Bronze knapp verpasst Glandorfer Taekwondo-Kämpferin überzeugt bei WM

Von Annelene Starmann

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Ehrgeizige Kämpferin: Lina-Maria Huse. Foto: StegemannEhrgeizige Kämpferin: Lina-Maria Huse. Foto: Stegemann

Glandorf. Lina-Maria Huse vom SC Glandorf hat bei der Taekwondo-Weltmeisterschaft in Italien den vierten Platz erreicht. Dabei hatte die 19-Jährige ursprünglich überhaupt keine Lust auf den Kampfsport gehabt.

Eigentlich hatte Lina-Maria Huse Schwimmerin werden wollen. Wegen der großen Nachfrage verhängte der SC Glandorf 2002 allerdings einen Aufnahmestopp. Für Huse schien eine Welt zusammenzubrechen. Stattdessen zum Taekwondo, wie es sich ihre Mutter wünschte? „Niemals“, dachte sich die damals Achtjährige. Schließlich schaute sich doch bei einem Training vorbei – und war sofort gefangen von dieser koreanischen Kampfsportart.

Und heute? In dieser Woche ist die mittlerweile 19-Jährige von der Weltmeisterschaft in Italien zurückgekehrt. Es war ihre erste WM, und in ihrer Parade-Disziplin Kata, dem Kampf gegen einen imaginären Gegner, verpasste sie Bronze nur knapp. „Ein wenig enttäuscht war ich zunächst schon“, meinte Lina-Maria Huse. „Ich hätte gern auf dem Siegertreppchen gestanden. Aber die Eindrücke, die ich gewonnen habe, waren fantastisch. Und letztlich ist ein vierter Platz bei einer WM sehr gut.“

Für ihren Heimatverein SC Glandorf kämpft sie immer noch, mittlerweile wohnt sie aber in Kattenvenne. Im Frühjahr schaffte sie ihr Abitur am Gymnasium Loburg in Ostbevern. Im Januar beginnt die Kampfsportlerin eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in Münster. Vor Wettkämpfen trainiert sie dreimal pro Woche. Zudem leitet sie eine Taekwondogruppe von Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren.

Taekwondo bestimmt längst das Leben von Lina-Maria Huse, durfte sie sich doch bereits über große Erfolge wie die deutsche Meisterschaft 2010 und den Vize-Titel 2011 freuen. Bis zum Schwarzgurt, 3. Dan, hat es die Kattenvennerin gebracht.

Im vergangenen Jahr aber erlitt sie einen Rückschlag: Zunächst riss ihr ein Kreuzband. Zwei Knie-Operationen folgten. „Ans Aufhören habe ich nie gedacht“, versichert die 19-Jährige. Sie kämpfte sich zurück und sammelte Anfang des Jahres bei einem WM-Qualifikationsturnier in Wilhelmshaven wieder erste Punkte. Nach einem zweiten Platz bei einem weiteren Wettkampf in Frankenthal hatte die Abiturientin das Ticket für die WM des World-Karate and Kickbox-Council (WKC) im süditalienischen Bari gelöst.

Auf eigene Kosten machte sie sich auf den Weg. Mit einer weiteren deutschen Teilnehmerin startete sie in der Klasse der Dan-Trägerinnen von 19 bis 35 Jahren als eine der jüngsten Athletinnen.

Trotz großer Nervosität überstand Huse die Vorrunde sicher. Im Finale hinterließ sie vor der internationalen Jury einen glänzenden Eindruck. 0,5 Punkte fehlten zum dritten Platz. „Ein so knappes Ergebnis, das ist schon ärgerlich“, sagt Huse. Bundestrainer Axel Nobbe aus Bad Rothenfelde aber lobte sie: „Lina-Maria hat eine ausgezeichnete Vorstellung abgeliefert. Sie kann stolz auf sich sein.“


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