„Ein vergleichbares Turnier gibt es nicht“ 734 Kämpfer beim Crocodiles Cup – ein Starterrekord

Peter Vorberg

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Osnabrück 734 Kämpfer aus rund 140 Vereinen aus dem In- und Ausland sorgten für einen Teilnehmerrekord beim Judo-Crocodiles-Cup für U-12- und U-15-Junioren in der vollen Domsporthalle. Auf den sieben Wettkampfmatten war nicht nur Masse, sondern auch reichlich Klasse am Werk.

„Das ist das bestbesetzte deutsche Turnier dieser Altersklassen“, erklärte Milan Disovic vom Spitzenverein TSV München Großhadern, warum dieser die weite Reise auf sich genommen hatte. „Ein vergleichbares Turnier gibt es nicht“, sagte Landestrainer Marc Blödorn. „Man tauscht sich aus mit anderen Landes- und Vereinstrainern und sieht viele tolle Talente“, sagte Blödorn zur großen überregionalen Bedeutung des Crocodiles Cups.

Tolle Bedingungen und ein super Helferteam

38 Gewichtsklassen (19 weiblich, 19 männlich) wickelte das Organisationsteam um Jürgen und Birgit Füchtmeyer, Sandra Wurm, Christoph Glüsenkamp, Teja Ahlmeyer und Gerd Müller ab. Eine Mammutaufgabe, wie Jürgen Füchtmeyer, der das Turnier in den letzten 40 Jahren stets begleitete, zugab. „Am Anfang war es ein kleines Weihnachtsturnier mit etwa 80 Teilnehmern, jetzt stoßen wir an unsere absoluten Grenzen.“ Dem sechsköpfigen Kernteam standen rund 50 junge Helfer und 27 Kampfrichter zur Seite, die beim Wiegen, im Kampfgericht und bei der Zeitnahme ihre Arbeit verrichteten. „Wir haben ein tolles Team“, lobte Ahlmeyer als Cheftrainer und Vorsitzender. „Wir haben hier in der Domsporthalle tolle Bedingungen“, freut sich Füchtmeyer über den perfekten Rahmen, der nahezu einzigartig in ganz Deutschland ist mit einer solch großen durchgängigen Kampffläche.

Der perfekte Ablauf und die vielen hochwertigen Kämpfe locken

Zusätzlich gab es nach dem Cup noch einen Trainingstag am Sonntag, für den etwa 200 Mädchen und Jungs nach weiter Anreise gerne eine zusätzliche Nacht in Osnabrück verbrachten. „Die Bedingungen hier sind richtig, richtig gut. Alles läuft perfekt für so viele Teilnehmer. Wir kommen seit Jahren gerne zu unserem befreundeten Verein, den Crocodiles“, verteilte Milan Disovic aus Großhadern fleißig Komplimente. Lob gab es auch von den französischen und russischen Gästen aus Le Havre und Twer. „Wir sind zum dritten Mal hier, und es ist ein fantastisches Turnier auf einem sehr, sehr hohen Level“, sagte Thomas Destin aus Le Havre.

Bücker wird Zweiter, Chenine Dritter

Von den Judoka der Crocodiles mischte diesmal „nur“ Lilian Bücker vorne mit. Sie belegte Rang zwei in der weiblichen U15 bis 33 Kilogramm. Bei den Jungs gab es im Vergleich viel größere Starterfelder, das Weiterkommen war schwerer. Dritter der U12 bis 34 Kilogramm wurde Karim Chenine. Der Zehnjährige steht bei Blödorn bereits dick im Notizblock. „Er ist sehr angriffslustig, sehr aktiv, für sein Alter außergewöhnlich.“ Chenine, der seinen Viertelfinalkampf verlor, kämpfte in der Trostrunde weiter und gewann dort alle drei Duelle, zuletzt gegen den stark eingeschätzten Russen Timofei Arkhipov aus Twer. „Erst war ich traurig, als ich rausgeflogen war. Ich habe dann aber gehört, dass ich noch Dritter werden kann, und war wieder motiviert Dritter von 46 Teilnehmern, ich bin zufrieden“, strahlte Chenine übers ganze Gesicht.

Thilo Meyer verlor in der U15 bis 46 Kilogramm das Finale der Trostrunde durch „Ippon“ und wurde Fünfter. Sein Gegner Bent Sachse (Witten) hatte ihn auf die Schulter gelegt. Mit dem anvisierten Sieg wurde es nichts, die Laune des 12-Jährigen war deshalb zwiegespalten. „Ein positives Gefühl hätte ich gehabt, wenn ich gewonnen hätte.“

Einen spektakulären Kampf lieferte sich Thorge Klöcker in der zweiten Runde der U15 bis 50 Kilogramm mit Falusi Honor (Hamburg). Dieser war erst nach einer vierminütigen „GoldenScore-Verlängerung“ beendet. Besonderes Pech: Vor dem Kampf hatte Klöcker nach langer Warterei fast schon gewonnen, da sein Gegner trotz dreimaligen Aufrufs nicht auf der Matte stand, dann im Kampfanzug eines anderen Kämpfers vom Kampfgericht jedoch doch noch zugelassen wurde.

Ahlmeyer: „Der ein oder andere hat sich unter Wert verkauft“

„Uns fehlt diesmal ein Oberkracher“, hatte Ahlmeyer bereits vor den Kämpfen gemutmaßt. „Der ein oder andere hat sich aber ein wenig unter Wert verkauft. Wir hatten viele junge Teilnehmer am Start. Alles in allem ist einiges an Potenzial auch bei diesen Jahrgängen bei uns vorhanden.“


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