Petit pulverisiert Rekord von Merli Das schnellste Bergrennen aller Zeiten

Von Malte Schlaack


Hilter Im Vorfeld des 51. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennens hatte Bernd Stegmann „im wahrsten Sinne des Wortes heiße Kämpfe“ versprochen. Der Organisationsleiter des MSC Osnabrück sollte recht behalten. Vor allem aus sportlicher Sicht ist das Event in neue Dimensionen vorgestoßen.

In den vergangenen beiden Jahren hatte Christian Merli am Uphöfener Berg schon Maßstäbe gesetzt. Der Profifahrer aus Italien hatte jeweils den Gesamtsieg errungen und Streckenrekorde aufgestellt, die in naher Zukunft unmöglich zu brechen schienen. Diese Unmöglichkeit endete bereits am Sonntagvormittag.

Bereits im freien Trainingslauf am Samstagabend hatte Sébastien Petit die von Merli aufgestellten 51,024 Sekunden unterboten. Die Zeit ging allerdings nicht in die Wertung ein, dennoch hatte der Franzose gezeigt, was an diesem Wochenende möglich sein kann. (Bewegtes Bild: Ein Video mit Impressionen vom Bergrennen gibt es hier).

Petit brennt Rekord in den Asphalt

Einen Tag später waren die Bedingungen dann nahezu ideal. Pünktlich zu den Wertungsläufen hatte die große Hitze der vergangenen Wochen eine kurze Pause eingelegt. Die Reifen kamen so auf der Temperatur, der Motor überhitzte aber nicht – und Petit lieferte. Im ersten Lauf brach er bereits den Rekord, im zweiten brannte er sagenhafte 50,145 Sekunden in den Borgloher Asphalt. Insgesamt blieb der 43-Jährige im Norma M20FC in allen vier Läufen unter der Topzeit Merlis. Der zweitplatzierte Patrik Zajelsnik unterbot den Rekord ebenfalls zweimal, Dritter in der Gesamtwertung wurde Marcel Steiner aus der Schweiz. Es ist sicher nicht übertrieben vom schnellsten Bergrennen aller Zeiten zu sprechen.

Sieger lobt Veranstalter

„Es ist immer toll zu gewinnen, aber bei so einer großen Veranstaltung mit so vielen Zuschauern und einem so großartigen Empfang und Rahmenprogramm zu siegen, ist es einfach etwas ganz Besonderes“, verpackte Petit die Freude über den Sieg auch gleichzeitig in ein Lob an die Veranstalter. Viele Fahrer schlossen sich dem an. Nachdem es im vergangenen Jahr nach vielen Unfällen nur zwei Wertungsläufe gegeben hatte, durften die meisten Piloten jetzt viermal auf die 2,03km lange Strecke.

Bratschi verpasst Rekord hauchdünn

Der Motorsport sollte ein Jahr nach dem im großen Rahmen gefeierten Jubiläum im Mittelpunkt stehen – und tat es. Fast hätten die vielen Fans entlang der Strecke und im Startbereich sogar einen Doppelrekord in den beiden größten Klassen feiern können. Doch in der Tourenwagenklasse verpasste Ronnie Bratschi aus der Schweiz um die Winzigkeit von 24 Tausendsteln die zehn Jahre alte Bestmarke von Norbert Brenner.

Die allgemeine Stimmung trübte das natürlich gar nicht. „Es war ein riesengroßer Erfolg und dazu eine ganz entspannte Atmosphäre, auch für die gesamte Organisation“, sagte Stegmann und betonte: „Wir hatten top Rahmenbedingungen und haben denjenigen, die meinten, dass wir Wettbewerb nicht mehr können, gezeigt, dass wir es immer noch richtig können.“ Das erste Fazit schien dem Organisationsleiter so fast etwas unangenehm zu sein: „Es war wieder eine fast perfekte Veranstaltung, mehr geht halt nicht. Das habe ich schon oft gesagt, aber es ist wie es ist.“

Kaum Zwischenfälle

Hochzufrieden mit der Veranstaltung war auch Michael Schrey. Der Rennleiter hatte natürlich vor allem einen Blick auf die Sicherheit der Veranstaltung: „Es gab zum Glück keine schlimmen Zwischenfälle mit nachhaltigen Schäden für Mensch und Maschine. Wir hatten vier Trainings- und Wertungsläufe. Das macht nicht nur die Fahrer happy, sondern auch uns.“

Warum es ausgerechnet am Hauptveranstaltungstag nicht ganz so heiß und damit wieder einmal für alle Beteiligten optimal war, konnten die Veranstalter des MSC naauch nicht recht erklären, nahmen es als Lohn gerne an. „Wir versuchen vieles im Vorfeld zu beeinflussen. Beim Wetter geht das natürlich nicht, aber ich glaube das ist dann einfach der Verdienst für die ganzen Helfer, die im Vorfeld und auch nachher eine Menge schuften.“


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