Rödinghausen wirft Dresden raus Das Frimo-Stadion – ein Ort für Sensationen im DFB-Pokal

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Lotte. Grün-Weiß-Schwarz gegen Gelb-Schwarz – optisch bot das DFB-Pokalduell zwischen dem SV Rödinghausen und Dynamo Dresden einen ungewohnten Anblick im Lotter Frimo-Stadion. Sportlich konnte sich die Partie sehen lassen: In der Verlängerung gewann Außenseiter Rödinghausen mit 3:2.

Von den 3682 Zuschauern, die sich das Duell zwischen Regionalligist Rödinghausen und dem favorisierten Zweitligisten Dresden ansahen, sympathisierten die meisten mit Dynamo. Etwa 2000 Anhänger der Sachsen verteilten sich auf den Tribünen, die meisten in der Ostkurve. Dort hingen vor dem Anpfiff etliche Plakate und Banner am Zaun. Auf einem Schild war eine besondere Botschaft zu lesen: „DFB, DFL & Co – Ihr werdet von uns hören.“

Der Dresdner Protest gegen den Verband und die Ligagesellschaft machte sich mit dem Anpfiff auch akustisch bemerkbar. Als Schiedsrichter Florian Heft aus Neuenkirchen bei Bramsche die Partie freigab, ertönten Trillerpfeifen. Zehn Minuten lang dauerte der lautstarke Protest. Als die elfte Spielminute begann, legten die Dresdner ihre Pfeifen beiseite und peitschten ihr Team mit kräftigen „Dynamo“-Schlachtrufen an. Mit sofortigem Erfolg, denn Haris Duljevic erzielte kurz danach das 1:0 für Dresden (11.).

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Ausgleich lässt Rödinghausen hoffen

Die Rödinghausener Fans verstummten nach dem 0:1 nicht. Im Gegenteil: Mit Gesängen und Trommeln sorgten sie ebenfalls für eine ordentliche Stimmung, auch wenn sie zahlenmäßig unterlegen und damit deutlich leiser waren als die Dynamo-Fans.

Mit dem Ausgleich durch Linus Meyer (20.) merkten die Rödinghausener und ihre Fans, dass im Frimo-Stadion auch für sie eine Sensation möglich ist. Dort hatten die Sportfreunde Lotte in der vorletzten Saison für mächtig Furore im DFB-Pokal gesorgt: Werder Bremen, Bayer Leverkusen und der TSV 1860 München schieden in Lotte aus. Die Sportfreunde scheiterten erst im Viertelfinale an Borussia Dortmund (0:3) – an der Bremer Brücke in Osnabrück und nicht im Frimo-Stadion.

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Kämpfen, bis die Krämpfe kommen

Dort sahen die Rödinghausener Fans den erneuten Rückstand durch Dresdens Spielmacher Aias Aosman (25.), aber auch vor ihrer Kurve den erneuten Ausgleich. Dieses Mal netzte der ehemalige Lotter Simon Engelmann ein – in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

Das Gefühl, über einen späten Treffer in der Nachspielzeit zu jubeln, sollte sich für die SVR-Anhänger wiederholen. Je länger die Partie dauerte, desto mehr glaubten die Ostwestfalen an ein Weiterkommen. Die Fans unterstützten die Spieler, und die Spieler liefen und kämpften, bis sie Krämpfe bekamen. Aber die Kollegen auf der Reservebank animierten das Publikum auf der Haupttribüne dazu, noch mehr Stimmung zu machen.

„Wie im Klischee-Drehbuch“

In der Verlängerung beim Stande von 2:2 wechselte SVR-Trainer Enrico Maaßen den Ex-Lotter Dennis Engel unter großem Beifall aus (108.). Für den 22-jährigen Außenverteidiger kam Maximilian Hippe. Der beförderte Rödinghausen schließlich in der 123. Minute mit seinem Treffer in letzter Sekunde in die zweite Runde. Während die SVR-Fans nach Schlusspfiff über das Weiterkommen jubelten, versuchten Dresdner Chaoten, aufs Feld zu stürmen. Die Polizei hatte die Situationen nach wenigen Minuten aber im Griff und drängte sie in den Fanblock zurück. Rödinghausens Trainer Enrico Maaßen konnte den Erfolg derweil zunächst kaum fassen. „Das ist schon bisschen wie in einem Klischee-Drehbuch. Der Junge wird eingewechselt und schiebt in letzter Sekunde den Ball über die Linie“, konnte den Erfolg zunächst kaum fassen.

Sportfreunde Lotte sehen Pokalschreck am Mittwoch wieder

Auch Rödinghausen ist im Frimo-Stadion ein Pokalschreck – so wie es Lotte vor zwei Jahren war. Apropos Lotte: Für die Spieler der Sportfreunde hatte Trainer Matthias Maucksch den DFB-Pokal zum Pflichttermin erklärt. Sie treffen am kommenden Mittwoch, 22. August, um 18.30 Uhr im Westfalenpokal auf den SVR – und dürften nun eine Ahnung haben, dass das Weiterkommen mindestens ein hartes Stück Arbeit wird.


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