Nikolic: So bleiben wir in der 2. Liga Bad Laer unterliegt Oythe nach kämpferisch starker Leistung 1:3

Von Lennart Albers

Voller Einsatz: Michelle Bollien (vorne), Alina Hellmich und Franziska Stricker (Nr. 6) warfen alles rein, konnten den Ball aber nicht mehr retten. Foto: Swaantje HehmannVoller Einsatz: Michelle Bollien (vorne), Alina Hellmich und Franziska Stricker (Nr. 6) warfen alles rein, konnten den Ball aber nicht mehr retten. Foto: Swaantje Hehmann

Bad Laer Nach der achten Niederlage am Stück müsste bei den Zweitliga-Volleyballerinnen vom SV Bad Laer eigentlich die Abstiegsangst größer werden. Trotz der 1:3-Heimpleite gegen den VfL Oythe stand am Ende aber eine andere Erkenntnis: Wir können es doch noch.

Das lag vor allem an der beherzten Art und Weise, wie sich die Bad Laererinnen über das gesamte Spiel gegen den Tabellenvierten, der vor allem körperlich klar überlegen war, präsentierten. „Wir haben unsere beste Leistung in diesem Kalenderjahr gezeigt. Kämpferisch war das in jedem Satz sehr gut“, lobte Trainer Zoran Nikolic den Einsatz und die Körpersprache seiner Spielerinnen. Ähnlich sah es die überzeugende Außenangreiferin Johanna Müller: „Die Niederlage ist ärgerlich, hat uns aber gezeigt, dass wir mehr draufhaben als zuletzt gezeigt. Wir nehmen hieraus ein positives Gefühl mit.“

Ärgerlich war vor allem die knappe 23:25-Niederlage im ersten Satz, in dem Aufschlagfehler und fehlende Absprachen in der Annahme die Gastgeberinnen die entscheidenden Punkte zum Satzgewinn gekostet haben. „Uns hat da einfach die Erfahrung gefehlt. Das ist aber schon immer unser großes Defizit – weshalb wir über andere Bereiche kommen müssen“, meinte Nikolic und verwies auf den qualitativ hochwertigen Kader der Oytherinnen, der unter anderem Spielerinnen aus den USA, Kanada und Polen umfasst.

Mit diesen anderen Bereichen meinte Nikolic zum Beispiel die gute Annahme, in der Alina Hellmich glänzte. Dies zeigte sich dann auch im zweiten Durchgang, den Bad Laer überraschend souverän mit 25:21 gewann. „Dieser Satz war ganz wichtig für uns. Der ist richtig gut für das Selbstvertrauen“, befand Müller. In den vier Spielen zuvor war die Mannschaft jeweils ohne Satzgewinn geblieben. Entsprechend groß und fast schon erlösend war dementsprechend auch der Jubel nach dem Ausgleich.

In den Sätzen drei und vier hielten die Gastgeberinnen zwar weiterhin konstant mit, am Ende aber kompensierten sie ihre körperliche Unterlegenheit und die mangelnde Erfahrung nicht. Oythe fuhr durch ein 25:21 und 25:20 den Auswärtssieg ein.

„Es haben heute wieder einmal alle bewiesen, dass sie auf diesem Niveau mithalten können. Wir brauchen nur einfach Zeit – die wir allerdings leider nicht haben“, erkannte Nikolic. Die ausschlaggebenden Faktoren wie Erfahrung und Körperlichkeit ließen sich eben nicht trainieren. Hinzu kommt, dass mit Kapitänin Franziska Bentrup und Sara Szmuk weiterhin zwei Leistungsträgerinnen ausfallen. Folglich kamen auch gegen Oythe wieder vier Spielerinnen aus dem Jahrgang 2001 zum Einsatz.

Bis zu den Abstiegsrängen hat Bad Laer nun nur noch drei Punkte Vorsprung. Zweier Siege aus den letzten sechs Spielen bedarf es also wohl noch, um den Klassenerhalt endgültig zu sichern. Diese soll es möglichst schon in den kommenden beiden Auswärtsspielen gegen Stralsund und den punktlosen Tabellenletzten Schwerin geben. „Wir wollen nicht groß rechnen oder hoffen, dass sich andere gegenseitig die Punkte wegnehmen. Insbesondere gegen Schwerin ist ein Sieg daher Pflicht. Wir schauen jetzt aber wieder positiv nach vorne – und glauben wieder voll an uns“, meinte Müller nach dem Spiel selbstbewusst.

Und auch Trainer Nikolic lässt keine Zweifel aufkommen, dass der in der Hinrunde bereits sicher geglaubte Klassenerhalt doch noch scheitern wird: „Mit der Leistung, die wir heute gezeigt haben, bin ich absolut davon überzeugt, dass wir in der2. Bundesliga bleiben.“


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