Livestream übertrifft Erwartungen Bergrennen: Aus Borgloh in die Welt

Von Malte Schlaack

Mit großem Gerät: Das Bergrennen wurde erstmals per Livestream im Internet übetragen. Fotos: Philipp HülsmannMit großem Gerät: Das Bergrennen wurde erstmals per Livestream im Internet übetragen. Fotos: Philipp Hülsmann

Hilter Rund 25000 Zuschauer, sportliche Topleistungen und eine technische Neuerung, die richtig gut ankam: Die Organisatoren des 51. Internationalen Osnabrücker ADAC Bergrennens in Borgloh können mit dem Erreichten sehr zufrieden sein.

Wenn der sportliche Teil beim Bergrennen beendet ist, beginnt für die Helfer am Uphöfener Berg ein Wettlauf gegen die Zeit. Etwas mehr als 24 Stunden, nachdem der letzte Fahrer die Ziellinie überquert hat, muss die Strecke wieder für den normalen Verkehr freigegeben werden. Wie schon in der Vorbereitung und beim Aufbau ist wieder Teamwork gefragt bei den vielen Freiwilligen.

Fährt man in den nächsten Tagen am Ort des Geschehens in Borgloh vorbei, werden allerdings nicht alle Spuren beseitigt sein. „Bis wirklich alles weg ist, dauert es ungefähr zwei Wochen“, sagt Bernd Stegmann. Der Organisationsleiter spürte am Tag danach zwar seine Knochen, jedoch „überwiegt ganz klar die Zufriedenheit“. Das gute Gefühl bei der ganzen Crew des MSC Osnabrück hatte mehrere Ursachen.

Ersthelfer fast ohne Einsatz

Grundvoraussetzung für alles war natürlich das großartige Wetter, das offenbar auch direkten Einfluss auf die sportlichen Leistungen mit dem Streckenrekord (50,145 Sekunden) des Franzosen Sébastien Petit an der Spitze hatte. Gerade die hochsommerlichen Bedingungen hatten den Verantwortlichen im Vorfeld etwas Kopfzerbrechen bereitet. Entsprechend hatten sich die Ersthelfer um den medizinischen Einsatzleiter Thomas Karnstedt im großen Umfang vorbereitet und personell und materiell aufgestockt. Die Befürchtungen bestätigten sich nicht: „Bei der Abschlussbesprechung gab es keine Berichte über medizinische Notfälle, das ist großartig“, betont Stegmann.

Zuschauer machen sehr gut mit

Einen großen Anteil daran hatten die Zuschauer selbst. Alle Hinweise auch in Bezug auf offenes Feuer und Grillen wurden vorbildlich angenommen, sodass es am Sonntag bei einem minimalen Feuerwehreinsatz auf dem Besucherparkplatz blieb. „Da müssen wir die Fans wirklich loben. Es war ein hoher Grad an Akzeptanz, und auch dadurch konnten wir vier Wertungsläufe ansagen“, meint Stegmann.

Vor allem am Sonntag drängten sich die Zuschauer bei dennoch wieder sehr entspannter Stimmung rund um den Uphöfener Berg. Die Zahlen des Jubiläums wurden erwartungsgemäß wohl nicht ganz erreicht, dennoch: „Wir gehen von rund 25000 Zuschauern am Wochenende aus. Das ist ein sehr guter Wert“, sagt der Organisationschef.

Internetübertragung übertrifft die Erwartungen

Erstmals gab es darüber hinaus die Möglichkeit, bewegte Bilder vom Osnabrücker Bergrennen zu bekommen, ohne vor Ort zu sein. Ursprünglich hatte der MSC einmal die Idee, das Rennen nicht nur im VIP-Bereich auf einer Leinwand zu zeigen, sondern auch weiter oben im Zuschauerbereich. Dort wurde auch eine LED-Wand installiert, in Zusammenarbeit mit der Firma Ü-tec aus Georgsmarienhütte wurde das Angebot aber noch erweitert. Training und Qualifikation am Samstag sowie die Wertungsläufe am Sonntag wurden komplett ins Internet übertragen. Die Mühen zahlten sich aus. Ü-tec-Geschäftsführer Michael Meyer zählte mit seinem Team über das gesamte Wochenende rund 50000 Aufrufe. „Das ist eine sensationelle Quote für das erste Mal“, freut sich Stegmann.

Livestream soll ausgebaut werden

Der Livestream ist eins der Dinge, die ganz oben auf der Liste stehen, wenn das Bergrennen 2018 durch die Nachbereitung gelaufen ist und die 52. Auflage 2019 in die Planung geht. „Wir werden das Thema weiterverfolgen und sicher darauf aufbauen“, verspricht Stegmann. Ab Herbst könnte es in Borgloh schnelleres Internet geben, das die digitalen Möglichkeiten des Bergrennens erheblich erweitern würde.


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