Deutsche Masters-Meisterschaft Goldenes Wochenende für Schwimmer des TSV Quakenbrück

Von Lennart Albers und Johannes Kapitza


jka/albe Osnabrück. Viel Lob von den Teilnehmern, Spitzenkritik vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) und oben drauf noch 29 Medaillen: Für den TSV Quakenbrück hätte die 50. Deutsche Meisterschaft der Mastersschwimmer nicht besser laufen können.

Das Wochenende endete für den TSV Quakenbrück, wie es begonnen hatte: Golden. In der gemischten Staffel über 4 x 100 Meter Lagen bescherten Stefan Middendorf, Heiko Boknecht, Christina Tapken und Isabell Schevzov dem Klub den zwölften Meistertitel. Mit acht Silber- und neun Bronzemedaillen belegte der QTSV im Medaillenspiegel den vierten Platz.

TSV Quakenbrück: Können uns nicht beschweren

„Wir können uns nicht beschweren. Es lief besser als erwartet“, lautete Boknechts Bilanz. Für das finale Rennen hatte der QTSV-Abteilungsleiter seinen Stuhl hinter dem Zeitmessungs-Computer verlassen und einen Platz auf dem Startblock eingenommen. Der zweite DM-Titel mit einer Staffel war ein dankbares verspätetes Geschenk eine Woche nach dem 50. Geburtstag.

Goldener Staffelauftakt am Freitag

Er sei „auf jeden Fall zufrieden“, sagte QTSV-Trainer Christian Gärtner, der am Freitag in zwei Männerstaffeln zum doppelt goldenen Auftakt beigetragen hatte. Über 4 x 100 Meter Freistil blieben Quakenbrücks Männer hinter dem eigenen Europarekord, siegten aber ebenso wie über 4 x 50 Meter Freistil. Zweimal Einzel- und viermal Staffelgold standen am Ende in Gärtners persönlicher Statistik.

Neunmal Gold für Andreas Haidukiewitz

Mit noch mehr Medaillen im Gepäck trat Andreas Haidukiewitz die Reise nach München an. Der 31-Jährige, der immer noch für seinen Quakenbrücker Heimatverein startet, sammelte bei zehn Starts neunmal Gold ein. Einmal wurde er Zweiter. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, atmete Haidukiewitz durch. Über 50 Meter Schmetterling hatte er mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung gewonnen. Über 200 Meter Freistil wurde er zeitgleich mit dem Berliner Robert Weißhuhn Deutscher Meister. Sein persönliches Highlight sei der dritte Meistertitel in Folge über 100 Meter Freistil gewesen. „Man wird ja nicht jünger“, sagte Haidukiewitz, der bei der Europameisterschaft in Slowenien auf einen Platz unter den zehn besten Kraulschwimmern seiner Altersklasse hofft.

Christel Schulz: Sieben Starts, sieben Siege

Bei den Frauen gehörte Christel Schulz zu den dominierenden Persönlichkeiten. 1956 in Melbourne und 1960 in Rom war sie olympisch geschwommen. In Italien hatte sie einst mit der deutschen 4 x 100 Freistil-Staffel Bronze geholt. In Osnabrück kamen sieben weitere Goldmedaillen bei sieben Starts in der Altersklasse 75 hinzu. „Besser geht‘s ja nicht“, freute sich die 78-Jährige von der SG Einheit Rathenow. Sie suche den Wettkampf vor allem, „weil ich immer noch Spaß daran habe, nicht weil ich gewinnen muss“, sagte Schulz, räumte aber auch ein: „Platz eins ist schon immer noch drin im Kopf.“

Ein bisschen alter Olympiaglanz im Nettebad

Weil die Wuppertaler Folkert und Jutta Meeuw kurzfristig ihre Teilnahme abgesagt hatten, musste Schulz zusammen mit Dagmar Frese für den olympischen Glanz im Osnabrücker Nettebad sorgen. „Ich wollte eigentlich nur eine gute Zeit schwimmen und viele alte Bekannte wiedertreffen“, sagte Frese, die dreimal in der Altersklasse 60 siegte.

„Olympia empfindet man jetzt erst richtig“

Die Hannoveranerin hatte die Olympischen Spiele 1976 in Montreal „zum Reinschnuppern“ genutzt. „1980 wollte ich dann auch sportlich was reißen, aber da waren die Spiele ja in Moskau“, sagte Frese mit Blick auf den damaligen Boykott der BRD. „Dass Olympia etwas ganz Besonderes war, kann man erst im Nachhinein richtig verstehen. Das empfindet man jetzt erst richtig.“ Gute Gefühle hatte Frese auch in Osnabrück. „Das ist wirklich richtig gut organisiert hier. Man sieht, dass sie sich richtig reingehängt haben und es einfach sehr gelungen ist.“

DSV spürt große Wertschätzung

Lob gab es auch von den Verantwortlichen des DSV. Ulrike Urbaniak, Vorsitzende der Fachsparte Masterssport, konnte die Organisation mit einem Wort zusammenfassen: „Super!“ In Osnabrück habe die Meisterschaft eine große Wertschätzung erfahren, sagte sie. „In kleineren Städten werden wir herzlich unterstützt. Da ist eine Schwimm-DM keine Veranstaltung von vielen, sondern etwas ganz Besonderes.“

Schwimm-Verband von Organisation angetan

Die Zusammenarbeit von TSV Quakenbrück und VfL Osnabrück habe reibungslos funktioniert, lobte Ralf Ganger, in der DSV-Masterssparte verantwortlich für das Schwimmen: „Es war eine perfekt organisierte Veranstaltung.“ Wenn sich TSV und VfL noch einmal gemeinsam für eine Veranstaltung bewerben sollten, „bekommen sie sofort wieder den Zuschlag“, versprach Urbaniak.

VfL und TSV „mehr als zufrieden“

Wichtiger als seine Medaillen sei gewesen, „dass alles gut funktioniert“, durften sich Boknecht, VfL-Abteilungsleiter Harry Krogull und die Vielzahl an Helfern in ihrer Arbeit bestätigt sehen. Vom Einlass über den Wettkampf bis zur Zeitmessung habe alles sehr gut gepasst, fasste Boknecht zusammen und war – zusätzlich zum sportlichen Erfolg – auch als Veranstalter „mehr als zufrieden“.


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