Fußball-WM in Russland Osnabrücker erleben Gastfreundschaft von Sotschi bis Kasan

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Offen aufgenommen: Die Osnabrücker Christian Hempen (Sechster von links), Sascha Davidovic (Fünfter von links), David Westerkamp (links) und Marco Strohbecke (Zweiter von links) mit drei russischen Fußballfans. Foto: Benjamin KrausOffen aufgenommen: Die Osnabrücker Christian Hempen (Sechster von links), Sascha Davidovic (Fünfter von links), David Westerkamp (links) und Marco Strohbecke (Zweiter von links) mit drei russischen Fußballfans. Foto: Benjamin Kraus

Kasan. Sie haben in Sotschi die Lebensfreude ihrer armenischen Gastgeber genossen und in Kasan mit Kubanern die Nacht durchgefeiert: Die Osnabrücker WM-Reisegruppe um Christian Hempen begleitet seit 1992 die Nationalelf – nicht nur zu großen Turnieren.

„Wir versuchen immer, abseits der Spiele und der Touristenpfade auch Land und Leute kennenzulernen. Aktuell haben wir zum Beispiel einen Abstecher nach Abchasien gemacht“, erzählt Hempen, während er beeindruckende Fotos von leuchtenden Wasserfällen, alten Dörfern und herausgeputzten Kirchen aus der abgelegenen Region im Kaukasus zeigt, die von Sotschi per Tagestour zu erreichen ist.

Große Flagge im kleinen Schrebergarten

Mit „Wir“ meint der 42-jährige Belmer auch seine Osnabrücker Mitstreiter David Westerkamp, Sascha Davidovic und Marco Strohbecke: Eine kernige Truppe, die sich im kleinen, mit großer Deutschlandfahne markierten Schrebergarten ihres armenischen Gastgebers Edi in Sotschi richtig wohlfühlt – bunt gemischt am Tisch mit der hübschen Julia aus Sibirien und weiteren kräftigen russischen Touristen. Die Stimmung ist ausgelassen: Edis armenischer Wein trägt ebenso dazu bei wie Handyvideos, die ihn bei der Bärenjagd in den Bergen zeigen.

Westerkamp: Schade, dass nicht mehr Deutsche da sind

„Wir finden es schade, dass nicht mehr Deutsche nach Russland gekommen sind. Das liegt wohl daran, dass sie in den Medien allerlei Schlimmes gehört haben“, sagt der Schinkelaner Westerkamp mit Blick auf die schwierige politische Lage in der Ostukraine und auf der Krim sowie die im Vorfeld vielfach befürchteten Ausschreitungen von Hooligans. Nichts davon spiele aber vor Ort eine Rolle. Stattdessen erlebe man neben der großartigen Gastfreundschaft der Russen viele schöne Begegnungen mit Menschen aus aller Welt.

Wodka aus dem Nachbarauto

Es macht Spaß, ihnen zuzuhören, wenn sie erzählen: Wie sie im Stau auf Moskaus Stadtautobahn mit einem Pinneken Wodka aus dem Nachbarauto versorgt worden sind. Wie sie als langjährige Fans des VfL Osnabrück im vergangenen Jahr beschlossen, nach Mirovica in den Kosovo zu reisen, wo die U21 des Landes um den Osnabrücker Kamer Krasniqi gegen Deutschland antrat.

Bei einem Finale mit Deutschland wollen sie wiederkommen

Oder wie sie einst nach einem Länderspiel in Georgiens Hauptstadt Tiflis unbedarft in ein Wohnzimmer einer Familie auf dem Land gestolpert sind, weil sie dachten, es sei eine Kneipe. „Plötzlich saßen wir dort mit zehn bis zwölf Leuten – und die Familie, die erst überrascht war, dass wir uns einfach hingesetzt haben, hat aufgetischt: Schinkenwurst, warmes Fladenbrot direkt aus dem Ofen und Getränke. Plötzlich hatten wir da ein stundenlanges Volksfest“, erinnert sich Hempen. Einige davon haben sie auch in Russland gefeiert. Nach der Vorrunde geht es für die Osnabrücker zunächst wieder nach Hause. Wiedergekommen wären sie nur, wenn Deutschland das WM-Finale erreicht hätte.


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