Stuckenberg zur Nationalmannschaft eingeladen Nach U-20-DM: Wittmann „schwer enttäuscht“

Von Christian Detloff


Ankum/Osnabrück Die Unzufriedenheit über den fünften Platz von Kira Wittmann (Quitt Ankum) im Dreisprung bei der U-20-DM in Rostock war bei ihrem Trainer Alois Harmeling auch am Tag danach noch nicht verflogen: „Kira hat gar nicht in den Wettkampf hineingefunden. Sie war schwer enttäuscht. Ich hatte auch angenommen, dass sie ihr Tief überwunden hat.“

Mit 12,25 Meter war die die 18-jährige Badbergerin 62 Zentimeter unter ihrer Bestweite geblieben, mit der sie vor einem Jahr den U-18-Titel und im Frühjahr 2018 den U-20-Hallentitel geholt hatte. 17 Zentimeter fehlten der DLV-Nachwuchskader-Athletin letztlich zur Bronzemedaille.

Generell seien die Monate nach der Hallen-DM schlecht gelaufen, so Harmeling. Zu den Rückenbeschwerden kamen die Feierlichkeiten nach dem Fachabitur und zur Volljährigkeit. „Kira hat den Sport ein Stück weit schlüren lassen“, sagt Harmeling. „Da die letzten drei Wochen im Training und gesundheitlich ordentlich liefen, hatten wir aber wieder neue Zuversicht für Rostock.“ Der Trainer hofft, „dass dies ein passender Warnschuss ist“und mit Aufnahme der Sportförderstelle bei der Polizei in Nienburg die alte Disziplin zurückkehre. Man dürfe auch nicht vergessen, dass Wittmann noch dem jüngeren der beiden U-20-Jahrgänge angehöre.

Gut zufrieden war derweil die LG Osnabrück mit zwei Finaltickets (Finn Stuckenberg, 4x100 Meter), einem Weser-Ems-Rekord (4x100 Meter), der Einladung für 400-Meter-Läufer Stuckenberg zur U-20-Nationalmannschaft und drei ganz knapp verpasste Endlaufplätze. „Allein das Sahnehäubchen, eine Medaille, fehlte“, sagte Trainer Anton Siemer.

Seine Bestzeit steigerte Stuckenberg um 0,88 auf 48,24 Sekunden. „Im vierten und fünften Lauf in vier Wochen zweimal unter 49 Sekunden – ich bin zufrieden“, sagte der DM-Sechste. Bundestrainer Sven Bruggel (Berlin) äußerte: „Als Drittschnellster seines Jahrgangs ist Finn ein Kandidat für die EM 2020 im schwedischen Boras.“ Siemer schwärmte indes: „Finn war bei 200 m sogar schneller als unser Fabian Dammermann bei seinem Bronzelauf von Nürnberg.“

Felix Hasselmann stürmte im ersten Lauf zur neuen Bestzeit von 49,00 sec (vorher 49,55 sec) – schneller war in diesem Alter bisher nur Fabian Dammermann 2016. Am Ende verpasste Hasselmann nur um 13 Hundertstel und einen Platz das Finale.

Untröstlich war Adrian Düring (LGO) nach seinem Fehlstart in der 4x100-Meter-Staffel: „Das ist mir noch nie passiert. Ich wollte noch nicht lossprinten, aber irgendwie waren meine Beine schneller als mein Kopf.“ So war die Chance auf Bronze jäh beendet.

„Zehn Läufer zogen ins 800 m-Finale ein – am Ende landete Timon Schöning auf dem undankbaren Platz elf. Einer 58er-Runde ließ der Bissendorfer eine entfesselte zweite Runde in 56 Sekunden folgen – und machte Platz für Platz gut. 1:54,90 min zeigte die Uhr – in Osnabrück war laut Siemer nur Jan Fitschen im Jahre 1996 jemals schneller.

Während der Osnabrücker TB mit Platz 26 des erst 16-jährigen Gordon Jordan (U18) nach dessen Umstellung auf die 400-Meter-Strecke wegen permanenter Verletzungsprobleme im Kurzsprint und dem DM-Ticket nach bereits vier Läufen über diese Strecke zufrieden war, tadelte Trainer Friedhelm Peselmann nach dem Halbfinal-Aus seinen erfahrenerem Schützling Daniel Wieczorek (U20, 200 Meter. Dem fehlten 25 Hundertstelsekunden zum erklärten Ziel, die Teilnahme am B-Finale: „Nachdem Daniel bis zum Frühjahr gut trainiert hatte und Ende Mai starke 21.90 Sekunden über 200 Meter gelaufen war, ließ die Trainingsintensität nach.“ Nach seinem guten Start hätte Wieczorek auf den zweiten 100 Metern immer mehr verkrampft.


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