Kaczynski und Kuhn siegen Wallenhorster Junker absolviert 600. Marathon am Rubbenbruchsee

Von Peter Vorberg

Einsam an der Spitze: Der Hamburger Patrick Kaczynski gewann zum fünften Mal den Rubbenbruchsee-Marathon. Foto: Swaantje HehmannEinsam an der Spitze: Der Hamburger Patrick Kaczynski gewann zum fünften Mal den Rubbenbruchsee-Marathon. Foto: Swaantje Hehmann

pv Osnabrück. 42,195 Kilometer und peitschender Regen zum Start: Acht Läuferinnen und 43 Läufer nahmen am Samstag diese Herausforderung beim 5. Rubbenbruchsee-Marathon (RuM) an und freuten sich im Ziel nicht nur über ihre Zeiten, sondern vor allem über die familiäre Atmosphäre bei dem Lauf. Der Sieger war ein alter Bekannter.

Bereits vor dem Start hatte manch einer etwas grimmig dreingeschaut: Der Dauerregen schlug ein wenig aufs Gemüt. Die aufgebauten Helfer-Pavillons waren mit Leinen kaum zu bändigen gewesen. „Aufgeben ist keine Option“, machte RuM-Organisator Michael Brehe jedoch unmissverständlich deutlich, der sich über 14 Absagen oder nicht angetretene Läufer ein wenig ärgerte. „Man kann sich ja dagegen anziehen. Wenn man erst mal läuft und warm wird, geht‘s“, fanden Falko Haase und Dieter Eylers, die aus Bremen angereist waren. Daniela Jasper aus Lienen war wegen ihres 20. Marathons des Jahres dabei. „Natürlich habe ich heute Morgen bei dem Wetter überlegt. Aber bei so wenigen Startplätzen kann man es dem Michael nicht antun, nicht zu kommen“, sagte sie.

Kaczynski und Kuhn wiederholen Siege aus dem Vorjahr

Die Teilnehmer wurden für ihr Stehvermögen mit zunehmend besseren Bedingungen belohnt. Der Sieg bei den Männern ging zum fünften Mal an den Hamburger Patrick Kaczynski, der in 2:54:11 Stunden vor Dominik Salewsky (Osnabrücker SC, 3:11:47) und Thomas Wagner (Tri-Team Hollage, 3:23:57) ins Ziel kam. Die Frauenwertung gewann wie im Vorjahr Sylke Kuhn aus Kassel (3:42:20) vor Ina Steffen (VfR Voxtrup, 3:52:32) und Yvonne Askin (Münster, 4:48:26).

„Der Rubbenbruchsee ist etwas ganz Besonderes“

Die Zeiten spielten nur eine untergeordnete Rolle. „Ich wollte schon unter drei Stunden finishen, aber der Lauf an sich ist toll. Das ist mein 53. Marathon, der neunte in diesem Jahr, und ich bin noch keinen doppelt gelaufen außer diesen“, meinte Sieger Kaczynski. „Für mich ist der Rubbenbruchsee etwas ganz Besonderes“, sagte er. „Patrick ist nicht zu schlagen“, war Dominik Salewsky auch mit dem zweiten Platz gut zufrieden. „Für mich war es dieses Jahr der erste Marathon. Ansonsten bin ich bei den Volksläufen oder beim Ossen-Cross kurze Strecken gelaufen und wollte jetzt mal wieder einen langen Kanten in Angriff nehmen.“ Thomas Wagner bereitet sich auf den Ironman-Triathlon in Roth 2019 vor, wie er offenbarte: „Deshalb passt der Lauf gut ins Trainingsprogramm.“

„Heute lief es erstaunlich gut“

Frauensiegerin Sylke Kuhn lief ihren 56. Marathon imJahr 2018, den 330. insgesamt. „Man weiß, dass man es kann. Das ist ein gutes Gefühl. Und deshalb laufe ich immer wieder.“ Stolz war Ina Steffen von der Laufgruppe des VfR Voxtrup. „Bei mir lief es heute erstaunlich gut. Nach Hamburg war es mein zweiter Marathon dieses Jahr. Der Lauf gefällt mir, weil nicht so viele Teilnehmer dabei sind wie bei den großen Stadtmarathons.“

Wallenhorster absolviert 600. Marathon

Unter den Teilnehmern gab es mit dem Wallenhorster Gerd Junker einen Lauf-Jubilar. Der 62-Jährige, der wie zwölf weitere Starter für ihre fünfte Teilnahme mit einem Sonderpokal ausgezeichnet wurde, lief seinen 600. Marathon oder Ultramarathon. Junker wurde nach 5:50:30 Stunden im Ziel von seinen Lauffreunden besonders herzlich empfangen. „Wichtig ist bei der ganzen Lauferei, dass man gesund ist“, sagte Junker, der bei seiner Marathon-Premiere im Jahr 1989 noch 20 Kilo mehr gewogen hatte als aktuell. Gelaufen ist der Wallenhorster weltweit, in New York zum Beispiel, in Südafrika und in vielen Staaten Europas. Am Tag nach dem RuM lief er schon wieder beim Siebengebirgsmarathon in Bad Honnef.

„Atmosphäre ist wunderbar familiär“

Sebastian Böhm hatte die weiteste Anreise auf sich genommen. Der Osnabrücker wohnt seit Jahren in Freiburg. Jeff Smith (Warendorf) erklärte die Faszination des Rubbenbruchsee-Marathons und brach dabei eine Lanze für die Helfer, allen voran Michael Brehes Frau Dorit, Sohn Michel, Gabriele Altrogge und Martina Kaiser. „Es macht einfach Spaß. Man trifft hier nette Leute und alle sind gleich – egal ob Handwerker oder Arzt. Die Atmosphäre ist wunderbar familiär.“

Entscheidung über sechste Auflage noch offen

Ob es eine sechste Auflage der Veranstaltung gibt, hat Michael Brehe, der wie gewohnt im Trikot des FC Bayern München nach 3:53:42 Stunden im Ziel einlief, trotz vieler positiver Rückmeldungen noch nicht entschieden. „Es hat wieder Spaß gemacht. Diejenigen, die nicht da waren, haben was verpasst. Alle waren gut zufrieden. Das ist das Wichtigste“, meinte Brehe und gönnte sich einen heißen Glühwein nach absolvierten 42,195 Kilometern.


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