DFB-Pokalspiel im Frimo-Stadion Flottmanns Heimspiel in Lotte: Rödinghausen empfängt Dresden

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Der Osnabrücker Daniel Flottmann (rechts) tritt mit dem SV Rödinghausen am Samstag im DFB-Pokal an. Das Duell gegen Dynamo Dresden wird in Lotte ausgetragen. Foto: imago/Noah WedelDer Osnabrücker Daniel Flottmann (rechts) tritt mit dem SV Rödinghausen am Samstag im DFB-Pokal an. Das Duell gegen Dynamo Dresden wird in Lotte ausgetragen. Foto: imago/Noah Wedel

Lotte/Rödinghausen. Auf das vierte DFB-Pokal-Highlight seiner Fußballkarriere freut sich der Osnabrücker Daniel Flottmann. Am Samstag (15.30 Uhr) tritt er mit dem Fußball-Regionalligisten SV Rödinghausen in Lotte auf den Zweitligisten Dynamo Dresden.

Aus Sicherheitsgründen kann das Spiel nicht im Häcker-Wiehenstadion des SVR steigen. Das Lotter Frimo-Stadion ist auch im Ligabetrieb das Rödinghauser Ausweichstadion. „Es ist schade, dass das Duell nicht in unserem Wohnzimmer stattfinden kann. Die Fantrennung wäre aber bei voraussichtlich 2000 Dynamo-Fans bei uns nicht zu gewährleisten“, sagt Flottmann. Zwischen 5000 und 6000 Zuschauern werden insgesamt erwartet.

„Dieses Spiel werdet ihr nie vergessen“

Die Vorfreude auf das Duell ist beim 34-Jährigen riesig: „Ich habe unseren jungen Spielern gesagt: Dieses Spiel werdet ihr nie vergessen.“ So war es auch bei ihm selbst, als er 2005 im DFB-Pokal als junger Spieler des VfL Osnabrück gegen den Zweitligisten Spvg. Greuther Fürth beim 4:2 im Entscheidungsschießen den letzten VfL-Elfmeter verwandelte. Torwart Tino Berbig hielt dann mit der Parade gegen Christian Weber den Sieg fest.

0:4-Niederlage gegen Werder

Mit 0:4 unterlag der Innenverteidiger 2010 mit Rot-Weiß Ahlen gegen den Bundesligisten Werder Bremen mit den Torschützen Claudio Pizarro, Hugo Almeida, Tim Borowski und Marco Marin. Packender, wenn auch mit einem unglücklicheren Ende durch das späte Tor von Eric Maxim Choupo-Moting, verlief das 1:2 drei Jahre später mit Fortuna Köln gegen den Bundesligisten Mainz 05.

SVR-Plan: Gegen Dresden lange ohne Gegentor bleiben

Von zehn Spielen gegen Dresden würde der aktuelle Tabellenzweite der Regionalliga West normalerweise sieben verlieren, schätzt Flottmann. „Wir müssen lange ohne Gegentor bleiben, um unsere Chance am Schopfe zu packen. Als Team mit einem starken Umschaltverhalten kommen uns Gegner mit viel Ballbesitz entgegen“, sagt er.

Zehn Jahre beim VfL Osnabrück

Bis 2008 hatte der Osnabrücker zehn Jahre lang beim VfL gespielt, fünf davon bei den Männern. Vornehmlich kam er in der U23 zum Einsatz – mit Marc Heider, Konstantin Engel und Simon Tüting. „Nach dem Zweitligaaufstieg 2007 stand ich 14-mal im Profikader. Lothar Gans und Pele Wollitz betonten immer, sie hätten mit mir etwas vor“, so Flottmann. „Weil ich aber nie eingewechselt wurde, suchte ich woanders den nächsten Schritt – was die VfL-Verantwortlichen nicht begeistert aufnahmen, als ich sie vor vollendete Tatsachen stellte.“

Nach dem Wechsel Führungsspieler

Beim Regionalligisten SC Verl (2008 bis 2010), Drittligisten Rot-Weiß Ahlen (2010/2011 unter Co-Trainer Daniel Thioune), dem Regionalligisten Wuppertaler SV (2011/2012) und bei Fortuna Köln (2012 bis 2017) war Flottmann Kapitän und Führungsspieler. Der VfL und SF Lotte hätten mehrfach Interesse an einer Verpflichtung des Innenverteidigers gezeigt, sagt er. Zustande kam sie nie.

Neue Heimat bei Fortuna Köln

Die Zeit bei der Fortuna bleibe ihm in bester Erinnerung. In der ersten Saison gelang der Landespokalsieg und Platz zwei in der Regionalliga hinter Lotte. Ein Jahr später gelang in der Relegation gegen Bayern Münchens U23 der Aufstieg. „Ich konnte nicht ahnen, dass die fünf Jahre so gut laufen“, sagt Flottmann: „Wir hatten nie die besten Spieler, aber immer das beste Team.“ Es folgten drei Drittligajahre ohne Problem im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga.

Besondere Beziehung zu Uwe Koschinat

„Das hat vorzüglich geklappt. Ich bin stolz, was wir uns sportlich und vom Image in Köln als klare Nummer zwei hinter dem 1. FC erarbeitet haben. Jeder Fußballinteressierter in Köln hat jetzt Sympathien für die Fortuna“, sagt Flottmann. Zu Fortuna-Trainer Uwe Koschinat hatte der Routinier eine besondere Beziehung. „Wir sind ähnlich – emotional bis in die Haarspitzen, bereits im Training. Wir hatten uns auch in den Haaren. Nach zwei kommunikativ ruhigen Tagen war wieder alles ganz normal“, sagt Flottmann. „Er hat mir damals schnell Vertrauen gegeben und mich unterstützt. Ich glaube, ich habe es zurückgezahlt. Wir haben uns gegenseitig große Erfolge beschert.“

Perspektive nach dem Fußball in Rödinghausen

Über 30-Jährige erhalten bei der Fortuna grundsätzlich Einjahresverträge. „2017 sah ich das Ende meiner starken Entwicklung in Köln – obwohl ich selbstbewusst genug bin, zu behaupten, mich bei den meisten Drittligisten immer noch durchsetzen zu können. Rödinghausen hat mir einen längeren Vertrag angeboten, verbunden mit der Bereitschaft, mich nach dem Karriereende beim Weg in die zweite Berufswelt zu unterstützen“, so Flottmann.

Führungsspieler in einer jungen Mannschaft

Den Wechsel habe er nicht bereut. „Ich bilde unter anderem mit dem erfahrenen Stürmer Simon Engelmann das erfahrene Gerüst für eine junge Truppe. Rödinghausen hat finanziell gute Möglichkeiten und sportlich das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Hier wird lieber in junge, entwicklungsfähige als in fertige Spieler investiert. Die U19 spielt jetzt in der Bundesliga“, erklärt der Osnabrücker. „Das Geld geht nicht nur in den Kader, sondern immer auch in die Infrastruktur mit tollen Trainingsmöglichkeiten. Bald wird der Fitnessraum modernisiert, Es gibt auch Pläne zum Stadionausbau“, sagt der 34-Jährige, der nicht ausschließt, noch als 40-Jähriger auf Regionalliganiveau zu spielen. „Ich habe mein Leben immer darauf ausgerichtet, im körperlichen Topzustand zu sein. In meinem Alter bin ich in Sachen gesundem Essen und Zusatzeinheiten beim Physiotherapeuten noch mal konsequenter geworden. Wenn der Tag kommt, dass mich die Jungen mitschleppen müssen, gehe ich von alleine.“

Alte Bekannte in Rödinghausen

Mit Engelmann und Dennis Engel haben zwei SVR-Akteure eine Vergangenheit bei den Sportfreunden Lotte, die am kommenden Mittwoch beim SVR im Westfalenpokal gastieren. In der Jugend des VfL Osnabrück spielten einst der der Bürener Nico Knystock, Tobias Steffen und Jonas Burke. Vom SV Bad Rothenfelde kam Betreuer Manuel Kall nach Rödinghausen. „Manuel ist positiv verrückt. An den Spieltagen hält er bereits vor dem Aufwärmen die ersten Motivationsreden.“ Sicher auch am Samstag in Lotte.


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