Quantensprung: Erstmals unter 46 Sekunden Dritter der DM: Dammermann löst Ticket zur EM

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EM-Zinzelnorm, persönliche Bestzeit und Bronze bei der deutsche Meisterschaft: Fabian Dammermann (LG Osnabrück, Mitte). Foto: FotostandEM-Zinzelnorm, persönliche Bestzeit und Bronze bei der deutsche Meisterschaft: Fabian Dammermann (LG Osnabrück, Mitte). Foto: Fotostand

Nürnberg. „Ich weiß echt nicht, was ich sagen soll - ich bin absolut geplättet“, sagte Fabian Dammermann mit einem strahlenden Lächeln. Der 400-Meter-Läufer der LG Osnabrück hatte kurz zuvor im Finale der deutschen Meisterschaft in Nürnberg Bronze geholt. Und das in 45,94 Sekunden, seiner um satten 76 Hunderstelsekunden verbesserten persönlichen Bestzeit, mit der er die Einzelnorm für die Europameisterschaft in Berlin unterschritt.

Das Mindestziel des 20-Jährigen war ein Platz unter den ersten Vier, um sich für die deutsche Staffel bei der Heim-EM zu qualifizieren. „Ich hatte mir vorgenommen, meine Bestzeit auf 46,4 zu verbessern. Ich habe mir unter der Woche einmal vorgestellt, wie es ist, hier eine Medaille zu holen und die EM-Einzelnorm zu schaffen. Dass es jetzt reell ist, ist einfach unfassbar“, sagte Dammermann. Wenig später ging er auf den Wunsch von Bundestrainer Edgar Eisenkolb ein, zugunsten der Staffel auf einen Einzelstart zu verzichten und nicht dagegen zu klagen.

„Dabei hatte sich der Lauf nicht so schnell angefühlt. Ich habe auch nicht angenommen, dass ich Marvin Schlegel auf den letzten Metern noch eingeholt habe. Als ich dann auf die Anzeigetafel guckte, hätte ich vor Freude laut schreien können wie vor drei Wochen nach dem U-23-Titel in Heilbronn. Doch ich war einfach nur noch platt“, sagte Dammermann.

Vor sechs Wochen hatte der 20-Jährige in Dessau in 46,70 Sekunden erstmals die 47-Sekunden-Marke unterboten. Insgesamt dreimal blieb Dammermann unter 47 Sekunden, ehe er nun den nächsten Meilenstein setzte.

Nach dem Rennen in Dessau hatte der DLV-Präsident Jürgen Kessing zu ihm gesagt: „So locker, wie du die Zielgerade gelaufen bist, wirst du bald unter 46 Sekunden laufen. Mit einem starken Gegner neben dir sollte das klappen.“ Nach den ersten 300 Metern in Nürnberg hatte es noch nicht so ausgesehen, dass Dammermann den Worten von Kessing folgen würde. In 12,17 Sekunden auf den letzten 100 Metern setzte er dann allerdings seiner Steigerung in den letzten Wochen die Krönung auf. „So schnell ist auf den letzten 100 Metern in Deutschland kein anderer 400-Meter-Läufer“, sagte der stolze LGO-Trainer Anton Siemer.

Es siegte Johannes Trefz (LG Stadtwerke München) in 45,70 Sekunden vor Patrick Schneider (LAC Quelle Fürth, 45,82). Fünfter hinter Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz, 45,95) wurde Vorlaufssieger Torben Junker (LG Olympia Dortmund, 46,17). Sieben der acht Finalisten erzielten eine persönliche Bestzeit. Auf ein solch starkes DM-Finale über 400 Meter hatte der DLV lange gewartet.

Achte im Stabhochsprung wurde die Mellerin Ria Möllers von Bayer Leverkusen. Die 4 Meter übersprang sie im zweiten Versuch, die 4,15 Meter sogar im ersten. Nur sechs Athletinnen schafften die 4,25 Meter, Möllers gehörte nicht dazu. Bei der U-23-DM in Heilbronn hatte Möllers mit ihrer Bestleistung von 4,25 Metern die Silbermedaille geholt.

„Ich bin mit meinem Wettkampf zufrieden - auch wenn ich meine Bestleistung gerne eingestellt hätte. Es war ein super Erlebnis, auch draußen bei der großen DM mit dabei zu sein und vor dem riesigen Publikum zu springen“, sagt Möllers. Ein Stück weit sei bei ihr am Ende einer langen Saison die Luft raus gewesen. „Mein Körper hat mir Grenzen aufgezeigt. Ich habe nach der U-23-DM kaum noch trainiert“, ergänzt die Mellerin. „Jetzt werde ich mich erstmal erholen, um ab dem Winter mit einem hoffentlich ausgeruhten und gesunden Körper noch größere Höhen in Angriff zu nehmen.“

Über 3000 Meter-Hindernis der Frauen erfüllte die Ankumerin Jana Palmowski von der SV Brackwede als gute Zwölfte in der um 3,78 Sekunden verbesserten Bestleistung von 10:22,12 Minuten ihre Erwartungen. „Super gut, ich bin voll zufrieden. Das Rennen lief ganz nach Plan, ich bin gut mitgeschwommen.“ Die Saison sei viel besser verlaufen, als sie nach dem schwächeren Vorjahr erwartet hatte. „Noch besser würde ich mich fühlen, wenn ich mit Tina Böhm ins Ziel gekommen wäre“, sagte sie. Doch Böhm (Osnabrücker TB), die einst mit Palmowski beim OTB trainiert hatte, zog sich nach 850 Metern bei der Landung im Wassergraben einen Mittelfußbruch und knöcherne Bandausrisse zu. Die 28-Jährige wird im Laufe der Woche operiert.


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