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11.10.2018, 17:47 Uhr KOLUMNE

Erstes Ziel von Hegenbarth aus Bad Rothenfelde beim Ironman: Ankommen

Von Amadeus Hegenbarth


Zeigt auf seinen Namen auf der Teilnehmerwand auf Hawaii: Amadeus Hegenbarth. Foto: Foto: Katharina WeetsZeigt auf seinen Namen auf der Teilnehmerwand auf Hawaii: Amadeus Hegenbarth. Foto: Foto: Katharina Weets

Kona. Mit der Ironman-Teilnahme auf Hawaii erfüllt sich Amadeus Hegenbarth aus Bad Rothenfelde einen Traum. Bei dem 24-jährigen Europameister der Altersklasse 18 bis 24 wächst täglich die Vorfreude. Aus Kona berichtet uns Hegenbarth über seine letzten Vorbereitungen auf den Start.

Von Amadeus Hegenbarth

Seit dem 3. Oktober bin ich mit meiner Familie und Freundin in Kona auf Hawaii. Ich nutze die Zeit, um mich bis zum Start am Samstag zu akklimatisieren und mich an die Zeitumstellung von zwölf Stunden zu gewöhnen. Tagsüber sind hier um die 30 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit. Nachts kühlt es sich nicht ab. Eigentlich neige ich bei 1,91 Meter Größe und 86 Kilogramm Gewicht zu Problemen bei der Hitze. Aber bislang hat mir das noch nicht zu schaffen gemacht – auch nicht nach stundenlangem Training auf dem Highway. Das gibt mir Mut.

Nach der Ironman-Europameisterschaft der Altersklasse 18 bis 24 im Juli in Frankfurt und meiner Masterarbeit im Studiengang Manager und Medien in München kam ich erst im September wieder ins volle Training. Mittlerweile habe ich wieder das Niveau von Frankfurt. Seit Montag werden meine Einheiten kürzer. Mein Körper soll zwar nicht in den Ruhemodus gehen, aber es tut ihm gut, wenn ich jetzt nicht mehr so intensiv trainiere.

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Seit meiner Ankunft treffen von Tag zu Tag mehr Teilnehmer in Kona ein. Da steigt auch die Vorfreude und zugleich die Anspannung. Das Besondere ist, dass neben uns Amateuren auch die Profis hier trainieren. So bin ich schon mit Ex-Weltmeister Sebastian Kienle geschwommen und von der deutschen Frauen-Hoffnung Anne Haug beim Laufen überholt worden. Das mache Triathlon auf eine gewisse Weise familiär, obwohl es sich um eine Einzelsportart handelt.

Meine Ziele habe ich in drei Abstufungen aufgestellt. Die höchste Priorität ist, nach dem 3,8 Kilometer langem Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dem 42,195 Kilometer langen Lauf überhaupt im Ziel anzukommen. Das zweite Ziel ist, im Tageslicht zu finishen. Mit meiner Startzeit um 7.05 Uhr habe ich dafür etwa elf Stunden Zeit. Das dritte Ziel ist eine Top-6-Platzierung in meiner Altersklasse. Solange ich das erste Ziel schaffe, bin ich mehr als zufrieden. Ich werde mich am Samstag nicht auf Zeiten oder Positionen versteifen. Die mentale Ebene macht beim Ironman auf Hawaii den Unterschied zwischen Gewinnen und Verlieren. Körperlich fit sind so gut wie alle Starter hier in Kona. Prinzipiell will ich locker durch das Schwimmen kommen und möglichst wenig Salz schlucken. Das Wasser ist sehr salzhaltig und durch den aktuellen Wellengang habe ich schon mehr davon getrunken, als mir lieb ist. Auf dem Rad will ich genauso entspannt weiter machen, damit hinten heraus der Marathon in der Mittagssonne mit ganz wenig Schatten nicht leidet.

Es geht mir weniger um das Rennen auf Hawaii als solches als um den Weg bis hierhin. Als ich vor zehn Jahren mit Triathlon begonnen habe, konnte ich gerade einmal 300 Meter am Stück schwimmen und einen Kilometer weit laufen. Mit meinem Vater sah ich die WM im Fernsehen. Wir haben uns gesagt: Da müssen wir auch einmal hin – zehn Jahre später habe ich es geschafft.


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