Weltcup mit deutscher 4x400-Meter-Staffel Dammermann: Bestimmt kein Motivationsmangel in London

Von Christian Detloff

Vorfreude: Fabian Dammermann. Foto: Lewandowski/LGOVorfreude: Fabian Dammermann. Foto: Lewandowski/LGO

Osnabrück An diesem Sonntag um planmäßig 21.42 Uhr bestreitet Fabian Dammermann von der LG Osnabrück beim Weltcup im Londoner Olympiastadion, wo Olympia 2012 und die WM 2017 ausgetragen wurden, seinen zweiten Einsatz in der A-Nationalmannschaft nach den World Relays 2017 auf den Bahamas.

Wie auf den Bahamas und bei der U-20-Weltmeisterschaft 2016 läuft der 30-Jährige in der deutschen 4x400-Meter-Staffel an Position drei. Die vier derzeit schnellsten DLV-Langsprinter starten in der Reihenfolge Johannes Trefz (München), Torben Junker (Dortmund), Dammermann und Patrick Schneider (Fürth). Gegner sind die Staffeln von Gastgeber Großbritannien, die USA, Jamaika, Südafrika, China, Polen und Frankreich.

Das deutsche Quartett muss sich für eine Staffel-Nominierung des DLV bei der EM Anfang August in Berlin anbieten. „Eine Zeit zwischen 3:03 und 3:04 Minuten wäre gut. Ich denke, dann geht eine deutsche Staffel in Berlin an den Start“, sagt Dammermann, der mit seinen Staffelmitgliedern und Einzelstarter Marvin Schlegel (Chemnitz) vor dem Flug nach London in Fürth ein Trainingslager mit leichten Einheiten und Teambuilding (unter anderem ein Bummel durch Nürnberg und ein Besuch des Pumavision Headquarters ) bestritt. „Es hat Spaß gemacht. Wir sind alle fit. An Motivation mangelt es bestimmt nicht“, sagt Dammermann.

Aus Fürth ging es nach München und von dort per Flugzeug nach London. „Bis zum Teamhotel haben wir – auch wegen der Proteste gegen den Trump-Besuch in London – zwei Stunden gebraucht“, sagt Dammermann. „So konnten wir einiges von der Stadt sehen.“

Das Rennen im Londoner Olympiastadion im Queen Elizabeth Olympic Park, das 60000 Zuschauer fasst und weitgehend ausverkauft sein soll, ist auf watchathletics.com zu verfolgen. „Ich habe das Stadion aus dem Flieger gesehen. Es sah schon von oben groß aus“, sagt Dammermann. Noch sei er entspannt. Die erste Nervosität könne sich allerdings am Samstag einstellen, wenn die Mannschaft im Stadion trainiert. „Das Wochenende wird ein geniales Erlebnis“, ist der 20-Jährige überzeugt.

„Selbst wenn Fabian in London mit der Staffel mit einem starken Auftritt die Grundlage für einen Start in Berlin schaffen sollte, ist damit seine eigene Nominierung für die Heim-EM keineswegs gesichert“, weiß derweil sein Vereinstrainer Anton Siemer. Dafür gilt es, am 21./22.7. bei den Deutschen Meisterschaften mit einer Top-Zeit am besten unter die ersten Vier zu sprinten, um keine Diskussionen aufkommen zu lassen. Derzeit ist Dammermann der viertschnellste Deutsche der Sommersaison 2018.

„Der Start in London ist sicherlich kein Nachteil und eine Empfehlung für Berlin“, sagt Siemer: „Ausschlaggebend aber ist das Ergebnis und zwar Platzierung und Zeit, in Nürnberg.“