OSC-Kidsz gegründet Münnich hört nach 45 Jahren mit Handball auf

Von Peter Vorberg

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Zeit als Aktiver endet: Wolfgang Münnich spielte 45 Jahre lang Handball. Foto: Michael GründelZeit als Aktiver endet: Wolfgang Münnich spielte 45 Jahre lang Handball. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Am Namen Wolfgang Münnich führte in den letzten Jahrzehnten im hiesigen Handball kein Weg vorbei. Jetzt will der 55-Jährige kürzertreten – aber nicht ohne sich vorher noch an einige Augenblicke aus seiner Vergangenheit zu erinnern.

Im Mai zog der Geschäftsführer eines Familienunternehmens im Fledder letztmalig ein Trikot der HSG Osnabrück beziehungsweise seines Stammvereins Osnabrücker SC im Spiel der 4. Herren gegen die 2. Herren des VfL Bad Iburg über. „Ich bin froh, dass ich mich all die Jahre nicht groß verletzt habe. Ab sofort pfeife ich noch und helfe bei der Betreuung der 2. Herren, in der mein Sohn Yannis spielt“, sagt Münnich und erklärt, warum jetzt Schluss ist. „Die jungen Leute sollen nicht sagen: Was will der alte Sack noch? Da habe ich mal selber blöde Erfahrungen gesammelt, als ich ein Amt übernehmen wollte und man mir gesagt hat, ich sei zu jung. Ich fühle mich noch fit. Jetzt war aber der passende Zeitpunkt, jetzt ist es gut.“

An sein erstes Handballspiel erinnert sich Münnich immer noch, wie an viele weitere Momente der vergangenen 45 Jahre. Damals wurde noch Feldhandball gespielt. „Mein erstes Spiel war 1973 auf Schlacke beim OSC. Uwe Wygold hatte sich am Knie verletzt, und ich musste als E-Jugendlicher bei den großen C-Jugendlichen einspringen.“ Nach der A-Jugend („Ein tolles Team, in dem Party wichtig war“) ging es in die 1. Herren. „Daran erinnere ich mich nur ungern, weil ich gleich abgestiegen bin.“ Es folgte aber drei Jahre später mit einer jungen Truppe mit Stefan Krems, Uwe Wygold und Bruder Helmut der Aufstieg unter Trainer Uwe Marin. „Für mich war immer die Abwehr das Wichtigste“, beschreibt Münnich seine Handball-Philosophie. „Deshalb erinnere ich mich gerne an ein 9:9 gegen den SV Hellern. Eine schnelle Mitte gab es damals noch nicht. Außerdem sind mir viele Partien gegen den TV Bissendorf in Erinnerung geblieben. Die Rußwinkel-Brüder Klaus und Manfred waren meine unangenehmsten Gegner“, denkt der Abwehrspezialist und Mittelspieler trotzdem gerne an viele heiße Derbys gegen den TVB, aber auch gegen Gretesch und BW Schinkel mit lautstarken Zuschauern zurück. „Auswärts in anderen Hallen war ich immer besonders motiviert.“

Als es 1989 unter Trainer Stephan Teiling hochging in die Verbandsliga, trat Wolfgang Münnich kürzer und widmete sich fortan Beruf und immer mehr auch dem Ehrenamt. Und die Liste seiner Tätigkeiten ist lang: Jugendtrainer überwiegend von nicht so leistungsorientierten Mannschaften: 24 Jahre OSC-Vorstand, 14 Jahre HSG-Sportwart, 10 Jahre HSG-Abteilungsleiter, Jugendspielwart der Handball-Region, Schiedsrichter, Leiter eines Zeltlagers bei der Kirchengemeinde und anderes mehr. „Ich wollte der Jugend immer das zurückgeben, was ich selber erfahren habe. Das hat mich all die Jahre motiviert.“ Ein ganz besonderes Projekt hat Wolfgang Münnich beim OSC hinterlassen. Gemeinsam mit Julia Rietmüller entwickelte der Unternehmer vor rund zehn Jahren das Kindersportzentrum „Kidsz“ – ein Erfolgsformat.

Ohne das große Verständnis von Ehefrau Christiane wäre das Engagement in all der Zeit nicht möglich gewesen. „Ihr muss ich besonderen Dank sagen. Sie hat mich dennoch schon gefragt, was ich mit der Zeit jetzt anfangen will“, fängt Wolfgang Münnich an zu schmunzeln.

Rasten wird der Handball-Rentner aber keinesfalls. In Kürze steht in den Sommerferien wieder ein Jugendzeltlager der Kirchengemeinde St. Elisabeth im ostwestfälischen Augustdorf auf dem Programm. Dort sorgt er als Koch für die Verpflegung. Der HSG will er beratend weiter zur Verfügung stehen, wenn Not am Mann ist. „Die ist aber gut aufgestellt. Mathias Wygold hat frischen Wind reingebracht mit einem Eventkomitee. Sportlich sind wir in der männlichen Jugend sehr gut aufgestellt. Die C-Jugend spielt erstmals in der Oberliga, die B und A in der Landesliga. Die 1. Herren hat in der Landesliga knapp den Aufstieg verpasst“, fällt Wolfgang Münnichs Einschätzung positiv aus. Und er muss es aus der Erfahrung wissen – 45 Jahre Handball, immer bei seinem OSC.


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