93 Hundertstelsekunden vor Haunhorst Neretnieks gewinnt Großen Preis der Rothenfelder Reitertage

Von Peter Vorberg

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Bad Laer. Guter Reitsport, perfekte Bedingungen und ein lettischer Sieger im Großen Preis: Die viertägigen Bad Rothenfelder Reitertage gingen am Sonntagabend auf dem schmucken Springplatz des Hofes Müscher vor voll besetzten Rängen mit einem Erfolg von Kristaps Neretnieks zu Ende.

Dabei stahl ein hier relativ unbekannter Reiter den Etablierten die Schau. Neretnieks startet für den RuFV Rulle, lebt in Belm, ist aber öfter international unterwegs. Nächste Woche geht es in die Slowakei, danach nach Luxemburg. In Bad Rothenfelde blieb er mit seinem Hengst Moon Ray sowohl im normalen Umlauf als auch in der Siegerrunde in 38,84 Sekunden fehlerfrei und damit 93 Hundertstelsekunden unter der Zeit des Zweiten Max Haunhorst (St. Martinus Hagen, 39,77) auf Crüger. Nur zwei Paare von 50 blieben überhaupt fehlerfrei. Vier Strafpunkte sammelte der Dritte Jan Womstall (Buchenhof) auf Olimba Robin.

Haunhorst startet nur mit einem Pferd ins Stechen

„Für mich war das eine perfekte Vorbereitung für die kommenden Wochen. Ich freue mich riesig über den Sieg. Ich bin die Wendungen ziemlich eng geritten“, strahlte Neretnieks über Platz eins und 1000 Euro Siegprämie. Haunhorst sah Platz zwei mit gemischten Gefühlen. „Der andere war einfach schneller. Crüger ist nicht so schnell wie Chaccara. Mit dem Pferd hatte ich ein super Gefühl für die Deutsche Jugendmeisterschaft. Und deshalb haben wir ihn trotz Null vor der Entscheidungsrunde zurückgezogen“, erklärte Haunhorst seinen Verzicht aufs Stechen mit seinem zweiten Pferd.

16-Jähriger gewinnt schweres Zwei-Phasen-Springen

Die M-Dressur sicherte sich Kathrin Thomasmeyer (Melle-Gesmold, 7,80 Punkte) auf Giselle vor Petra Pax (Lienen, 7,60) auf Flambio. Ein weiterer strahlender Sieger kam aus Laer bei Steinfurt. Der erst 16-jährige Alexander Gerdener gewann am Samstag auf Hey Coco sein allererstes S-Springen, eine Zwei-Phasen-Prüfung. Nach fehlerfreier erster Phase reichte die Zeit von 30,03 Sekunden über die letzten sechs Sprünge zum großen Wurf. „Das war Adrenalin pur, mein Pferd war heute ziemlich gallig“, sagte Gerdener, der allerdings zunächst noch 50 andere Reiter abwarten musste, ehe sein Sieg feststand. „Da zittert man und zittert man. Als Mathis Schwentker durch war, habe ich so langsam auf meinen ersten Sieg gehofft. Das ist immer ein ganz schneller“, sagte der 16-Jährige. Schwentker blieb mit Landprincess in 30,93 Sekunden hauchdünn hinter Gerdener und verwies Pia Wernke mit Little Crazy Jumper (31,65 Sekunden) auf Rang drei.

Doppelsieg für Ronne unter Flutlicht

Eine Dressur mit Pferden, Hunden und Ziegen, die die Meller Schäferin Anne Krüger präsentierte, ließ Zeit zum Durchschnaufen – danach ging es beim stimmungsvollen Flutlicht-Zeitspringen der Klasse M wieder richtig zur Sache. Am Ende feierte Holger Ronne einen Doppelsieg. Auf Picador (49,69 Sekunden) war der Telgter fast sechs Sekunden schneller als auf Butterblume (55,52). „Wenn die beiden null gehen, sind sie kaum zu schlagen“, freute sich Ronne, der am Sonntagmittag außerdem im S-Springen mit Picador (0 Fehler/64,79 Sekunden) vor Mathis Schwentker auf Chico Bonito (0/68,87) einen zweiten Sieg landete.

Buddenberg muss beim Heimturnier zuschauen

Dennis Buddenberg musste bei den Entscheidungen zuschauen. Eigentlich sollte der 30-jährige Lokalmatador vom gastgebenden RV „Diana“ Bad Rothenfelde das goldene Reitabzeichen erhalten. Nach 23 Siegen bei S-Springen (neun sind für das Abzeichen notwendig) hatte der Meller im Frühjahr in Bad Oeynhausen mit seinem Pferd Obora‘s Amber endlich ein S**-Springen gewonnen und sollte vor heimischem Publikum ausgezeichnet werden. Es kam jedoch anders, was der „Diana“-Vorsitzende Jochen Meyer zu Drewer wie folgt erklärte. „Bei einem Pferd in seinem Stall ist eine Krankheit ausgebrochen und er durfte nicht starten. So haben wir uns dazu entschlossen, die Ehrung nicht zu machen. Ohne sein Pferd macht das wenig Sinn. Das holen wir aber im kommenden Jahr nach bei einem unserer beiden Turniere.“ Buddenberg war nur bedingt geknickt. „Klar, ein Reiter will reiten, gerade hier beim Heimturnier. Aber es ist, wie es ist.“


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