Vorstand appelliert an Abteilungen Sparbemühungen beim Osnabrücker SC gehen weiter

Von Johannes Kapitza


Osnabrück. Vom Gewitter am Dienstagabend bekamen die OSC-Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung nicht viel mit, und auch der Vereinsführung blieb – trotz erneuten Verlustvortrags – ein Donnerwetter in großen Teilen erspart.

Er habe angesichts des Minus von rund 26400 Euro im Jahr 2017 mit mehr Gegenwind gerechnet, gab der wiedergewählte Vorsitzende Thomas Levien zu. Zu Kritik sahen die Mitglieder in der nicht einmal zweistündigen Versammlung aber keinen Anlass.

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Geschäftsführer Hendrik Witte hatte erst einmal allerlei gute Nachrichten parat. Der OSC bietet aktuell die stolze Zahl von 105 Kursen pro Woche im Aktivital an. Die Vereinsveranstaltungen im vergangenen Jahr waren gut besucht, die Volleyballer haben laut Witte ihre Abteilungsgröße fast verdoppelt, und nach einem Rückgang zum Jahreswechsel hat der Verein die 8000-Mitglieder-Marke wieder übersprungen, kurzum: Es könnte alles so schön sein im OSC, wenn denn die Finanzen nicht wären.

Levien: Controlling ist sehr schwierig

Für den Vorstand seien die Finanzen ein wichtiger Gradmesser, sagte Levien. Einige Abteilungen hätten mit ihren Kosten für Übungsleiter und Fahrten zu Wettkämpfen für negative Überraschungen gesorgt. Wenn dann mehrere Sparten höhere Ausgaben als geplant hätten, würden daraus schnell 10000 Euro und mehr. „Das Controlling aller Abteilungen ist sehr schwierig. Wir haben eine große Vielfalt und wahnsinnig viele Abteilungen“, sagte Levien.

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Auch die Girolive-Panthers, deren Etat bei der vergangenen Hauptversammlung noch als gesichert galt, verbuchten in der 2. Basketball-Bundesliga einen Verlust. „Wir wollen gerne erfolgreichen Sport, aber immer wenn wir hochrangigen Sport haben, wird es teuer“, erklärte Witte die Ausgaben.

Insgesamt sei der Haushalt immer „ein Ritt auf der Kante, mit kleinen Ausschlägen nach oben und unten“, sagte Levien. In Relation zum Gesamtumsatz des Vereins von mehr als 3,4 Millionen Euro sei der Fehlbetrag minimal gewesen. „Nächstes Jahr geht der Ausschlag dann wieder nach oben“, hofft Levien.

Sportlertreff macht Gewinn

Leicht steigende Mitgliederzahlen sollen zu höheren Einnahmen führen, mehr Sponsoreneinnahmen der Panthers zu weniger Verlusten im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des OSC führen. Zu diesem Bilanzzweig gehört auch der Sportlertreff. „Da fahren wir Gewinne ein. Das kann so weitergehen“, sagte Witte und erntete Applaus dafür, dass die zuvor überwiegend defizitäre Gastronomie der Vereinsgaststätte anscheinend die Kurve gekriegt hat. Im Gesamtverein ist das noch nicht gelungen. „Man kann so einen großen Dampfer wie den OSC nicht herumreißen“, sagte Witte, „das geht nur, wenn wir kleine Schritte gehen und alle mit anpacken.“ Keine Abteilung solle beschnitten werden, versicherte Levien. Trotzdem soll stärker darauf geachtet werden, dass die Abteilungen ihre finanziellen Planzahlen einhalten.

Hallenbeleuchtung soll auf LED-Technik umgestellt werden

Schließlich hat der OSC noch einige Ausgaben vor sich: Die Beleuchtung in den Hallen soll auf LED-Technik umgestellt werden. Für die Halle B ist ein rutschfesterer Boden in Planung, sagte Levien.

Kritik von Kassenprüfer löst sich auf

Fragen zum Zahlenwerk gab es nicht von den 66 Mitgliedern, von denen allein 20 gekommen waren, weil sie für langjährige Vereinstreue geehrt wurden. So sorgte Kassenprüfer Milan Todorovic für das einzige Donnerwetter des Abends. Er sei bei der Bitte nach Zahlen „weggegrätscht“ worden und habe zu spät beziehungsweise gar keinen Einblick bekommen. Diesen Vorwurf wollte Co-Kassenprüfer Lutz Picht nach der Versammlung im kleinen Kreis so nicht stehen lassen. Der Verein habe die zu prüfenden Zahlen vorgelegt.

Der Streitpunkt war dem Vernehmen nach ein anderer: Todorovic habe nicht nur die Abrechnungen prüfen, sondern auch die Planung für das laufende Jahr kontrollieren wollen, hieß es. Das wäre aber Sache eines Wirtschaftsrates – ein solches Organ hat der OSC nicht. Weil er den Mitarbeitern der Geschäftsstelle vertraue, beantragte Todorovic trotzdem die Entlastung. Mit der Erteilung ohne Gegenstimmen lösten sich auch diese dunklen Wolken auf.


Folgende langjährige Mitglieder wurden bei der Jahreshauptversammlung des OSC geehrt:

75 JAHRE: Ilse Uchtmann

70 JAHRE: Richard Haertel, Hans Hinrichsmeyer, Volkhard Schnitker

60 JAHRE: Rolf Hütker, Ingeborg Böschemeyer, Dieter Kromminga

50 JAHRE: Waltraud Fritz, Reinhard Hermes, Ludwig Kip, Peter Meyer-Leive, Karola Osterbrink, Marlies Rhode, Uwe Rhode, Werner Rhode, Brita Schnitker, Axel Siekmeyer, Klaus Wamhof

40 JAHRE: Ingrid Abresch, Ingrid Bostelmann, Carl-Heinrich Bösling, Luzia Entrup, Inge Große-Lüdinghaus, Michael Mescheder, Mathias Middelberg, Heinrich Stricker, Christa Tiemann, Rolf Tiemann, Regina Wiechmann, Edeltraud Wiechmann-Dammer, Inge Woltering, Friedhelm Zöllner

25 JAHRE: Bernd Altenhoff, Margarete Altevogt, Sigrid Bartelheim, Anne Crumbach, Felipe dos Reis, Doris Giese, Katharina Halsband, Kerstin Hoffmann, Martina Kersten, Martin Menger, Ronald Michalski, Ingrid Mielich, Georg Paluch, Marion Paluch, Dieter Salm, Renate Salm, Rosalinda Schaefer-Wohlers, Martina Schulte, Nicola Tammen, Peter Thome, Erika Timmermann, Bärbel Tüpker, Martina Wallenhorst, Thomas Wygold