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Einzelkämpfer ohne Callcenter Nacht des Sports: Emotionaler Moment für Veranstalter Pisker

Emotionaler Moment: Thorsten Pisker (rechts) zeigt mit Henning Hacker das Triktot des VfR Voxtrup.Foto: FrankenbergEmotionaler Moment: Thorsten Pisker (rechts) zeigt mit Henning Hacker das Triktot des VfR Voxtrup.Foto: Frankenberg 

Osnabrück. Es dürfte außergewöhnlich sein, dass der Veranstalter einer Sportgala selbst eine Ehrung samt Laudatio und Präsent erhält – auch zum 10. Geburtstag des Events. Für Thorsten Pisker als Hauptorganisator der Leo-Awards war am letzten Freitag die unangekündigte Lobrede von Erik Ropken, Fußballobmann des VfR Voxtrup, noch aus einem anderen Grund ein hochemotionaler Augenblick.

„Ich habe meine Kindheit an der Wasserwerkstraße verbracht. Mein Vater hatte zuvor lange in der Oberliga-Mannschaft des Vereins gespielt. Vor fünf Jahren ist er gestorben. So schloss sich für mich ein Kreis“, erinnert sich Pisker an den Moment, als Ropken ihm ein VfR-Trikot mit der Aufschrift „Danke für 10 Jahre Leo“ überreicht hat. Im Namen der Sportszene in Osnabrück Stadt und Land zollte Ropken dem 41-Jährigen Respekt für die langfristige Etablierung eines Events, das begeistert: Weil es herausragende Athleten in stilvollem Ambiente zusammenbringt.

„Mir geht einfach das Herz auf, wenn ich diese ehrliche Freude sehe, wie bei den Triathletinnen der TSG Burg Gretesch als weibliche Mannschaft des Jahres oder bei den Igelbrink-Brüdern als beste Nachwuchssportler“, sagte Pisker. Bei der Organisation der Leo-Awards ist es ihm wichtig, nicht nur Sieger des Abends zu zählen: „Am meisten macht mich stolz, all diese tollen Sportler unter einem Dach zu sehen und zu beobachten, wie sie Kontakte knüpfen.“

Und auch Randsportarten ins Rampenlicht rücken können. Wie Kanufahrer Thomas Frese, der als zweitbester Sportler des Jahres auf der Bühne einen sympathischen Auftritt hinlegte, als er von täglichen Trainingseinheiten bei Wind und Wetter im Winter auf dem Mittellandkanal bei Bramsche berichtete – und zu seinem Coup bei der WM in Portugal locker bemerkte: „Eigentlich wollte ich ja aufhören – aber da ich jetzt schon Weltmeister bin, trete ich halt dieses Jahr auch bei der EM in Turin an.“


Über diese Dinge spricht man – weitgehend verborgen bleibt der Stress, den Pisker in den Tagen und Stunden vor der Veranstaltung durchlebt: Wenn eingeplante Laudatoren in letzter Minute absagen, nominierte Teams ihre Teilnahme wegen offenbar unaufschiebbarer Trainingstermine kurzfristig canceln, der DJ krank ausfällt und gleichzeitig Anrufer auf dem Handy auf den letzten Drücker Tickets ordern wollen. „Da bräuchte ich oft ein Callcenter“, sagte Pisker zu den Lebensgewohnheiten, die sich im letzten Jahrzehnt wohl in der Tat verändert haben.Im Jahr 2009 hat der ehemalige Niedersachsenliga-Fußballer des SV Bad Rothenfelde im Kurhaus der Salinenstadt erstmals den Leo verliehen – mit Henning Hacker, der weiter zum Orga-Team gehört, aus Zeitgründen aber nicht mehr so aktiv mithelfen kann wie früher. „Der Leo ist wie ein Fußballteam, das zu oft und zu schnell aufgestiegen ist: Die Veranstaltung ist seit 2009 extrem gewachsen – das Umfeld noch nicht“, lässt Pisker durchblicken, dass er weitere Leo-Partner ab der 11. Auflage gut gebrauchen kann. Zumal das ausgebaute Alando langfristig mehr Gäste fassen könnte als das ausverkaufte Haus (620 Besucher) am Freitag.

Weitergehen wird es ganz sicher, versichert Pisker – die Messlatte sei das Level der Jubiläumsausgabe. „Wer Feedback geben will oder Ideen hat, kann sich gern bei mir melden. Wir werden bald den Termin für 2020 blocken und bekannt geben – und dann geht die Planung wieder los“, sagt der 41-Jährige.

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