Hart, härter, Ultra-Marathon 111 Läufer wollen Piesberg bezwingen

Der Piesberg Ultra-Marathon lockt mit sechsmal 517 Stufen, denen sich auch die Organisatoren Günter Liegmann (links) und Hans-Werner Rehers stellen. Foto: Johannes KapitzaDer Piesberg Ultra-Marathon lockt mit sechsmal 517 Stufen, denen sich auch die Organisatoren Günter Liegmann (links) und Hans-Werner Rehers stellen. Foto: Johannes Kapitza

Osnabrück. Die Organisatoren Günter Liegmann und Hans-Werner Rehers machen kein Geheimnis daraus, worauf sich die 111 Läufer beim 2. Piesberg Ultra-Marathon (PUM) einlassen: „Hart, härter, PUM“ heißt einer ihrer Slogans. Die Zeit ist zweitrangig, das einzige Ziel: überhaupt ankommen.

34 „Finisher“ der Premiere im Vorjahr haben erneut für den PUM gemeldet. Sie wissen, was sie erwartet, wenn Osnabrücks Ratsvorsitzender Josef Thöle am Samstag, 29. März, um 10 Uhr an der Anlage der Spielvereinigung Haste wieder den Startschuss für die Distanz von 55,2 Kilometern gibt.

Wegen einer Änderung der Route „bekommen die Läufer in diesem Jahr sogar 900 Meter mehr für ihr Startgeld“, sagt Liegmann. Was den Lauf so „ultra“ macht, sind nicht die knapp 13 Kilometer mehr als bei einem normalen Marathon, sondern die 1740 Höhenmeter und 3102 Treppenstufen, die auf sechs Runden zusammenkommen. „Die Treppe wird gefühlt mit jeder Runde steiler und länger“, sagt Liegmann, „selbst das Gehen, ohne zwischendurch zu verschnaufen, wird immer schwieriger.“ Aber Ultra-Läufer suchen die Herausforderung, und „es macht ja auch Spaß“.

Das finden anscheinend auch die Sportler: Nach 64 Startern im vergangenen Jahr wagen sich dieses Mal 111 auf die Strecke. Auch aus den Niederlanden und den USA haben sich Teilnehmer angemeldet. Chancen, ganz vorne einzulaufen, hat ein Osnabrücker: „Carlos Souza von den ,Sockenräubern‘ ist letztes Mal Zweiter geworden. Der ist wirklich eine Rakete“, meint Rehers. Die Platzierungen seien beim Ultra-Marathon allerdings zweitrangig, erklärt Liegmann: „Da applaudiert der Erste noch dem Letzten. Alle haben Respekt vor den Mitläufern und gucken nicht nur auf die Zeiten.“

Zwischen fünf und neun Stunden werden die Läufer benötigen. Genügend Spielraum, damit sich Zuschauer an der Strecke einfinden, um die Läufer anzufeuern. „Auf den Startnummern stehen auch die Namen. Man kann die Läufer also auch anlügen und nach der fünften Runde noch sagen: Du siehst aber gut aus“, sagt Rehers mit einem Augenzwinkern.

Über Unterstützung freuen sich die Organisatoren auch hinter den Kulissen: Bei der Spielvereinigung Haste, der Stadt und dem Betreiber der Plattform laufen-os.de sind Liegmann und Rehers ebenso auf offene Ohren gestoßen wie bei Sponsoren. Der Überschuss kommt dem Projekt „Jede Oma zählt“ des Vereins Help-Age zugute. Mitstreiter der Initiative helfen im Gegenzug mit einem zweiten Verpflegungsstand auf dem Piesberg-Gipfel .

Den sah Rehers im vergangenen Jahr nur dreimal. Dann stieg er vorzeitig aus. „Eine Katastrophe. Ich hätte mal lieber weiterlaufen sollen“, sagt er heute und will die Herausforderung in diesem Jahr noch einmal annehmen. „Das Finisher-Shirt ist wieder so toll geworden – dafür lohnt es sich, sich zu quälen.“ Und alle, die davon nicht genug haben, können sich aufs nächste Jahr freuen: „3. PUM am 18.4.2015 – ich bin dabei“ steht hinten auf dem Trikot. Wer es tragen darf, weiß ja, worauf er sich einlässt.


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