Osnabrücker Bergrennen 2018 Stegmann/Deutsch: Wenn Motorsport eine Familiensache ist

Von Sportredaktion

Familiensache: Benzingespräche gehören bei der Rennsportfamilie von Tobias Stegmann (links) und Stefanie Deutsch (rechts) samt Tochter dazu. Foto: Highheel RaceshotsFamiliensache: Benzingespräche gehören bei der Rennsportfamilie von Tobias Stegmann (links) und Stefanie Deutsch (rechts) samt Tochter dazu. Foto: Highheel Raceshots

Hilter. Mit Organisationsleiter Bernd Stegmann ist er über mehrere Ecken verwandt, aber das bringt ihm keinen Vorteil: Auf der Rennstrecke ist Motorsportler Tobias Stegmann auf sich gestellt, auch bei der 51. Auflage des Osnabrücker ADAC Bergrennens (4./5. August). Dafür hat der Borgloher große familiäre Rückendeckung bei seinem Heimspiel.

Das Rennen am Uphöfener Berg ist für Tobias Stegmann ein Heimspiel. Als Kind fuhr der Borgloher – wie es damals noch erlaubt war –stolz bei den Rückführungen der Autos mit. Über das Kartfahren beim MSC Osnabrücker Land kam er 2004 zu einem VW Golf 1 GTI, den er von Bergrennen-Gönner Michael Starke erwarb. Das Rennhobby nahm Gestalt an.

Beim Bergrennen lernte er Stefanie Deutsch kennen, die mit ihrem Vater Bernd Deutsch schon lange im Motorsport unterwegs ist – als eine von wenigen Frauen. „Ein, zwei Rennen“ hatte Stefanie Deutsch zu Beginn ihrer Karriere fahren wollen. Im ersten Rennjahr gewann sie gleich die Trophäe des Deutschen Motorsport-Bundes als beste Frau am Berg.

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Die gemeinsame Begeisterung für den Motorsport brachte Deutsch und Stegmann privat zusammen. Seit 2011 ist Stegmann beim Rennstall „Deutsch Racing“ nahe Göttingen mit von der Partie. Nach der Geburt der Töchter (ein Jahr und vier Jahre alt) pausiert Deutsch. Auch Stegmann tritt kürzer, aber einige Rennen lässt er sich nicht entgehen: Der Heimauftritt in Borgloh steht fest in seinem Kalender. Die Verwandten vor Ort und die alten Kumpel in der „Maisfeldkurve“ warten schon darauf, ihm zujubeln zu können. Zuhause muss er nicht darum kämpfen, zu den Rennen fahren zu dürfen. Im Hause Deutsch/Stegmann heißt es: Wenn Autorennen ist, wollen alle mit.

Gelernte Schrauber sind Stegmann und Deutsch nicht, aber beide haben beruflich mit Autos zu tun. Stegmann arbeitet bei einem Automobilzulieferer, Deutsch bei einem Motorsportversicherer. Doch ohne selbst zu schrauben, geht es nicht, sagt Stegmann: Die Gruppe E1-Berg, in der sie jetzt fahren, könne man sich als Normalverdiener sonst gar nicht leisten. Außerdem liegt für ihn ein Reiz darin, immer wieder Verbesserungen herauszuholen. Beim Feintuning am Auto gibt es „nie ein Ende“, sagt er.

Die nächste Rennfahrergeneration steht schon in den Startlöchern: Die beiden Töchter sind bei den Rennen als Zuschauer dabei. Und die Vierjährige hat schon längst entschieden: Ihr erster Rennwagen wird pink.


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