Sechstschnellste im Halbfinale Dammermann zieht mit deutscher Staffel ins EM-Finale ein

Von Christian Detloff


Berlin. Fabian Dammermann von der LG Osnabrück hat mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel das Finale der Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin erreicht.

Die deutsche Staffel beendete das Halbfinale in 3:03,37 Minuten als Sechste. „Es macht tierisch Spaß, im Olympiastadion zu laufen. Das Erlebnis vor der lautstarken Kulisse ist beeindruckend“, sagt Dammermann. Das Finale der besten acht steigt am Samstagabend ab 21.30 Uhr (live im ZDF). „Dann wird das Stadion noch besser gefüllt sein. Unter Flutlicht wird es dann noch mal eine andere Atmosphäre“, freut sich Dammermann.

Mit seiner Vorstellung im Olympiastadion als dritter Starter der Staffel mit Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz), Torben Junker (LG Olympia Dortmund) und Johannes Trefz (LG Stadtwerke München) kann der 20-Jährige gut zufrieden sein. „Die Vorgabe, auf den ersten 20 Meter gleich richtig Gas zu geben, habe ich umgesetzt“, sagt Dammermann. „Auf der Gegengeraden habe ich dann ein wenig den Druck schleifen lassen – da kann ich am Samstag sicherlich noch etwas zulegen. Hinten heraus hat es sich dafür aber wieder richtig gut angefühlt.“

In 3:03,37 Minuten blieb das deutsche Quartett 21 Hundertstelsekunden über seiner Zeit im Weltcup vor knapp vier Wochen in London. Damals gewannen die Deutschen hinter der USA und Polen Bronze. Polen erzielte im Berliner Halbfinale die viertbeste Semifinal-Zeit (3:02,75 Minuten). „In London mussten wir bei den Staffelwechseln keine Umwege laufen. Das macht die Zeitdifferenz aus. Unsere Performance hier war richtig gut“, sagt Dammermann.

Semifinal-Schnellster im Berliner Olympiastadion war Großbritannien (3:01,62 Minuten) vor Frankreich (3:01,67). Die drittbeste Vorlaufzeit erzielte Tschechien in 3:02,52 Minuten. „Ich bin überzeugt, dass wir uns im Finale noch ein Stück weit steigern werden. Dann wird man sehen, wozu es reicht. Eine Medaille zu ergattern – das wird jedoch sehr schwer“, so der 20-Jährige.

Mit dem Finaleinzug habe die deutsche Mannschaft das Ziel erfüllt. „Am Samstag kommt die Kür. Wir wollen – im Hinblick auf die Qualifikation zur WM und zu Olympia – eine noch schnellere Zeit laufen“, sagt Dammermann. Im Endlauf am Samstag dürfte Patrick Schneider (LAC Quelle Fürth) in die Staffel rücken. Der DM-Zweite hat als Halbfinalist im Einzel bereits zwei Läufe absolviert und wurde im Staffel-Halbfinale geschont.

Rund 30 Osnabrücker – darunter die Familie von Dammermann und zahlreiche Vereinskameraden – haben den Osnabrücker am Freitag im Olympiastadion unterstützt. Im Finale am Samstag wird sich die Supporterzahl in Berlin auf mindestens 50 erhöhen. „Als ich nach dem Halbfinale aus der Mixed-Zone kam, wurde ich von meinen Leuten fast überrannt. Während des Rennens nimmt man sie zwar nicht wahr. Aber es ist einfach ein richtig schönes Gefühl zu wissen, dass sie mich hier unterstützen“, sagt Dammermann.

Generell sei bei der Europameisterschaft ein riesiger Unterschied zu den sonstigen größeren Leichtathletik-Veranstaltungen offensichtlich. „Die Größe des Olympiastadions, die Atmosphäre bereits bei der Vorstellung der Läufer, das Niveau in unserem Vorlauf – das alles ist eine ganz andere Hausnummer, als ich es gewohnt war.“ Es mache einfach tierisch Spaß, ein Teil der Europameisterschaft zu sein. „Das will ich im Finale am Samstag noch mal richtig genießen“, sagt Dammermann.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN