Deutsche Meisterschaft im Schwimmen Bergmann holt über 50 Meter Schmetterling Bronze in Berlin

Von Carsten Loos


Berlin. Ein abgespecktes Startprogramm und die neue Lockerheit haben zum Erfolg geführt: Schwimmer Jonas Bergmann von der SG Osnabrück hat bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin die Bronzemedaille über 50 Meter Schmetterling gewonnen. Der neue Meister, Damian Wierling, war nicht zu schlagen. Platz zwei verpasste der Osnabrücker hauchdünn.

Ein Anflug von einem Lächeln schien über sein Gesicht zu huschen, als sich Schwimmer Jonas Bergmann von der SG Osnabrück nach seinem Zielanschlag über 50 Meter Schmetterling zur Anzeigetafel umdrehte. Hinter seinem Namen leuchtete die Ziffer „3“ auf: Bronze bei der Deutschen Meisterschaft.

Der Osnabrücker Vorzeige-Schwimmer war nach 23,97 Sekunden im Ziel angekommen, nur zwei Hundertstelsekunden langsamer als bei seiner Bestzeit aus dem Jahr 2014. Dabei musste der Vorlaufzweite dem neuen Meister Damian Wierling (SG Essen/23,54 Sekunden) um 43 Hundertstelsekunden und dem entthronten Titelverteidiger David Thomasberger (SSG Leipzig/23,93) allerdings nur um vier Hundertstelsekunden den Vortritt lassen.

„Ich kann wieder schnell schwimmen“

„Ich bin total happy, dass ich eine Medaille gewonnen habe“, sagte der Deutsche Meister von 2015 im Schmetterling-Sprint, „aber es ist natürlich ärgerlich, wenn man so knapp Dritter wird“. Er habe schneller schwimmen wollen als im Vorlauf, am liebsten unter 24 Sekunden. Beide Vorhaben gelangen. „Das zeigt, dass es wieder geht nach den letzten Jahren“, betonte Bergmann, „dass ich wieder schnell schwimmen kann“. Im Vorjahr war Bergmann auch als Zweiter ins Finale eingezogen, direkt neben Wierling gestartet, hatte aber durch einen Fehler beim Eintauchen ins Wasser bereits jegliche Chancen auf eine Medaille vertan.

Auf Freistil-Start verzichtet

Weniger ist manchmal mehr. Und so hatten sich Bergmann und Trainerin Janina Braun tags zuvor beraten. „Meine Trainerin hat mir empfohlen, über 100 Meter Freistil abzumelden“, sagte Bergmann, „und den Fokus voll auf die 50 Meter Schmetterling zu legen.“ Zwischen den beiden Vorläufen war lediglich eine Stunde Zeit. Der neue Fahrplan ging voll auf. Bergmann schlug im Vorlauf nach 24,17 Sekunden an, zog so als Zweiter hinter Wierling (24,02) ins Finale ein. Seine Saisonbestzeit von 24,57 Sekunden hatte er im April in Hannover geschwommen. Bergmann war überaus zufrieden mit seiner Vorstellung im Vorlauf: „Es ist gut gelaufen.“ Lediglich nach halber Strecke sei er kurz aus dem Rhythmus gekommen.

Vornholt wird Zwölfter der Juniorenwertung

Unterdessen freute sich Jannis Vornholt über 50 Meter Schmetterling über eine neue Bestzeit und den 12. Platz in der Juniorenwertung. Er verbesserte sich um 21 Hundertstelsekunden auf 25,91 Sekunden. Seine alte Marke von 26,12 Sekunden hatte seit März 2017 Bestand; im Juni hatte er diese Zeit in Bochum wiederholt. „Das war ganz gut“, sagte Vornholt nach dem Rennen, „diese Bestzeit hatte ich noch nicht erwartet“. In der offenen Wertung über 50 Meter Schmetterling landete Vornholt auf dem 45. Platz.

Vornholt und Bergmann starten jeweils noch einmal

Nach zwei erfreulichen Auftritten in Berlin, über 100 Meter Rücken und 50 Meter Schmetterling, geht Vornholt nun zuversichtlich seinem eigentlichen DM-Höhepunkt entgegen: Dem Rennen über 50 Meter Rücken am Samstag (21. Juli). Die Form scheint zu passen. Im Vorjahr war er immerhin Deutscher Meister des Jahrgangs 1999 auf dieser Strecke. In diesem Jahr hat Vornholt 27,20 Sekunden aus dem Februar als Top-Zeit in den Bestenlisten stehen. Zum Abschluss der DM-Tage von Berlin steht für Bergmann am Sonntag (22. Juli) noch der Sprint über 50 Meter Freistil auf dem Kalender.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN