70-jähriger Wahlers gewinnt S-Dressur Bissendorfer Reitertage: Autmaring verteidigt Spring-Titel

Von Peter Vorberg

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Bissendorf Der Veranstaltungsabbruch am Samstagabend und ein Überraschungssieg von Lokalmatador Wilfried Wahlers in der hochwertigen S**-Dressur Intermediare am Sonntag waren die meistdiskutierten Themen bei den 66. Bissendorfer Reitertagen.

Der Reit- und Fahrverein Horsa Bissendorf erhielt viel Lob an drei Tagen für sein ländliches Turnier mit rund 500 Reitern und je 20 Spring- und Dressurprüfungen. Am Sonntagvormittag waren die Mienen von Horsa-Präsident Wilhelm Kleine und der 2. Vorsitzenden Yvonne Goldstein allerdings etwas verfinstert: Am zuschauerträchtigen Samstagabend hatte ein Gewitter für den Abbruch eines M-Springens gesorgt und die Durchführung der Western- und Pony-Schaubilder unmöglich gemacht.

„Der Springplatz war ein See. Wir haben uns dafür entschieden, ihn für den Sonntag zu schonen“, erklärte Kleine die Maßnahme, die bei den Reitern auf Verständnis stieß. „Die Zuschauer kamen gerade so langsam. Das war deshalb eine sehr schwere Entscheidung, aber die richtige“, ergänzte Goldstein.

Dafür sollte der Sonntag entschädigen. Bei bestem Wetter füllten sich die Tribünen der idyllisch unter Bäumen gelegenen Anlage am Stockumer Berg. Das Tages-Highlight fand in der S**-Dressurprüfung Intermediare statt. Lokalmatodor Wilfried Wahlers ritt auf seiner 13-jährigen Stute Giselle als siebter Starter zu 67,939 Prozent – zu diesem Augenblick war es die Bestnote vor Manuel Dominguez Bernat auf Haydn (67,719 Prozent) und Philipp Stanslowski (65,789 Prozent, beide RSC Osnabrücker Land). Auf dem Abreiteplatz wurde der 70-Jährige darauf aufmerksam gemacht. Wahlers nahm es in seiner trocken-schelmischen Art zur Kenntnis: „Jau!“ Eine Starterin folgte ihm noch nach. Dann war die Sensation perfekt.

Bei dem Bissendorfer, der am Samstag im Prix St. Georges (Siegerin Therese Nilshagen, RSC Osnabrücker Land) bereits Vierter geworden war, glänzten vor Freude die Augen. „Da muss man so lange warten, bis man 70 ist. Der Opa hat es noch mal gezeigt. Meine Gisela, wie ich sie nenne, hat Ehrgeiz. Das hat man heute gesehen, auch wenn mein Ritt nicht fehlerlos war. Ich bin unheimlich glücklich, dass ich mit diesem Sieg meinem Verein etwas zurückgeben kann“, sagte Wahlers und versicherte: „Es macht mir immer noch riesig Spaß. Ich mache auf jeden Fall weiter, solange ich mithalten kann.“

Beim abschließenden S-Springen um den Großen Preis von Bissendorf war der Georgsmarienhütter Gerhard Autmaring als einer der Favoriten in den Parcours gegangen. Von 24 Startern erreichten sechs das Stechen. Dort blieb Titelverteidiger Autmaring auf seinem neunjährigen Schimmel Cascaja als Einziger erneut fehlerfrei. Platz zwei sicherte sich der Bad Rothenfelder Dennis Buddenberg (4 Fehlerpunkte) auf Obora’s Amber vor Niklas Horst (Herdern, 4 Fehlerpunkte) auf Chef.

„Wir wollten wieder gewinnen. Cascaja hat schon in den letzten Wochen gezeigt, dass das Pferd im Moment super frisch ist. Wir hatten zuletzt etliche Podiumsplätze bei Großen Preisen“, freute sich Autmaring. „Ich musste als Dritter im Stechen was riskieren, und dann ist halt ein Fehler passiert“, war Dennis Buddenberg als Zweiter ebenfalls zufrieden.

Der Großteil der Prüfungen bewegte sich auf E-, L- und M-Level. Der Osnabrücker Reiternachwuchs traf sich am Stockumer Berg zum großen Stelldichein. Marie-Helen Liesing (Melle-Gesmold) gewann beispielsweise auf Rapido eine E-Konkurrenz „Ich reite hier sehr gerne, in Bissendorf ist immer alles super. Nach dem Regen war der Boden zwar ein wenig glatt bei den Wendungen, aber mein Pferd heißt nicht umsonst Rapido“, strahlte die 21-Jährige, die nächstes Jahr in L-Springen starten will. Aus dem westfälischen Enger war Alyssa Nierste angereist und landete bei einem L-Springen bereits ihren 32 Saisonsieg. „Hier kann man gut reiten, wir sind über die Autobahn schnell da, deshalb komme ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder“, so die Amazone, die auch schon etliche M-Springen mit ihrem Pferd Linara gewonnen hat.

Der Reitbezirk Osnabrück ermittelte in Bissendorf seine Dressur-Bezirksmeister. Bei den Reitern siegte Thomas Schulze (GMHütte) auf Rosio, bei den Jungen Reitern Carina Schowwe (Voxtrup) auf Casper von Hickingen und bei den U-18-Junioren Carlotta Frintrop (Gut Waldhof) auf Royalist. Bei den Ponys in der Juniorenklasse sicherte sich Beatrice Enders (Bad Rothenfelde) auf Dankeschön den Bezirkstitel.

Das Nachwuchschampionat der Allerjüngsten gewann die Mannschaft des Kreises Osnabrück/Osnabrück-Land mit Trainerin Jenny Heuer sowie den Reiterinnen Emely Levien, Lara Marie Ostmeier, Svea Schobbe, Vivien Homburg, Elisa Baumann und Paula Auf der Heide vor den Kreisen Wittlage und Bersenbrück. Mit Emely Levien (Voxtrup) und Inga Ahlert (Neuenkirchen/Bramsche) gab es zwei punktgleiche Siegerinnen in der Einzelwertung.

Dank vieler Helfer ging das Turnier ohne weitere Schwierigkeiten über die Bühne. Horsa-Vorsitzender Wilhelm Kleine war folglich „happy“: „Der Sonntag hat für den Ausfall am Samstag entschädigt. Es waren viele Besucher da, und alle waren sehr zufrieden. Was will man mehr?“


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