Bronze auf der großen Bühne Dammermann holt Medaille mit deutscher Staffel in London

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Auf der großen Bühne: Der Osnabrücker Fabian Dammermann (rechts) holte mit der deutschen 4 x 400-Meter-Staffel in London Bronze. Foto: imago/Action PlusAuf der großen Bühne: Der Osnabrücker Fabian Dammermann (rechts) holte mit der deutschen 4 x 400-Meter-Staffel in London Bronze. Foto: imago/Action Plus

Osnabrück. Eine Woche vor der Deutschen Meisterschaft hat sich der Osnabrücker Langsprinter Fabian Dammermann beim Leichtathletik-World-Cup in London in starker Form präsentiert. Mit der deutschen Staffel gewann er bei dem Länderkampf die Bronzemedaille und darf nun auf die EM-Teilnahme hoffen.

Die Rückreise endete am Montagmittag pünktlich am Düsseldorfer Flughafen. Dammermann wurde von seinen Eltern abgeholt und nach Münster gefahren: Dort stand am Montagnachmittag noch eine Klausur für den 20-jährigen Studenten an. Die Bronzemedaille von London war im Handgepäck mitgereist, „in einen Pullover eingewickelt, damit sie keinen Kratzer bekommt“, verriet Dammermann.

Aus Platz vier wird noch die Bronzemedaille

Mit einer Medaille hatte die deutsche 4 x 400-Meter-Staffel bei dem erstmals ausgetragenen Ländervergleich der acht leistungsstärksten Nationen der Welt nicht gerechnet. Schon über Platz vier hatte sich das deutsche Quartett gefreut, das in 3:03,16 Minuten unter dem Ziel von 3:04 Minuten geblieben war. „Als wir uns nach dem Wettkampf umzogen, kam ein Offizieller und wollte uns zur Siegerehrung abholen. Da wurde es kurz hektisch“, berichtet Dammermann.

Medaillen von Carl Lewis

Weil die zweitplatzierten Südafrikaner wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert worden waren, wurde Deutschland Dritter hinter den USA (2:59,78 Minuten) und Polen (3:02,80). „Angesichts der Nationen, die am Start waren, war die Freude natürlich riesig. Das waren die besten Acht der Welt“, sagt Dammermann. Vor Zehntausenden Zuschauern im Londoner Olympiastadion war die Siegerehrung an sich schon beeindruckend, aber sie erhielt noch einen besonderen Glanz: Carl Lewis, mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger aus den USA, überreichte die Medaillen.

Dammermann mit Zeit bedingt zufrieden

Am Platz auf dem Siegertreppchen hatte Dammermann seinen Anteil. Der Osnabrücker hatte als dritter Läufer nach Johannes Trefz (München) und Torben Junker (Dortmund) den Staffelstab übernommen und ihn 46,13 Sekunden später an Schlussläufer Patrick Schneider (Fürth) übergeben. Die Zeit war aus Dammermanns Sicht in Ordnung – mehr aber auch nicht. „In einer Staffel bin ich noch nicht schneller gelaufen, aber als Sportler ist man ja Perfektionist“, haderte er mit dem Rennverlauf.

Nach 200 Metern ausgebremst

Nach den ersten 200 Metern war Dammermann auf seinen polnischen Konkurrenten aufgelaufen. Weil ein Jamaikaner und ein Südafrikaner neben ihm angriffen, musste Dammermann abbremsen, bevor er auf zum Überholen ausscheren konnte. „Und dann musste ich durch die zweite Kurve den weiten Weg über Bahn zwei gehen. Da macht man einige Meter mehr. Dabei gehen Zehntelsekunden verloren“, sagt er.

Jubel und Lob bei der LG Osnabrück

In der Heimat war die Freude trotzdem ungebrochen. „Fabian hat gemerkt, dass er mit der Weltklasse mithalten kann“, freute sich Anton Siemer, Trainer der LG Osnabrück. Die Vereinskameraden hatten gegrillt und sich das Rennen gemeinsam angeschaut. „Das ist Fabian. Extrem stark“, freute sich Adrian Düring, der gemeinsam mit Dammermann vor zwei Wochen in der Staffel zu Bronze bei der Deutschen U23-Meisterschaft gelaufen war.

Gute Aussichten für eine Staffel bei der EM

Mit der Zeit – laut LGO die schnellste einer deutschen 4x400-Meter-Staffel seit der Europameisterschaft 2014 in Zürich – lieferten Dammermann und Co gute Argumente für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), eine Staffel bei der Heim-Europameisterschaft in Berlin (7. bis 12. August) zu melden. „Wir haben das Ticket nach Berlin gelöst“, jubelte Dammermann – vorbehaltlich der endgültigen DLV-Entscheidung.

Deutsche Meisterschaft in Nürnberg

In Berlin würde der Osnabrücker gerne wieder starten. Der Weg dorthin führt über Nürnberg, wo am kommenden Wochenende die Deutsche Meisterschaft ausgetragen wird. „Ich habe eine gute Ausgangsposition und gezeigt, dass ich meine Leistungen solide abrufen kann“, sagt Dammermann. In Nürnberg gelte es für ihn nun, mit einer starken Zeit und einer vorderen Platzierung „den Staffelplatz für Berlin zu verteidigen“.


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