Osnabrücker Klub hat große Ziele HSG-Handballer wollen von Studenten lernen

Wermutstropfen: Die Trainer Jörg Elbel (links) und Volker Krems verabschieden sich zum Saisonende. Fotos: Moritz Frankenberg/Jörn MartensWermutstropfen: Die Trainer Jörg Elbel (links) und Volker Krems verabschieden sich zum Saisonende. Fotos: Moritz Frankenberg/Jörn Martens

Osnabrück. Die HSG Osnabrück kooperiert ab sofort mit dem Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität. Von der Zusammenarbeit sollen sowohl die Handballer als auch die Studenten einen Nutzen haben.

„Die Universität kann von uns in vielerlei Hinsicht unterstützt werden, genauso wie wir von ihren wissenschaftlichen Erfahrungen profitieren können“, freut sich HSG-Vorsitzender Helmut Münnich. „Das wird ein Riesenfortschritt für uns und die Uni“, ist sein Bruder Wolfgang Münnich überzeugt, der als stellvertretender Vorsitzender die Geschicke der Spielgemeinschaft mitlenkt. „Der primäre Punkt ist, von den Studenten zu lernen“, sagt er. Zwar habe die HSG schon viele Übungsleiter mit Trainerlizenzen, aber auch manche Eltern, die einspringen und eine Mannschaft übernehmen, wenn sich niemand anderes findet. Etwa in der Trainingsmethodik könnten die Studenten den Handballern zusätzliches Wissen vermitteln und sie bei den Einheiten unterstützen. Im Gegenzug sammelten die Studierenden praktische Erfahrungen.

Für die Uni sei der Verein ein attraktiver Partner, findet Peter Elflein. „Die HSG ist in allen Belangen gut aufgestellt“, sagt der geschäftsführende Direktor des Instituts für Sport- und Bewegungswissenschaften und bescheinigt der Spielgemeinschaft eine breite Ausprägung „vom Breitensport bis hin zum Leistungsgedanken über alle Altersklassen“. Ziel sei es, auf Dauer zwei Mannschaften in jeder Jugend zu stellen, sowohl männlich als auch weiblich, so Münnich. „Wenn wir Leistungssport betreiben wollen, brauchen wir qualifizierte Trainer. Die dazuzukaufen, können wir nicht finanzieren, also müssen wir unsere Trainer weiterbilden.“

Die HSG hat große Ziele: „Langfristig wollen wir Nummer eins in der Region werden“, sagt der stellvertretende Vorsitzende, „aber das geht nur stückweise“. Die Herren sollen eines Tages in der Oberliga auflaufen. Zurzeit dauert noch die Etablierungsphase in der Verbandsliga an. Vier Spieltage vor Schluss steht die HSG mit je neun Siegen und Niederlagen sowie zwei Unentschieden auf Rang acht. Mit Blick zur Tabellenspitze geht nichts mehr, von einer Abstiegsgefahr sind die Osnabrücker aber ebenfalls weit entfernt. „Mit einem guten Mittelfeldplatz sind wir in dieser ausgeglichenen Liga zufrieden“, sagt Wolfgang Münnich.

Eine Baustelle gibt es bei den Herren trotzdem: Volker Krems und Jörg Elbel haben zum Saisonende ihren Abschied angekündigt. Dass das Trainerduo nach sechs Jahren im Amt kürzertreten will, „kann man nachvollziehen, aber wir sind trotzdem traurig, weil beide gute Arbeit machen“, sagt Wolfgang Münnich. Elbel wird sich im weiblichen Nachwuchsbereich weiter engagieren, und auch bei Krems hofft die HSG, „dass er uns in irgendeiner Form erhalten bleiben wird. Er ist aus dem Verein nicht wegzudenken.“ B-Lizenz-Trainer Christoph Griefingholt, der vor drei Jahren mit vier Spielern die zweite Mannschaft ins Leben rief und bis in die Weser-Ems-Liga führte, rückt auf. „Christoph kennt die Strukturen, die Jugend und die Systeme, die wir spielen. Gleichzeitig wird er neue Ansätze reinbringen“, sagt Münnich, „er kann die Lücke schließen.“

Bei den Damen geht die HSG ebenfalls in die Offensive und peilt den Sprung von der Weser-Ems- in die Landesliga an. Dort spielt als regionales Aushängeschild der TV Bohmte, „da können wir ganz schnell die Nummer eins werden“, so Münnich. Nachwuchs ist vorhanden: Die weibliche C-Jugend spielte in dieser Saison erstmals in der Landesliga mit. „Da kommen noch einige starke Jahrgänge nach, es bewegt sich einiges. Der Mädchenhandball ist wieder sehr stark im Kommen“, sagt Münnich. Der HSG kann es recht sein: „Wenn man Klasse haben will, braucht man Masse.“

Auch bei den Jungen soll sich eine Leistungsspitze mit solidem Unterbau entwickeln: Die HSG will von der C- bis zur A-Jugend „mindestens in der Landesliga“ mitmischen. Die männliche B-Jugend habe sich dafür bereits qualifiziert. Bei der A-Jugend habe er „keine Bedenken“, sagt Münnich, der viele Vorteile sieht in dem Konstrukt der 2006 im Jugendbereich gegründeten Handballspielgemeinschaft aus OSC und SV Rasensport, die später auf den Seniorenbereich ausgeweitet und um den SV Hellern ergänzt wurde. „Wir haben heute mehr Mannschaften als früher. Das hätten die einzelnen Vereine nicht geschafft.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN