Deutsche Meisterschaft in Nürnberg LGO-Langsprintstaffel holt U-20-Silber

Von Christian Detloff


Nürnberg. Bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Nürnberg hat die U-20-Staffel der LG Osnabrück über 4x400 Meter mit einer rundum überzeugenden Vorstellung in 3:16,32 Minuten die Silbermedaille gewonnen. Nur die Stützpunktstaffel des SC Potsdam mit zwei Nationalathleten war in 3:14,33 Minuten noch schneller als die Osnabrücker.

Adrian Düring, Finn Stuckenberg, André Rohling und Felix Hasselmann hatten im Vorlauf in 3:19,04 Minuten eine neue deutsche Jahresbestleistung gelaufen, die nun von den klar favorisierten Potsdamern nochmal deutlich verbessert wurde. Doch auch das LGO-Quartett war weitere 2,72 Sekunden schneller als im Halbfinale und verwies so den stärker eingeschätzten USC Mainz mit fünf Zehntelsekunden Vorsprung souverän auf den Bronzerang.

„Silber - das ist einfach geil“, schwärmte Rohling: „Wir hatten uns nach Platz acht im Vorjahr gesagt, dass wir diesmal um eine Medaille mitrennen wollen. Jetzt sind wir sogar Vizemeister und waren mannschaftlich gesehen wohl sogar die besten von allen. Ist das genial...“, sagte Adrian Düring: „Wir hatten uns vorher gesagt, dass wir im Finale eine 3:18er-Zeit laufen wollen, vielleicht eine hohe 3:17. Dass es eine tiefere 3:16 wird, hatten wir uns vorher nicht vorstellen können.“

Für Stuckenberg und Hasselmann war es das zweite DM-Silber nach der U-20-DM 2016. „Unsere Entwicklung ist unglaublich stark“, befand Hasselmann: „Wir haben in Osnabrück ja kein Internat mit bezahltem Trainer. Es ist nicht hoch genug einzuschätzen, was unser Trainer Anton Siemer alles mit uns macht. Er ist an jedem Wochenende mit welchen von uns unterwegs. Er arbeitet auch mental unheimlich viel mit uns. So sind wir alle für wirklich jede Rennsituation gut gewappnet.“

Die beste Leistung im rundum überzeugenden Team lieferte wie am Vortag Stuckenberg ab, der an Position zwei die Staffel als Sechster bekam, an die Spitze lief und mit klarem Vorsprung an Rohling übergab. 47,7 Sekunden bedeuten seine Staffelbestzeit. „Ein geiles Gefühl“, befand er. Auf Videokamera festgehalten wurde der Lauf übrigens spontan von Fabian Damermann, der drei Stunen später DM-Dritter der Männer über 400 Meter wurde und das EM-Einzelticket löste.

Vier bis fünfmal die Woche trainiert die 400-Meter-Laufgruppe zusammen. „Sommerurlaub gönnt sich seit Jahren keiner, sie trainieren freiwillig durch“, beschrieb der glückliche Siemer: „Und wenn sie nicht krank sind, lassen sie ganz konsequent keine Trainingseinheit aus.“ Ob bei einem Wettkampf oder privat: An fast jedem Wochenende unternimmt die Staffel etwas zusammen. Was auch deshalb nicht selbstverständlich ist, weil Stuckenberg in Damme wohnt.

Am nächsten Wochenende tritt das Quartett bei der U-20-DM in Rostock über 4x100 Meter an. Stuckenberg, Düring und Hasselmann starten zudem über 400 Meter im Einzel.

Derweil hat sich die 3x1000-Meter-Staffel der LG Osnabrück im U-20-Endlauf gegenüber dem Halbfinale um einen Platz und 1,24 Sekunden in 7:41,79 Minuten auf Platz acht verbessert. „Wir sind unter den Top acht und bekommen somit auf dem erweiterten Siegerpodium eine Urkunde. Das Ziel ist erreicht“, freute sich Startläufer Nils Huhtakangas. „Platz acht entspricht unseren Vorstellungen“, sagte Linus Vennemann als LGO-Schnellster knapp vor Schlussläufer Timon Schöning und Startläufer Nis Huhtakangas. Das Trio startet bei der U-20-DM in Rostock im Einzel sowie als 3x1000-Meter-Männerstaffel.

Fünfter über 3x1000 Meter wurde die Startgemeinschaft Löning/Bothfeld/Melle mit dem Meller Mathis Seelhöfer.


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