Schmerz geht, Stolz bleibt 88 Gipfelstürmer kommen beim Piesberg Ultra-Marathon ins Ziel


Osnabrück. Sie quälten sich über 55,2 Kilometer und hatten auch noch Spaß daran: 88 Läufer haben den Kampf gegen Höhenmeter und Treppenstufen gewonnen und den 2. Piesberg Ultra-Marathon (PUM) beendet.

„Das ist schon ein verrücktes Volk“, sagte Lutz Hethey aus der Geschäftsführung des Vereins Helpage, dessen Ehrenamtliche auf dem Gipfel eine Getränkestation betreuten. 80 Liter Wasser waren schnell verbraucht. Hethey holte 60 Liter nach, zum Dank der Läufer, die den zusätzlichen Versorgungspunkt am oberen Ende der steilen Treppe zu schätzen wussten. Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad schlauchten die Sportler zusätzlich zur anspruchsvollen Strecke.

Jürgen Bultmann ließ sich davon nicht bremsen. Fünf Stunden und 27 Minuten brauchte der Nienburger, bevor er als Erster ins Ziel lief. Die Frauen-Konkurrenz, in der alle zwölf Starterinnen ins Ziel kamen, gewann Manuela Köhne vom BSV Holzhausen. Sie benötigte 6:36 Stunden. Bei den Männern war Carlos Souza in 5:53 Stunden der schnellste Läufer aus der Region. „Ein erster Platz ist anscheinend nicht drin“, sagte er und konnte dennoch lachen. Wie im Vorjahr wurde Souza Zweiter und war damit bestens zufrieden, auch wenn er seine vorgelegte Zeit nicht unterbieten konnte. „Die Strecke war einen Kilometer länger, es war viel wärmer. Platz zwei ist kein Drama“, sagte Souza.

Anders gestimmt war Günter Liegmann. Nach nicht einmal sechs Stunden hatte der PUM-Organisator die Sportanlage der Spielvereinigung Haste erreicht, allerdings außerhalb der Wertung. Nach vier Runden war er ausgestiegen, der Kreislauf machte nicht mehr mit. „Es war nicht mein Tag und deshalb vernünftiger auszusteigen“, sagte Liegmann enttäuscht, „dass die Läufer mit der Veranstaltung zufrieden waren, ist nachher aber wichtiger als mein Finish.“ Organisator Hans-Werner Rehers, der im vergangenen Jahr vorzeitig aufgegeben hatte, hielt dieses Mal durch.

„Der Schmerz geht, aber der Stolz bleibt“ – dieses Motto trug Werner Goldkamp auf dem T-Shirt, eigentlich bezogen auf den Hamburg-Marathon, an dem der Hollager schon mehrfach teilgenommen hat, aber beim PUM „passt es umso mehr“, befand er. Als Vorbereitung auf den nächsten Marathon in der Hansestadt Anfang Mai drehte Goldkamp nur einige Trainingsrunden am Piesberg. „Wenn man das sechsmal macht, ist das schon heftig“, sagte er mit Respekt für seinen Lauf-Kameraden Lars Crusius, den er beim PUM motivieren wollte.

„Die ersten dreieinhalb Kilometer auf den Gipfel sind die härtesten. Danach kann man es ein bisschen ausrollen lassen“, bewertete Crusius die Strecke. „Dabei sein ist alles, Durchhalten ist heute das Ziel“, sagte der Vorjahressechste auf seiner fünften von sechs Runden. „Es macht schon Spaß, aber wenn man abends zu Hause die Füße hochlegt, weiß man, was man geschafft hat.“

Das galt auch für Klaus Neumann (100 Marathon-Club), der für die weiteste Anreise (aus Stuttgart) einen Sonderpokal erhielt. Senior Master wurde der 72-jährige Burckhard Struwe von der BSG Springorum aus Bochum, Junior Master wurde Kevin Püschel von den Heseper Rennschnecken. Die „Rote Laterne“ verteidigte Claudia Cavaleiro (OSC Waldniel/100 MC) mit einer reinen Laufzeit von knapp 10 Stunden.

Weiter Bilder vom 2. Piesberg Ultra-Marathon gibt es hier.


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