„Ich habe mir keinen Druck gemacht“ Osnabrücker Bergmann nach DM-Bronze zufrieden mit sich selbst

Von Carsten Loos

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Über 50 Meter Schmetterling holte Jonas Bergmann bei der deutschen Meisterschaft Bronze. Foto: Carsten LoosÜber 50 Meter Schmetterling holte Jonas Bergmann bei der deutschen Meisterschaft Bronze. Foto: Carsten Loos

Berlin. Jonas Bergmann schnappte sich das Duschgel und ging erstmal brausen. Der Weg zum Duschen, er war der beste Beleg dafür, dass die Deutsche Meisterschaft in Berlin für den Vorzeige-Schwimmer der SG Osnabrück endgültig vorüber war.

Und trotz seines Ausscheidens im Vorlauf über 50 Meter Freistil wirkte der 25-jährige Student des Wirschaftsrechts entspannt, locker und vor allem: zufrieden mit sich selbst. Hatte er als Vorjahres-Neunter in diesem Jahr die erneute Qualifikation für das B-Finale bei der nationalen Titelkür zwar verpasst, so war die DM 2018 doch ein feines Erlebnis für Bergmann. Schließlich hatte er in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark der Hauptstadt die Bronzemedaille gewonnen über 50 Meter Schmetterling, war Dritter geworden hinter EM-Starter Damian Wierling (SG Essen) und Titelverteidiger David Thomasberger (SSG Leipzig).

„Ich habe mir vor der DM diesmal extra keinen Druck gemacht. Das hat funktioniert. Ich bin mit der Bronzemedaille über 50 Meter Schmetterling zufrieden. Ich weiß ja jetzt, dass ich wieder schnell schwimmen kann. Darauf will ich jetzt Schritt für Schritt aufbauen“, sagte der Gewinner der Bronzemedaille. Vergessen war für Bergmann, der 2015 deutscher Meister war und ganz oben auf dem DM-Siegerpodest gestanden hatte, der völlig verkorkste Endlauf im vergangenen Jahr, in dem er nach einem Fehler beim Start schon nach Sekundenbruchteilen völlig aus dem Medaillenrennen war.

Und so zog auch Trainerin Janina Braun ein positives Fazit für ihre Mannschaft nach den vier DM-Tagen von Berlin. „Die DM war positiv, gerade wegen der Zeiten“, sagte die Osnabrücker Trainerin mit Blick auf die Leistungen von Bergmann, Benice Schütte und Jannis Vornholt, „was wir im Vorfeld vorbereitet hatten, ist gut gelaufen. Bei Jonas ziehe ich generell ein gutes Fazit der DM, klar, durch den Medaillengewinn. Positiv war, dass die Strecke, die wir vorbereitet haben, zu 100 Prozent geklappt hat.“

Einziger Ausreißer nach unten in der Bilanz der SG Osnabrück war der Auftritt von Vornholt, dem Deutschen Jahrgangsmeister 2017, über 50 Meter Rücken. „Die 50 Meter Schmetterling waren ganz gut, mit Bestzeit. Aber darauf kam es eigentlich nicht an. Die 50 Meter Rücken waren das, was entscheidend war. Und das war nicht zufriedenstellend.“

Für das kommende Jahr traut sie ihren drei Schützlingen wieder zu, sich für die DM zu qualifizieren. Dann wird womöglich auch Vornholts jüngere Schwester Charlotte Vornholt mit in der Reisegruppe nach Berlin sein. Sie hatte zwar auch schon diesmal ein Ticket über 50 Meter Rücken gelöst, sollte aber, erklärte Braun, nach den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften eine Pause einlegen. „Mit Benice bin ich sehr zufrieden. Allein die Qualifikation war ja eigentlich das erreichte Ziel, und hier ist sie eine super Saisonbestzeit geschwommen, die nicht einmal eine halbe Sekunde über ihrer Bestzeit aus 2016 war. Das ist absolut top, was sie hier geleistet hat“, sagte die Osnabrückerin Braun.

Mit dem Gang unter die Dusche läutete Bergmann gewissermaßen noch in Berlin seinen Sommerurlaub ein. Danach, kündigte der auf das Siegerpodest zurückgekehrte Medaillengewinner noch an Ort und Stelle an, „werde ich wieder loslegen.“ Weiteres Edelmetall im nächsten Jahr ist nicht ausgeschlossen, vielleicht schon bei der Kurzbahn-DM im Dezember, ebenfalls ins Berlin.


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