Am Freitag Staffel-Vorlauf Dammermann vor EM-Start: Herzklopfen bereits als Zuschauer

Von Christian Detloff

Blickt voller Vorfreude auf den Vorlauf am Freitag: Fabian Dammermann (LG Osnabrück). Foto: SiemerBlickt voller Vorfreude auf den Vorlauf am Freitag: Fabian Dammermann (LG Osnabrück). Foto: Siemer

Osnabrück Am vergangenen Sonntag betrat Fabian Dammermann von der LG Osnabrück erstmals das Berliner Olympiastadion. Dort will er mit der deutschen 4x-400-Meter-Staffel am Freitag ab 13.05 Uhr ins Finale der Leichtathletik-Europameisterschaft am Samstag (21.30 Uhr) einziehen.

„Beim Startertraining, als wir uns mit den Abläufen vertraut machten, war das Stadion voll mit Athleten aller Teilnehmernationen. Schon da herrschte eine ganz besondere Atmosphäre“, sagt der 20-Jährige.

Die Vorfreude steigt. Ganz besonders spürte Dammermann diese, als er am Dienstagvormittag den deutschen 400-Meter-Einzelstartern im Stadion die Daumen drückte und mitfieberte. „Ich hatte Herzklopfen, als die Vorläufe losgingen. Wenn man daran denkt, dass in zweieinhalb Tagen der eigene Vorlauf startet, geht der Puls schon ein wenig hoch.“

Dammermann bedauerte, dass der deutsche 400-Meter-Meister Johannes Trefz im Vorlauf ausschied. „Echt schade. Patrick Schneider zog danach mit einem soliden Lauf ins Halbfinale ein.“

Während der Einzelvorläufe dachte Dammermann „einmal kurz“ daran, wie es wohl gewesen wäre, selbst dort zu starten. Der 20-Jährige hat darauf bekanntlich zugunsten der Staffel verzichtet. „Ich habe mich jetzt bei den Vorläufen beim Gedanken ertappt, dass es bestimmt auch geil gewesen wäre, einzeln zu laufen“, sagt er: „ Es war aber wirklich nur ein kurzer Moment.“

Sein Fokus liegt aber nun seit knapp zwei Wochen komplett auf dem EM-Start in der Staffel, mit der er ins Finale einziehen will. „Wenn alles gut läuft, sollten wir das auch packen. Unser Ziel ist, uns bereits im Vorlauf mit einer guten Zeit zu präsentieren. Am liebsten würden wir uns sogar als Vorlaufsieger für das Finale qualifizieren“, betont der Schützling von Vereinstrainer Anton Siemer.

Beeindruckend war für Dammermann bereits die achttägige Vorbereitung in der DLV-Akademie in Kienbaum, als sich teilweise alle 125 deutschen EM-Starter zusammen vorbereiteten und auch die deutschen EM-Turner zugegen waren. Mit der deutschen Langsprint-Staffel absolvierte Dammermann zwei Schnelligkeitseinheiten uns übte die Staffelübergaben. Auch das Teambuilding kam in den acht Tagen in Kiembaum nicht zu kurz.

„Die Bedingungen für das Training, die medizinische Betreuung und die Regeneration – beispielsweise in einer Kältekammer mit minus 120 Grad – sind dort phänomenal“, sagte Dammermann: „Ich habe viele neue Kontakte geknüpft und viele interessante Gespräche geführt. Es war richtig interessant, mitzubekommen, wie sich andere Athleten vorbereiten.“


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