Das Multitalent aus Vehrte Jolina Thormann startet als Wakeboarderin durch

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Belm. Wenn er sie ohnehin nicht schon auf seiner Glückwunschliste vermerkt hat, wird Belms Bürgermeister Viktor Hermeler jetzt aufhorchen: Da wohnt in seiner kleinen und beschaulichen Gemeinde doch tatsächlich eine Deutsche Meisterin und Europameisterschafts-Dritte. Ihr Name: Jolina Thormann.

15 Jahre ist sie jung – und wir dürfen sie getrost als sportliches Multitalent bezeichnen. Ihre aktuellen Erfolge feiert Jolina Thormann auf dem Wasser. Als Wakeboarderin. Genauer gesagt, als Cable-Wakeboarderin. Cable? Was? Pardon, die Sportart ist nun mal nicht so populär wie Fußball oder Basketball, deswegen eben auch etwas mehr erklärungsbedürftig: Beim Wakeboarding wird der Sportler auf seinem Wakeboard von einem Motorboot oder Jetski oder eben von einem Wasserskilift (auch Cable genannt) gezogen.

Geschenk mit Folgen

So weit die Theorie. Zurück zur Praxis. Zu Jolina Thormann aus Belm-Vehrte. Zu der Teenagerin, die erst als 14-Jährige das Wakeboarding für sich entdeckt – und prompt große Erfolge feiern darf. „Im vergangenen Jahr habe ich mir zum Geburtstag die Teilnahme an einem Wasserski- und Wakeboard-Camp gewünscht“, erzählt die 15-Jährige heute. Das Geschenk: ein entsprechender Kurs auf der Anlage des Wasserskiclubs Alfsee/Rieste. Mit nachhaltigen Folgen. Denn das Talent der Schülerin der Gesamtschule Schinkel bleibt nicht verborgen. Die Experten und Trainer des Deutschen Wasserski- und Wakeboardverbands werden auf Jolina Thormann aufmerksam. Warum? Mutter Valeska und Vater Sven beschreiben es so: „Wenn Jolina einen Trick auf dem Wakeboard erklärt bekommt, dann setzt sie ihn ziemlich schnell um.“

WM in Argentinien

Die Vehrterin nimmt nach ihrer „Entdeckung“ schnell auch an Wettkämpfen teil. Mit Erfolg. Dabei startet sie mangels Teilnehmerinnen in ihrer Altersklasse oftmals gegen ältere Konkurrentinnen und platziert sich stets im vorderen Bereich. Den vorläufigen Höhepunkt ihrer Wakeboarding-Karriere erlebt sie im August und September 2018: Platz drei in ihrer Alterskategorie bei der Europameisterschaft in Mailand, Platz eins (ebenfalls in ihrer Altersklasse) bei der Deutschen Meisterschaft in Beckum. Was soll da noch kommen? „Na ja, die Weltmeisterschaft“, lächelt die 15-Jährige. Die WM findet im Februar 2019 in Argentinien statt. Noch ist nicht endgültig entschieden, ob sie dann im Bundeskader steht. „Aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass es klappt“, sagen Jolina und ihr Vater.

Bleibt noch aufzulösen, warum Jolina Thormann zu den sportlichen Multitalenten gehört. Bei der Erklärung dazu blicken die Eltern schon auf die kleine Jolina im Krabbelalter zurück: „Zu der Zeit stieg sie schon über Tische und Bänke – und konnte in ihrer Gruppe als Erste laufen.“ In seiner sportlichen Vita verbucht das „Krabbeltalent“ anschließend Erfolge und Wettkämpfe als Turnerin in der Leistungsriege von Eintracht Rulle. In den folgenden Jahren beeindruckt sie als Crossläuferin beim Osnabrücker TB, später auch einige Zeit für die Leichtathletik-Gemeinschaft Braunschweig. Unter der Flagge der LG wird sie 2016 auch Landesmeisterin. Aufwand und Training (oft in Hannover) sind enorm, dann hat sich auch noch mit Knieproblemen zu kämpfen, „die mir zunächst den Spaß am Laufen nehmen“. Und den Spaß fürs heutige Wakeboarding bringen.

Ganz „nebenbei“ ist sie heute dann auch noch als Handballerin in der B-Juniorinnen-Mannschaft der HSG Osnabrück aktiv. Immerhin auf Landesliga-Ebene. „Das ist eigentlich die perfekte Abwechslung für die kälteren Monate.“ Ein Multitalent eben, dem wahrscheinlich ohne die tägliche Dosis Sport etwas fehlen würde.


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