Besondere Premiere für 79-Jährige Osnabrückerin legt zum 60. Mal das Sportabzeichen in Gold ab

Von Peter Vorberg

Meine Nachrichten

Um das Thema OS-Sport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Marianne Wehmeier hat in ihrem Leben schon viele sportliche Höchstleistungen vollbracht. Jetzt aber wurde die rüstige Seniorin vom Wassersportverein Osnabrück für etwas ganz Besonderes ausgezeichnet, was noch keiner Osnabrückerin zuvor gelang. Die 79-Jährige schaffte zum 60. Mal in Folge die geforderten Leistungen für das Deutsche Sportabzeichen – und das in Gold.

Udo Mehlert überreichte der ehemaligen Sportlehrerin auf der Illoshöhe im Auftrag des Stadtsportbundes (SSB) einen ganzen Reigen von Geschenken – ein SSB-Handtuch, eine Ehrenurkunde, die goldene Ehrennadel des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), das DOSB-Maskottchen Timmy und als Sonderauszeichnung die „Ehrengabe“ des DOSB, ein feines goldenes Eichenblatt. „Ich bin darauf schon mächtig stolz, weil das in Osnabrück keine Frau vor mir geschafft hat“, strahlte „Anne“, wie sie von ihren Freunden gerufen wird. „Und in fünf Jahren gibt es die nächste Auszeichnung“, schob Marianne Wehmeier eine flotte Ansage hinterher.

Ohne großes Training

Bei einer Demonstration sprintet die Seniorin, die auch selbst das Sportabzeichen abnimmt, mit beeindruckenden Trommelschritten über die Tartanbahn. „Leider muss ich in meinem Alter nur noch 30 Meter sprinten – da komme ich eigentlich erst so richtig in Fahrt“, schmunzelt die vielseitige Sportlerin. Im Frühjahr nahm sie zum 60. Mal das Sportabzeichen in Angriff, ohne großes Training, wie sie zugibt. Kein Wunder, die Fitness ist bei zweimal Tanzen pro Woche in der Lagerhalle mit 36 anderen munteren Frauen immer noch vorhanden, dazu kommt regelmäßiges Volleyball- und Tennisspielen.

Deshalb stellte sie der Sportabzeichen-Vierkampf auch beim 60. Mal nicht vor Probleme: 200 Meter Schwimmen im Ausdauerbereich, 2-Kilogramm Medizinball-Werfen für die Kraft, 25 Meter Schwimmen im Segment Schnelligkeit sowie Seilspringen zur Kontrolle der Koordination waren die Anforderungen.

Erfolgreiche Leichtathletin

Sport ist von jeher Marianne Wehmeiers großes Steckenpferd, wie ein Auszug aus ihrem sportlichen Leben beweist. Bereits als Kind liebte sie die Bewegung, tanzte schon mal im Garten wie ein Artist über die Teppichstange. Die gute Brustschwimmerin des VfL Osnabrück begann beim Post-SV mit der Leichtathletik und erkämpfte sich bei diversen Sportfesten zahlreiche Medaillen. Highlight war ein zehnter Platz von 1200 Teilnehmern in ihrer Altersklasse bei einem Deutschen Turnfest.

Zehnfache Landesmeisterin im Kanu

Einen besonderen Reiz übte für sie der Wassersport aus, in dem Wehmeier in den 60er- und 70er-Jahren als zehnfache Landesmeisterin im Kanu glänzte. Zudem wurde die Osnabrückerin auf der Außenalster in Hamburg norddeutsche Meisterin im Zweier-Kajak über 500 Meter. Den letzten Titel holte sie mit 45. Im Handball war „Anne“ ebenfalls aktiv beim Post-SV. Zum Tennis kam sie über den SV Hellern, wo die rüstige Rentnerin bis heute den Schläger schwingt. Ebenso hat Wehmeier der Volleyballsport gepackt. Die 79-Jährige spielt einmal pro Woche gemeinsam mit ihrem Ehemann Günter in einer Seniorengruppe beim TSV Widukindland.

Und da wären wir zurück beim Deutschen Sportabzeichen, denn Günter Wehmeier ist diesbezüglich bei Weitem nicht so im Thema wie seine Gattin. „Wir haben zusammen 61 Sportabzeichen. Günter hat mich immer unterstützt, aber selber nie so den Draht dazu bekommen“, erzählt die Seniorin mit einem Augenzwinkern.

Große Bewunderung erfährt die Jubilarin von SSB-Sportabzeichenabnehmer Udo Mehlert. „Das ist wirklich eine einmalige Leistung, die Marianne vollbracht hat – das ist großartig und vorbildlich.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN