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LGO-Staffel: deutsche Jahresbestzeit Dammermann souverän ins Finale der Leichtathletik-DM

Von Christian Detloff


Nürnberg.  Als insgesamt Fünfschnellster der drei Vorläufe ist Fabian Dammermann von der LG Osnabrück souverän in das 400-Meter-Finale der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Nürnberg am Sonntag um 16.10 Uhr (live auf leichtathletik.de) eingezogen.

Nach 46,96 Sekunden kam Medaillenkandidat Dammermann mit seiner bislang drittschnellsten Zeit ins Ziel. „Dabei bin ich die letzten 20 Meter nicht mehr so schnell angegangen, wie ich es morgen im Finale vorhabe“, sagte Dammermann. Noch flinker als der Osnabrücker waren Torben Junker (LG Olympia Dortmund, 46,46 Sekunden), Manuel Sanders (Preußen Münster, 46,71), Titelverteidiger Johannes Trefz (46,73, LG Stadtwerke München) und Patrick Schneider (LAC Quelle Fürth, 46,81). „Das Rennen hat sich gut angefühlt“, sagte Junker als Vorlaufschnellster: „Ich habe noch ein paar Kräfte für morgen sparen können. Das ist auch gut, denn das ist hier die Qualifikationsebene für die Heim-Europameisterschaft in Berlin - also mit einem höheren Stellenwert als eine normale DM. Morgen ist alles möglich. Im Finale werden die Karten wieder völlig neu gemischt.“

Unterdessen gewann Schneider den dritten Vorlauf knapp vor Dammermann. Mit Junker, Trefz und Schneider hatte Dammermann vor Wochenfrist beim Weltcup in London überraschend Staffel-Bronze gewonnen. Der Vorlauf-Sechste, Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz, deutscher Einzelstarter in London), erreichte in 47,08 Sekunden keine 46er-Zeit.

„Ich war vor dem Rennen ziemlich nervös. Ich habe mittlerweile einen höheren Anspruch als noch vor einem Jahr. Den habe ich mir erarbeitet“, sagte Dammermann nach seinem Vorlauf bei der deutschen Meisterschaft. „Das ist schon ein neues Gefühl. Ich wollte unbedingt in dieses Finale“.

Er habe noch ein paar Körner für Sonntag gespart und trotzdem eine gute Zeit erzielt. „Morgen werde ich einfach noch einen starken Lauf abliefern. Ich will mich so einordnen, dass es mit dem Staffel-Ticket zur Europameisterschaft etwas werden kann“, sagte der 20-Jährige.

Nach dem Vorlauf ging es für Dammermann gleich zurück ins Hotel. Aufgrund seiner leichten Erkältung stand sofort die Regeneration im Vordergrund.

Guter Neunter über 3000 Meter Hindernis wurde in Nürnberg Jannik Seelhöfer vom SC Melle. In 8:52,78 Minuten unterbot der Vierte der U-23-DM seine zwei Jahre alte Bestzeit um 3,52 Sekunden. Im Vorjahr bei der Männer-DM in Erfurt war der Student in 9:03,41 Minuten als Zehnter noch mehr als zehn Sekunden langsamer. „Ich bin super zufrieden“, sagte Seelhöfer: „Gerade auf dem letzten Kilometer habe ich in 2:57 Minuten noch ordentlich einen rausgehauen. Das ist selten, dass die dritten 1000 Meter die schnellsten sind“, sagte der 20-Jährige. Es sei schön, dass nach dem verpatzten Vorjahr nun der Knoten geplatzt ist: „Es hat sich schon im Saisonverlauf angedeutet. Darauf kann ich im Hinblick auf die nächste Saison, wenn ich mich für die U-23-EM qualifizieren will, gut aufbauen.“

Auch sein Trainer Frank Rüdiger war hochzufrieden. „Jannik hat endlich wieder gezeigt, was in ihm steckt. Und ich weiß: Er kann noch mehr, gerade auf der letzten Runde.“ Wenn sein Schützling noch ein bisschen lockerer im Rennen werde, dann sei der nächste Entwicklungsschritt nur eine Frage der Zeit. Am kommenden Wochenende startet Seelhöfer zum Saisonabschluss beim IFAM Oordegem in Belgien über 5000 Meter.

Zuvor war die 4x400-Meter-Staffel der LG Osnabrück in der Besetzung Adrian Düring, Finn Stuckenberg, André Rohling und Felix Hasselmann mit der deutschen Jahresbestzeit von 3:19,04 Minuten ins Finale am Sonntag um 13 Uhr eingezogen.„Erstmals hat es eine LGO-Staffel in der U20 als Vorlaufsieger ins Finale einer deutschen Meisterschaft geschafft“, freute sich Rohling: „Wir hatten uns 3:20 Minuten vorgenommen. Wir haben aber nicht wirklich angenommen, dass es bei diesem Regen beim Einlaufen und im Rennen zwingend etwas wird.“ Das Quartett sollte sogar eine noch schnellere Zeit erzielen.

1,83 Sekunden betrug der LGO-Vorsprung auf den USC Mainz als Zweiten des zweiten Vorlaufs. Im ersten der beiden Vorläufe hatte die favorisierte, im Rennen leicht überheblich wirkende Staffel des SC Potsam mit 3:21,67 Minuten die insgesamt drittschnellste Zeit erreicht. „Potsdam mit seinen Mitgliedern der U-20-Nationalmannschaft hat noch nicht alles aus sich rausgeholt. Auch Mainz kann sich noch steigern“, weiß Rohling, dass die LGO nicht als Favorit ins Finale geht: „Wir wollen aber jetzt natürlich eine Medaille.“

„Obwohl zum Start der DM noch nicht so viel los ist, war die Stimmung hier im Max-Morlock-Stadion schon prima. Morgen wird sie dann bestimmt noch prickelnder“, freute sich derweil der herausragende Finn Stuckenberg (48,14 Sekunden), der die LGO in Führung gebracht hatte. Diese liefen Rohling - in 50,02 Sekunden wie Stuckenberg in der Staffel noch nie schneller - und Hasselmann sicher nach Hause.

Düring war derweil froh, dass ihm sein hinterer rechter Oberschenkel keine Probleme bereitet hatte. „Ich bin das Rennen ziemlich schnell angegangen und war mir nicht sicher, ob das gut geht“, sagte der Startläufer, dessen Einsatz wegen seines lange blockierten Kahnbeins bis zuletzt fraglich war. „Morgen wollen wir unter 3:19 Minuten bleiben“, blickte indes Hasselmann voraus, der zum vierten Mal in Folge mit der U-20-Langsprintstaffel der LGO das DM-Finale erreichte und 2016 in Kassel Silber geholt hatte, voraus.

Derweil hat die 3x1000-Meter-Staffel mit Nils Huhtakangas, Linus Vennemann und Timon Schöning als Neunte in 7:43,03 Minuten das Finale der zehn Besten am Sonntag erreicht. Der Rückstand auf den Vorlaufbesten, die LG Olympia Dortmund II, betrug 4,74 Sekunden. 3,35 Sekunden flinker als die LGO war Startläufer Mathis Seelhöfer mit der LG Löningen/Bothfeld/Melle als Fünfschnellste des Vorlaufs. „Den Top-Fünf-Platz wollen wir morgen verteidigen. Alles darüber wäre ein toller Bonus“, sagt Seelhöfer: „Wir sind Außenseiter im Medaillenrennen. Aber ich träume natürlich schon von einem Podesplatz.“ Mit dem 3x1000-Meter-Endlauf der U20 am Sonntag ab 12.30 Uhr startet die DM in ihren letzten Tag.

Am Sonntag greifen mit der Stabhochspringerin Ria Möllers (Bayer Leverkusen) und den gut miteinander bekannten 3000-Meter-Hindernisläuferinnen Tina Böhm (Osnabrücker TB) und Jana Palmowski (aus Ankum, nun SV Brackwede) auch die weiteren Qualifikanten dieser Region ein.


Deutsche Leichtathletikmeisterschaft in Nürnberg: Die Starter dieser Region

So., 12.30 Uhr: Finale der 3x1000-Meter-Staffeln der U20, der SG Löningen/Bothfeld/Melle und der LG Osnabrück.

So., 13 Uhr: Finale der 4x400-Meter-Staffeln der U20, mit der LG Osnabrück.

So., 14.06 Uhr: Stabhochsprung der Frauen mit der Mellerin Ria Möllers (Bayer Leverkusen).

So., 16.10 Uhr: Finale über 4x400 Meter der Männer, ggfs. mit Fabian Dammermann (LGO).

So., 16.50 Uhr: Endlauf 3000 Meter Hindernis der Frauen mit der Ankumerin Jana Palmowski (SV Brackwedde) und Tina Böhm (OTB).

Leichtathletik.de überträgt am Sonntag ab 12.30 Uhr.

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