Kilometer für Kinderkrebsstiftung Spendenaktion eines Ostercappelner Radsportlers startet durch

Von Malte Goltsche

Sieben von mehr als 2000 Radfahrern, die inzwischen Kilometer für den guten Zweck zurücklegen: Torsten Restemeyer, Norbert Helmes, Burkhard Hein, Lukas Mannig, Lisa Kempe Schluchter, Thommy Schluchter und Martin Galaschek (von links). Foto: HeinSieben von mehr als 2000 Radfahrern, die inzwischen Kilometer für den guten Zweck zurücklegen: Torsten Restemeyer, Norbert Helmes, Burkhard Hein, Lukas Mannig, Lisa Kempe Schluchter, Thommy Schluchter und Martin Galaschek (von links). Foto: Hein

golt Ostercappeln. Im Rahmen seiner Spendenaktion „Kilometer für Kinder“ sammelt der Ostercappelner Hobby-Radsportler Burkhard Hein Geld für die Deutsche Kinderkrebsstiftung. Über den Erfolg seiner Aktion ist er selbst überrascht.

„Ich habe bereits mehrere Jahre die Deutsche Kinderkrebsstiftung unterstützt und betreibe seit über 20 Jahre Radsport. Dann dachte ich, dass man das auch zusammenbringen könnte“, erklärt Burkhard Hein den spontanen Ursprung seiner Aktion. Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es dann nicht mehr lange.

Jeder Kilometer ist einen Cent wert

Schnell gründete Hein einen Club im Netzwerk Strava, das in Radsportkreisen bekannt ist und in dem man seine per GPS erfassten Kilometer eintragen und sammeln kann. Pro gefahrenen Kilometer spenden die Mitglieder der Spendenaktion nun einen Cent. Was sich nach einer kleinen Summe anhört, hat sich innerhalb des letzten Jahres zu einem großen Betrag angehäuft. Mehr als 50000 Euro sammelte Hein mit seiner Aktion seit Beginn Anfang 2017.

Mehr als 2000 Trikots für guten Zweck verkauft

Doch es sind nicht nur die gefahrenen Kilometer, die der Kinderkrebsstiftung zugutekommen. Hein vertreibt eigene „Kilometer für Kinder“-Trikots, deren Erlöse auch komplett dem guten Zweck zufließen. „Ich habe am Anfang gedacht: Bestell mal so 30 bis 40 Stück, vielleicht gehen die ja weg. Nun sind wir bei mehr als 2000 verkauften Trikots“, erzählt Hein.

Prominente Unterstützer für Initiative

Außerdem erhält er regelmäßig die Unterstützung von Sponsoren, die seinen Betrag bei Rennen vervielfachen und so ihren kleinen Beitrag zu der großen Summe leisten. Mittlerweile seien Rennfahrer und Trikots seiner Initiative bei jedem größeren Radrennen in Deutschland anzutreffen, sagt Hein. So kamen irgendwann auch prominente Namen dazu: Marcel Wüst, Ex-Profi und Radsportexperte der ARD, und Tour de France-Fahrer Marcus Burghardt sind dabei. Burghardt versteigerte sogar seine Tour-Schuhe für „Kilometer für Kinder“.

„Zuschriften sind großer Ansporn“

Die Aktion wächst und wächst – und damit auch der Aufwand. Doch für Hein gibt es genug Gründe weiterzumachen. „Ich bekomme so viele tolle Zuschriften von Familien, die von dieser schlimmen Krankheit betroffen sind. Das ist ein großer Ansporn“, sagt er. Außerdem sei ein weiterer psychologischer Aspekt nicht zu unterschätzen: „Für viele Mitglieder der Aktion ist der gute Zweck eine große Motivation, Rad zu fahren. Und es ist egal, ob das nun die große Strecke ist oder die wenigen Kilometer zu Arbeit.“ Zudem, erklärt Hein, gebe „Kilometer für Kinder“ ihm die Möglichkeit „Menschen kennenzulernen, die ich sonst nie getroffen hätte.“ An einem Wochenende traf er sich beispielsweise mit einem Schweizer Sponsor aus der Filmmusikbranche in Bayern, wo am nächsten Tag noch eine Langstreckenfahrt anstand.

Guter Saisonstart im Jahr 2018

Für die aktuelle Saison hat sich Hein kein konkretes Spendenziel gesetzt. „Bis April hatten wir schon wieder 6000 Euro gesammelt – und das, obwohl die Saison gerade erst ins Rollen kommt“, sagt Hein. Er hält einen Betrag von knapp 100000 Euro für möglich. Wichtig bei Stiftungen ist das Thema Transparenz. Hein versichert: „Bei uns kommt jeder Cent direkt auf das Konto der Deutschen Kinderkrebsstiftung, nicht erst auf ein persönliches Konto. Außerdem halten wir regelmäßig Kontakt mit der Stiftung, die uns über die eingegangenen Beträge informiert.“

„Die Summe widerlegt jede Skepsis“

Burkhard Hein ist der größte Fan seiner Initiative und zurecht stolz auf das, was sie bislang erreicht hat. Seine „spontane Idee“ schlägt in der Radsportszene mittlerweile große Wellen und das soll so weitergehen. Hein ist selbst Vater einer gesunden Tochter, aber die Elternschaft hat ihn angetrieben, die Spendenaktion für kranke Kinder zu starten. „Wenn man selbst Vater ist, macht man sich so seine Gedanken darüber“, sagt Hein. Zu Beginn hegte er noch Zweifel, ob „Kilometer für Kinder“ eine Hilfe sein könnte. Nach etwas über einem Jahr zieht er ein eindeutiges Fazit: „Die Summe widerlegt jede Skepsis.“