Weg zur WM führt über Eversburg Heimspiel für Ex-Osnabrücker mit Rugby-Nationalmannschaft

Von Sven Hallmann-Schüer

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Für Deutschland am Rugbyball: der Ex-Osnabrücker Martin Apostel. Foto: Lee SmithFür Deutschland am Rugbyball: der Ex-Osnabrücker Martin Apostel. Foto: Lee Smith 

shal Osnabrück. Die Vorbereitungen laufen auch Hochtouren, die Aufregung steigt. Am Samstag (16 Uhr) wird das erste Qualifikationsspiel der deutschen Rugby-League-Nationalmannschaft auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2021 in England am Barenteich in Eversburg gegen Tschechien ausgetragen. Dabei ist auch ein ehemaliger Spieler des gastgebenden RFC Osnabrück.

„Es ist eine sehr große Ehre für mich und beflügelt mich schon seit ein paar Wochen“, freut sich Martin Apostel über die Nominierung. Der 32-Jährige spielte in der vergangenen Regionalligasaison für die Rugbyabteilung von Ballsport Eversburg und lebt aus beruflichen Gründen inzwischen wieder in seiner Heimatstadt Ulm. Während seines Studiums in Lübeck hatte Apostel den Rugbysport vor gut sieben Jahren für sich entdeckt. Dass er am Samstag für die Nationalmannschaft auflaufen wird, verdankt Apostel nicht nur den Bundestrainern Bob Doughton und Simon Cooper, sondern auch den Verantwortlichen des RFC Osnabrück.

Die hatten ihn motiviert, Rugby League als Sportart auszuprobieren. „Der RFC ist einer der coolsten Clubs, die ich bisher kennengelernt habe. Ich wurde herzlich aufgenommen, die Jungs sind mit Herzblut dabei“, lobt Apostel seinen ehemaligen Verein. Die ersten beiden Spieltage der Rugby-League-Bundesliga, die als Sichtungswettbewerb für die Nationalmannschaft dienten, verpasste er aus familiären Gründen. Zum dritten und letzten Spieltag im niedersächsischen Gnarrenburg reiste der 32-Jährige aber an und wurde mit der Nominierung belohnt. „Ich würde unglaublich gerne alle drei Spiele spielen und werde mein Bestes geben“, sagt Apostel mit Blick auf das Qualifikationsspiel am Samstag, das darauffolgende Testspiel in den Niederlanden (1. September) und das abschließende Qualifikationsspiel in Norwegen (15. September).

Die deutsche Rugby-League-Nationalmannschaft nimmt erstmals in ihrer Geschichte an einer WM-Qualifikation teil. Sieben Profis aus England, Frankreich und Australien stehen im Kader. Allerdings dürfen laut Reglement des europäischen Rugby-League-Verbandes RLEF nur vier davon eingesetzt werden, weil sie zwar deutsche Wurzeln haben, aber nicht in Deutschland aufgewachsen sind. Tschechien schlug zum Auftakt der Dreiergruppe Norwegen und wäre mit einem Sieg am Samstag für die nächste Runde qualifiziert. Bei einem deutschen Sieg wäre das Team von Apostel mit einem Erfolg in Norwegen weiter.

„Deutschland hat gute Chancen“, glaubt Jon Fine, zweiter Vorsitzender der Rugbyabteilung. Die Verantwortlichen hoffen vor allem auf mehr Zuschauer als im vergangenen Jahr beim Testspiel gegen die Niederlande. „Wir haben sehr viel Werbung gemacht. Es gibt ein buntes Rahmenprogramm. Die Anspannung steigt, aber es ist eine große Ehre, dass wir wieder ein Länderspiel ausrichten dürfen. Wir haben hart dafür gearbeitet“, freut sich Fine.

Dass Ex-RFC-Spieler Apostel dabei ist, freut Fine besonders: „Er ist ein sehr interessanter Typ und hat eine tolle Art, die Leute mitzunehmen.“ Auch Nationaltrainer und Verbandspräsident Doughton lobt Apostel: „Martin ist ein Athlet und ein sehr intelligenter Spieler. Wir glauben, dass wir aus ihm einen richtig guten Rugby-League-Spieler machen können.“


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