An der Strecke wird nicht geblitzt Motorsport im Mittelpunkt beim 51. Bergrennen

Von Malte Schlaack

Es kann losgehen: Die Fahrer (von links) Nicolas Schatz, Christoph Lampert, Ronnie Bratschi und Sébastien Petit sowie Schauspieler Norbert Heisterkamp (am Steuer) freuen sich auf das 51. Internationale Osnabrücker ADAC Bergrennen am Uphöfener Berg in Hilter-Borgloh. Foto: Elvira PartonEs kann losgehen: Die Fahrer (von links) Nicolas Schatz, Christoph Lampert, Ronnie Bratschi und Sébastien Petit sowie Schauspieler Norbert Heisterkamp (am Steuer) freuen sich auf das 51. Internationale Osnabrücker ADAC Bergrennen am Uphöfener Berg in Hilter-Borgloh. Foto: Elvira Parton

Hilter Die Strecke ist aufgebaut, 180 Fahrer sind vor Ort, und das Wetter spielt mit. Am Samstagvormittag startet am Uphöfener Berg in Hilter-Borgloh das 51. Internationale Osnabrücker ADAC Bergrennen des MSC Osnabrück.

Es wirkt auf den ersten Blick etwas befremdlich, entbehrt aber nicht einer durchaus humorvollen Note. Jede Woche veröffentlicht der Landkreis Osnabrück, wo genau Geschwindigkeitskontrollen geplant sind. Für dieses Wochenende ist dabei neben Hasbergen ein Ort auserkoren worden: Borgloh. Also der Ort, der am Samstag und Sonntag von Rennfahrern aus ganz Europa und Tausenden Fans bevölkert wird. Man sollte es also auf An- und Abreise im Rausch der Geschwindigkeit nicht zu schnell angehen lassen. (Hier geht es direkt zum Livestream des Trainings und der Qualifikation am Samstag).

Teilnehmerfeld bewusst verkleinert

Am Uphöfener Berg jedenfalls wird sicher kein Tempolimit gelten. Die Rennstrecke ist bestens präpariert und verspricht trotz der aktuellen Sommerhitze (siehe Extrabericht unten auf dieser Seite) Topzeiten. 189 Fahrer hatten eine Nennung abgegeben, 180 aus 14 Nationen werden tatsächlich vor Ort sein. Ein starker Wert, auch wenn es an die Rekordzahl des Vorjahres nicht heranreicht – und zwar bewusst. Im vergangenen Jahr waren mehr als 240 Teilnehmer beim 50. Bergrennen dabei. Das Jubiläum wurde groß gefeiert, rief aber auch einige Kritiker auf den Plan, die das Sportliche zu sehr in den Hintergrund gedrängt sahen. Den Verantwortlichen des MSC war seinerzeit schon klar, dass der Geburtstag eine Ausnahme sei, und entsprechend steht der Motorsport jetzt wieder voll im Mittelpunkt. Das seit Jahren erfolgreiche Motto „Cars & Fun“ wird weiterverfolgt, das Rahmenprogramm wird sich aber wieder eher abseits der Strecke abspielen.

Hochklassig besetzt auch ohne Merli

Im Renngeschehen wird ein großer Name in diesem Jahr fehlen. Christian Merli hatte in den beiden vergangenen Jahren in Borgloh die Gesamtwertung gewonnen und jeweils einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Der Italiener ist jetzt nicht dabei, doch seine potenziellen Nachfolger lauern schon: „Er hat die Latte extrem hochgelegt, aber ich glaube, dass einiges möglich ist“, sagt zum Beispiel Christoph Lampert. Der Österreicher ist zum ersten Mal am Uphöfener Berg dabei und fährt einen Osella FA 30. Eingestellt wurde der Bolide von Maestro Merli persönlich, der 2017 den Streckenrekord auf 51,024 Sekunden verbessert hatte. (Hier geht es direkt zum Livestream des gesamten Rennens am Sonntag).

Petit und Steiner im Favoritenkreis

Wesentlich mehr Erfahrung beim Osnabrücker Bergrennen hat Sébastien Petit. Der Franzose ist seit Jahren Stammgast und peilt ebenfalls den Gesamtsieg an. „Wenn es sehr heiß ist, machen die Reifen gut mit, aber die Motoren haben es etwas schwerer“, erklärt Petit, der neben Lampert noch Patrick Zajelsnik aus Freiburg, den Tschechen Milos Benes und Borgloh-Stammgast Marcel Steiner aus der Schweiz zum Favoritenkreis zählt. Bei den Tourenwagen ist der Schweizer Ronnie Bratschi im Mitsubishi Evo 8 EGMO ein heißer Anwärter auf den Titel – und vielleicht auch noch mehr. Auf die Frage, ob er den Streckenrekord für Tourenwagen von Norbert Brenner angreifen kann, stellt Bratschi nur cool die Gegenfrage: „Wo liegt der denn?“ 58,620 Sekunden gilt es zu schlagen, und der Schweizer ist zuversichtlich, bei entsprechenden Bedingungen in diesen Bereich vorzustoßen.

Mehrfacher Bergmeister fährt E-Cup

Bereits zum sechsten Mal richtet der MSC Osnabrück darüber hinaus den E-Mobil-Berg-Cup für elektrisch betriebene oder mit Hybridmotor ausgestattete Fahrzeuge aus. Unter einigen Amateuren, die sich in dieser Klasse tummeln, ist in diesem Jahr ein echter Vollprofi dabei. Siebenmal hat Nicolas Schatz in seiner Heimat die französische Bergmeisterschaft gewonnen, in Borgloh ist er jetzt mit dem spektakulären Flash 4 am Start. „Es ist etwas ganz Neues für mich. Auch wenn es in dieser Klasse nicht um die beste Zeit, sondern die Gleichmäßigkeit geht, kann ich versprechen, dass ich schnell sein werde“, betont Schatz.

So ist also für ein hochkarätiges und in vielen Klassen auch sehr ausgeglichenes Feld gesorgt. Am Tag davor ist die Vorfreude allen Beteiligten wieder anzumerken. „Wir erwarten heiße Kämpfe – im wahrsten Sinne des Wortes“, fasst es Organisationsleiter Bernd Stegmann zusammen.


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