Idealist mit großem Herzen für die Jugend Bundesverdienstkreuz für BW-Schinkel-Präsident Boßmeyer

Von Christian Detloff

Das Bundesverdienstkreuz übergab Oberbürgermeister Wolfgang Griesert an Fritz Boßmeyer (links). Foto: Swaantje HehmannDas Bundesverdienstkreuz übergab Oberbürgermeister Wolfgang Griesert an Fritz Boßmeyer (links). Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück Von einem erhebenden Gefühl sprach Fritz Boßmeyer, der seit 45 Jahren Präsident von Blau-Weiß Schinkel ist. Zuvor hatte ihm der Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert feierlich im Friedenssaal des Rathauses vor 45 Gästen aus Politik, Verwaltung und Sport das Bundesverdienstkreuz im Bereich des Sports verliehen.

„In erster Linie war es überraschend für mich, als ich von der Auszeichnung durch den Bundespräsidenten erfahren habe“, sagte Boßmeyer bescheiden und lenkte die Aufmerksamkeit umgehend um: „Für mich ist im Sport nur die Jugend entscheidend. Wenn ich sehe, wie sie sich engagiert, dann bin ich stolz und zufrieden.“

Typisch Boßmeyer: Der Idealist wurde nach seiner aktiven Fußballerzeit gleich Jugendleiter bei Blau-Weiß und später im Stadtsportbund. Er organisierte Zeltlager auf Norderney und später Ameland und führte sie maßgeblich durch. Und er sorgte später dafür, dass der Verein seit 2011 ein DOSB-Stützpunkt für Integration ist. „Jung und Alt, Eingesessene und Hinzugezogene treffen bei Blau-Weiß Schinkel besonders aufeinander. Der Verein und sein Präsident sorgen für ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl“, lobte Griesert und sagte zu Boßmeyer: „Sie repräsentieren in treffender Weise das Wesen unserer Friedensstadt.“

Wichtige Beziehungen baute der mittlerweile 71-Jährige für Blau-Weiß auf. Der hochverdiente Ehrenamtler wusste in der Regel früher als andere Vorsitzende, welche neuen Fördergelder zu beantragen sind. „In Ihren ersten vier Jahren als Präsident ab 1973 ist die Mitgliederzahl mit neuen Sportarten und verbesserter Infrastruktur von 400 auf 1400 angestiegen. Sie hatten einen unglaublichen Einfluss auf die positive Entwicklung des Vereins“, betonte Griesert, der Boßmeyer vor vier Jahren bereits für sein Lebenswerk geehrt hatte.

Laut dem Oberbürgermeister befindet sich Boßmeyer mit seiner Auszeichnung in bester Gesellschaft: „Niemand bezweifelt, dass Sie ein Durchsetzungsvermögen besitzen wie Vitali Klitschko. Sie haben die Aufs und Abs im Sport ebenso erlebt wie Jürgen Klinsmann, Silvia Neid und Jogi Löw“, sagte er humorvoll.

Sein Durchsetzungsvermögen bewies der Schinkelaner vor Jahren auch dem Stadtrat, als dieser die Zuschüsse zur Pflege der Sportanlagen kürzen wollte: „Keiner regte sich auf. Ich schrieb dem Stadtrat: ,Das könnt Ihr gerne machen. Ich schließe dann am 31. Dezember den Laden hier ab – und Ihr könnt zusehen, wie Ihr das mit dem dann noch zur Verfügung gestellten Geld hinbekommt. Ich bezweifel, dass ihr das hinbekommt.‘“

Das Ergebnis: Die Kürzungen fielen weit weniger drastisch als zunächst geplant aus – und Boßmeyer blieb im Amt. „So allmählich geht meine Arbeit zu Ende“, sagte er nun. Die Betonung liegt dabei offenbar eher auf allmählich: „Die Arbeit ist immer noch schön und macht Freude.“


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