielerposten in der neuen weiblichen U17 haben die Streitigkeiten verschärft.

Scherz hatte mit der U17 des OSC in der Weiblichen Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (WNBL) Anfang Mai den Titel gewonnen . Dann trat er als Trainer zurück und schlug nach eigenen Angaben der Abteilung vor, sich um die weibliche U11 und allgemeine Förderung der Basketball-Jugend zu kümmern.

Scherz legte Christian Kaiser, dem Trainer der Zweitligadamen, ein Konzept zur Neuausrichtung der Panthers und der OSC-Nachwuchsarbeit vor: Die U-17-Meister sollten mit wenigen kostenträchtigen Verpflichtungen zum Zweitligateam gemacht werden. Vier von fünf Mitgliedern des Abteilungsvorstands unterstützten die Anliegen von Scherz; nur Kaiser hielt sich als Mitglied des Gremiums zunächst bedeckt. Aus dem U-17-Kader rückten nun Annemarie Potratz und Tonia Dölle in den Zweitligakader vor.

Um den aus dem WNBL-Team ausgeschiedenen Spielerinnen des Jahrgangs 1997 eine Perspektive aufzuzeigen, formierten Scherz & Co. um diese die zweite Damen-Mannschaft (2. Regionalliga). Auch die Spielerinnen des nun älteren NWBL-Jahrgangs sollten hier Erfahrungen sammeln. Laut Scherz lehnte der Gesamtvorstand das konkrete Konzept ab.

Jens Priesmeyer, Albert Wille, Andrea Dransmann und Helmut Beller wurden Mitte Juni von ihren Abteilungsämtern entbunden. Christian Kaiser, der sich nicht zu den Vorgängen äußern will, ist nun kommissarischer Abteilungsvorsitzender. Scherz kritisiert, dass nicht alle Gesamtvorstandsmitglieder in die Diskussion eingebunden worden seien.

Das Fass zum Überlaufen brachte aus BBC-Sicht die Mitteilung vom Vereinsvorstand und der Geschäftsführung, dass die zurückkehrende Panthers-Spielerin Juliane Höhne die weibliche U17 und U15 übernimmt. Scherz und die abgesetzten Mitglieder des Abteilungsvorstands fühlten sich vor den Kopf gestoßen. Anfang Mai hatten sie Werner Gorsky als neuen U-17-Trainer und Bent Freiwald als „Ko“ installiert. Die ersten drei Trainingswochen des neuen WNBL-Teams waren absolviert, als Gorsky mitgeteilt wurde, weiterhin nur Ko-Trainer zu sein. Gorsky trat zurück, die Spielerinnen kündigten an, den Verein zu verlassen. Das nahmen Scherz, Tobias Osterbrink und Mathias Ahlert zum Anlass, den BBC zu gründen .

Neben der neuen U17 haben sich OSC-Spielerinnen des 96er- und 97er-Jahrgangs dem BBC angeschlossen, ebenso die männliche U14, U16 und U18. Neben Scherz und Osterbrink wechselten die Trainer Gorsky, Freiwald, Andrea und Saskia Dransmann, Maya Girmann, Dennis Lindsay und Christian Klein zum BBC.

Der BBC bat Hans Thiel – vor Kurzem zurückgetretenen Präsidenten des Niedersächsischen Basketball-Verbandes – und Felix Wilker als langjährigen Sportwart im Unterbezirk Osnabrück um Vermittlung. Beide trafen sich mit dem OSC-Vorsitzenden Thomas Levien und Stellvertreter Bernd Altenhoff.

Der neue BBC möchte, dass der OSC den Platz in der WNBL oder den in der. 2. Regionalliga für die Saison 2014/15 an den BBC abtritt. Der OSC lehnte ab und entschied sich, eigene Teams ins Rennen zu schicken – zum Bedauern auch von Vermittler Thiel. „Wir sind traurig, dass der OSC nicht gesprächsbereit ist und sich so darauf fokussiert, mit beiden Mannschaften anzutreten – offenbar egal, wie stark die Besetzung ist“, so Scherz, der weiter gesprächsbereit ist.

Abs, der mit Panthers-Managerin Julia Riethmüller die OSC-Geschäfte führt, betont, dass „wir ordentliche Teams stellen werden“. Auch die Zusammensetzung der Panthers befürwortet er: „Wir wollen stetig Talente in die erste Mannschaft einbauen, was ja auch geschieht. Der Sprung aus der U17 ist aber so groß, dass es auch eine Reihe von erfahrenen Spielerinnen braucht, an denen sich die Talente orientieren und hochhangeln können.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN