Dammermann und Stuckenberg im Bundeskader Ein „Ritterschlag“ für die LG Osnabrück

Vorfreude in der Vorbereitung auf die kommende Saison verspüren (von links) Finn Stuckenberg und Fabian Dammermann . Foto: Swaantje HehmannVorfreude in der Vorbereitung auf die kommende Saison verspüren (von links) Finn Stuckenberg und Fabian Dammermann . Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück Eine solche Doppelnominierung hat es laut Anton Siemer in der Osnabrücker Sprinterszene noch nie gegeben. Einen Ritterschlag für die LG Osnabrück nennt der Trainer die Aufnahme von Fabian Dammermann (Männer) und Finn Stuckenberg (U20) in den Leichtathletik-Bundeskader.

Überraschend kamen die Nominierungen nach ihren guten Leistungen in dieser Bahnsaison nicht – zumal die langsprinter schon zuvor Gast bei Bundeslehrgängen waren und Dammermann bereits vor der EM-Teilnahme im August fünf internationale Staffeleinsätze für Deutschland hatte. Dennoch war speziell bei Stuckenberg die Freude riesig: „Es ist etwas ganz Neues für mich. Ich habe schon als Lehrgangsteilnehmer vor vier Wochen in Hannover den großen Unterschied zwischen den Maßnahmen des Landes- und Bundeskaders festgestellt. Es ist schön, jetzt noch mehr und direkter im Fokus des Bundestrainers zu stehen“, sagt der 18-Jährige. Dammermann spricht indes von einer „nun auch offiziellen Anerkennung meiner Leistungen“. Der 21-Jährige findet es klasse, „dass ich jetzt nicht mehr alleine zu den Lehrgängen fahre“.

Im deutschen 400-Meter-Bereich hat ansonsten nur der Dresdner SC zwei Kadermitglieder. „Es ist beachtlich, dass ein kleinerer Klub wie die LGO mit den Vereinen der großen Stützpunkte mithalten kann“, sagt Stuckenberg. Dass die LGO anders als viele große Leichtathletik-Vereine keine Möglichkeit habe, in der Halle zu trainieren, sehen beide nicht als gravierenden Nachteil. „Es ist zwar nicht schlecht, ab und zu in der Halle höhere Geschwindigkeiten laufen zu können“, sagt Dammermann, der als Student in Münster dort gelegentlich unter dem Dach trainiert: „Aber wir Osnabrücker sind gewohnt, mit widrigen kälteren und windigen Bedingungen umzugehen, die auch in der Sommersaison bei Freiluftveranstaltungen herrschen zu können.“

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Dammermann zählt zu den wenigen deutschen Leichtathleten, die auch ohne Mitgliedschaft im DLV-Kader an einer internationalen Meisterschaft teilnahmen – was dem Verband jedoch kein besonderes Lob wert war. „Nein, leider nicht – das läuft alles ganz formell. Es gab einen Tag nach meiner Nominierung nur die DLV-Mitteilung, dass ich jetzt wieder im Pool für die Dopingkontrollen bin und meine jeweiligen Aufenthaltsorte im Voraus mitzuteilen habe“, erklärt der Osnabrücker.

Stuckenberg hat die steile Leistungsentwicklung seines Vorbilds in den letzten Jahren hautnah miterlebt. „Als ich beispielsweise bei der DM in Nürnberg im Endlauf sah, wie Fabian seine Bestzeit krass steigerte und Bronze gewann, hat mich das nochmals richtig gepusht“, sagt er: „Gerade auf den letzten 100 Metern kann ich noch eine Menge von Fabian lernen. Und auch in Sachen Konstanz ist deutlich Luft nach oben“, so Stuckenberg.

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Seine Bestzeit (48,24 Sekunden) liegt 2,3 Sekunden über der von Dammermann. Allerdings war Letzterer in Stuckenbergs Alter rund eine Sekunde langsamer als der Dammer. „Ich traue Finn absolut zu, mich als schnellster Langsprinter in Osnabrück abzulösen. Das darf aber gerne erst nach meinem Karriere-Ende passieren“, sagt Dammermann lachend.

Gemeinsam holten beide eine Silber- und Bronzemedaillen bei deutschen U-20- und U-23-Meisterschaften in der Staffel. 2019 könnte bei der U-23-DM eine dritte dazukommen – am liebsten in Gold. Dammermanns größtes Ziel für 2019 ist, nachdem er in Berlin zugunsten der deutschen Staffel auf seine Einzelchance verzichtet hatte, der erste Solostart im Nationaltrikot bei der U-23-EM im Juli in Gävle (Schweden). An der WM 2019 Ende September in Doha (Katar) hofft er zudem in der Männer- oder Mixedstaffel teilzunehmen. „Erst mal geht es darum, meine Leistung von 2018 zu bestätigen. Wie jeder ambitionierte Sportler nehme ich mir aber auch vor, meine Bestzeit weiter zu steigern“, so Dammermann. Stuckenberg nimmt indes die U-20-EM in Schweden ins Visier.


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